AdUnit Billboard

Leserbrief - Zum Thema Gänsmarkt und zum Kiliansbrunnen Denn sie wissen nicht, was sie tun

Lesedauer

Zu dem diskussionslos primitiven Sammelsurium auf dem Gänsmarkt möchte ich mich schon nicht mehr äußern – jedes Wort ist überflüssig.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Wichtiger ist es, mit der heimlich unheimlichen Idee von unqualifizierten Möchtegerngestaltern, den Kiliansbrunnen in die Mitte des Gänsmarkts zu versetzen, restlos aufzuräumen.

Weiß denn niemand, welchen geschichtsträchtigen Hintergrund der Kiliansbrunnen hat und dass diese angedachte Untat eine Geschichtsfälschung Mergentheims bedeuten würde?

Nun kurz zur Geschichte des Brunnens an dieser und keiner anderen Stelle Mergentheims: Bereits 1598 stand hier einer der drei Mergentheimer Laufbrunnen, der Spitalbrunnen. Er versorgte die Bevölkerung mit Trinkwasser, diente als Viehtränke und Fischkasten.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Um diesen Brunnen herrschte ein reges Leben. Ein Standplatz mitten auf dem Gänsmarkt wäre wegen der Fuhrwerke, die unter anderem beim Lieferverkehr zur damaligen Spitalscheune (heute Gebäude BW-Bank) unmöglich gewesen. Die Weihe des nachfolgenden Brunnens des heutigen Kiliansbrunnens fand am 8. Juni 1890 statt.

Der Grundriss, ein Dreieck auf das Spital ausgerichtet, entsprach dem Symbol der Dreifaltigkeit. Die Figuren, als Bekrönung ein lebensgroßer Hl. Kilian, in den Nischen Kolonat und Totnan und auf der Rückseite eine Tafel mit dem Mergentheimer Stadtwappen und Bischofinsignien wurden von Bildhauer Günter Zartmann aus Neckarsulm in weißem französischen Kalkstein geschaffen.

Die Mergentheimer Bildhauer Friesinger und Imhof steuerten den architektonischen Aufbau bei, Bildhauer Ulrich von Bischofsheim den Wasserbehälter als Bassin auch für Löschwasser bei einem Brand.

Bereits die Baumeister des Mittelalters rückten ihre Brunnen schon aus ästhetischen Gründen von den Straßenachsen weg und auch um den Zulauf zu den öffentlichen Wasserplätzen zu erleichtern.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Erst die Barockzeit brach diese Tradition, und die Prunk- und Repräsentationsbrunnen, umgeben von entsprechenden Prunkbauten betonten Symmetrieachsen. Dies traf und trifft ganz besonders heute nicht auf Mergentheim zu.

Eine Versetzung des Brunnens würde, abgesehen von immensen Kosten, eine grobe Geschichtsfälschung bedeuten.

Die gewachsene ästhetische Einheit des Ensembles Brunnen und Spital wäre zerstört und verloren und ein weiterer großer Schaden im Stadtbild angerichtet.

Der Kiliansbrunnen ist keine „Popup Box“, die beliebig hin und her geschoben werden darf!

Hoffentlich wird nun der leiseste Ansatz der Idee, den Kiliansbrunnen zu versetzen, still beerdigt.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1