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Landesgartenschau - Projektgruppe zu Erfahrungsaustausch und Planungs-Workshop in Überlingen

Den Spannungsbogen weiter halten

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Stadtplanung mit Skizzen und Modellen: In Überlingen tauschten sich in der Planstatt Senner unter anderem (von links) Bernd Straub, Kersten Hahn, Marcel Stephan und Oberbürgermeister Udo Glatthaar von der Stadt Bad Mergentheim mit Johann Senner (Zweiter von rechts) und dessen Team aus. © Stadtverwaltung

Die baden-württembergischen Landesgartenschau-Städte bis 2036 haben sich bei den diesjährigen Gastgebern in Überlingen getroffen. Erstmals vertreten war hier die Bad Mergentheimer Projektgruppe.

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Bad Mergentheim. Die Projektgruppe aus der Kurstadt hat außerdem bei einem Arbeitstermin mit ihrem Planungsbüro die nächsten Schritte im eigenen Stadtentwicklungsprozess vorbereitet.

Für das Jahr 2034 hat die Kurstadt den Zuschlag für die Landesgartenschau (LGS) bekommen. Das klingt weit weg, doch „ungefähr zehn Jahre Vorlauf für die Planung und die bauliche Umsetzung sind ein ganz normaler Zyklus“, sagt Johann Senner. Seine ebenfalls in Überlingen angesiedelte „Planstatt“ hat Bad Mergentheim bereits im Bewerbungsverfahren konzeptionell begleitet und erstellt nun mit der Stadt auch einen so genannten „Projektstrukturplan“.

Denn die Machbarkeitsstudie unter dem Motto „Blühende Quellen“ vereint viele Projekte - erarbeitet mit großer Bürgerbeteiligung und für überzeugend befunden von der Fachjury des Landes. Dazu gehören die Schaffung neuer und ökologischer Stadtquartiere, wie sie beispielsweise auf der Sägewerksbrache entstehen sollen; der urban-lebendige Aufenthaltsbereich „Wachbach-Terrassen“ genauso wie Naherholung am Tauber-Biotop - oder die Verwandlung der Deutschordensstraße (ehemalige Igersheimer Straße) in einen Stadteingang als ansprechenden „Grünen Boulevard“.

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Diese und viele weitere größere und kleinere Vorhaben müssen nun in eine zeitliche Abfolge gebracht, im Detail ausgestaltet und schrittweise finanziert werden. Dabei gilt es, die zahlreichen Fördermöglichkeiten für LGS-Projekte auszuschöpfen und auch die „Einflussfaktoren“ im Plan zu verankern. Das heißt zum Beispiel, dass bereits fest terminierte Baumaßnahmen der Westfrankenbahn für die Pläne der Stadt im Bahnareal passgenau berücksichtigt werden.

Für die Bad Mergentheimer Projektgruppe berieten Oberbürgermeister Udo Glatthaar, Stadtbaudirektor Bernd Straub, Kersten Hahn (Tourismus), Marcel Stephan (Wirtschaftsförderung) und Carsten Müller (Öffentlichkeitsarbeit) mit dem Team der Planstatt Senner in Modellen und Skizzen mögliche „Starterprojekte“, Gewichtungen und natürlich die städtebauliche Gestaltung des Gänsmarktes, die schon in Kürze ansteht.

Die teils „geschwungene Raumtypologie“ habe schon fast etwas von Siena, sprach sich Johann Senner noch einmal dafür aus, das Potenzial dieses Platzes zu nutzen und einen „demokratischen Stadtboden“ zu schaffen, der verschiedene Nutzungen zulässt.

In den kommenden Wochen soll der Projektstrukturplan nun festgezurrt werden. Bereits im November ist ein Sachstandsbericht im Gemeinderat geplant. „Bis 2034 vergeht zwar noch viel Zeit, aber wir werden den Spannungsbogen halten: weil wir die Aufwertung unserer Stadt mit Bürgerbeteiligung und sichtbaren Ergebnissen bereits jetzt weiter vorantreiben wollen“, sagt OB Udo Glatthaar.

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Es stecken Chancen im Thema

Eine Führung über das Landesgartenschau-Gelände und vor allem der Austausch mit den anderen Landesgartenschau-Städten machte der Arbeitsgruppe noch einmal deutlich, welche Chancen dieses Thema bietet. Von einem „Sommermärchen“ sprach Oberbürgermeister a.D. Dr. Wolfgang G. Müller, der auf die LGS 2018 in Lahr zurückblickte, die die Menschen mitgerissen habe. Als Geschäftsführer der laufenden LGS in Überlingen rechnete Roland Leitner vor, dass 13,2 Millionen Euro Fördermittel in die Stadt geflossen seien. Seine Co-Geschäftsführerin Edith Heppeler verwies auf die Aufträge mit einem Volumen von 40 Millionen Euro, die in die unmittelbare Region gegangen seien. Und auch der Einsatz von 500 Ehrenamtlichen zeige, welchen Motivationsschub diese Veranstaltung bringe.

Organisiert wird der regelmäßige Erfahrungsaustausch der LGS-Städte von „bwgrün.de“, der Fördergesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen. Beraten wurden auch Detail-Fragen wie der Zeitpunkt einer Gründung der jeweiligen GmbH für die LGS oder Steuer- und Finanz-Aspekte. Der Geschäftsführer von bwgrün.de, Tobias de Haën, wird noch im Oktober zu einem Abstimmungsbesuch nach Bad Mergentheim kommen.

Einer, der Landesgartenschauen besonders gut bewerten und vergleichen kann, ist Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg. „Ich kann als gebürtiger Mergentheimer nur an alle Bürgerinnen und Bürger sowie Zuständigen appellieren, sich die Ausstellungsbereiche in Überlingen auf jeden Fall anzusehen. Das ist sicherlich sehr wertvoll für die anstehende Planung dieses großen und einzigartigen Events“, sagt er.

Man solle bei Gartenschauen immer im Blick haben, dass viel bleibendes und wertvolles Grün für zukünftige Generationen geschaffen werde. „Überlingen wird hiervon noch über Jahrzehnte hinaus profitieren. Gartenschauen erhöhen definitiv die Lebensqualität für die Bewohner und das verspreche ich mir natürlich auch von der kommenden Gartenschau in Bad Mergentheim. Aus meiner Sicht ist die LGS in Überlingen ein ideales Beispiel für alle Entscheider einer Gartenschau GmbH, was alles möglich ist und wie wunderschön die verschiedensten Bereiche verknüpft und eingebunden werden können.“ stv

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