Kneipp-Verein - Bundesgartenschau besucht / Naturheilverfahren „Da liegt sehr viel im Argen“

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pm
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Bad Mergentheim. Die Mitglieder des Bad Mergentheimer Kneipp-Vereines nutzten den Sebastian-Kneipp-Tag vor kurzem für den Jahresausflug auf die Bundesgartenschau (Buga) in Heilbronn. Die Vorsitzende Dr. Karin Müller-Freiberg beschrieb die neuen Informationen als vielfältig und belebend.

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Die Schirmherrin Gerlinde Kretschmann begrüßte Delegationen von 69 Kneipp-Vereinen des Landesverbands mit den Worten, dass es „für ein gesundes und langes Leben besonders wichtig ist, dass Menschen trotz der tagtäglichen Anforderungen eine Balance finden, die ein Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele herstellt“.

Gesundheit bekomme man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel. Das ganzheitliche Konzept des so genannten „Wasserdoktors“ Kneipp überdauerte mehr als 100 Jahre und entwickelte sich stetig weiter. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde entstand ein anerkanntes Naturheilverfahren, das auf den fünf Elementen Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung basiert. Die Event-Bühne präsentierte über zehn Vorträge, die zum Zuhören, Singen und Tanzen einluden.

Kernstück war die offene Podiumsdiskussion: Die ehemalige Staatssekretärin und Präsidentin des Kneipp-Bundes Marion Caspers-Merk sagte, dass viel Geld für die Heilung und sehr wenig für die Prävention ausgegeben wird: „Letztes Jahr war es pro Tag über eine Milliarde Euro, damit ist Deutschland das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt. Und von diesem Geld kommt in der Prävention zu wenig an!“ Es müsse ein Umdenken erfolgen. Dr. Klaus-Peter Axmann, Leiter des Gesundheitsamtes Heilbronn, bemängelte, Krankenkassen seien zu sehr auf die Krankheit fixiert; wünschenswert wäre der Mut, in die Selbstorganisation zu investieren zum Beispiel in den Kitas.

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Tosenden Applaus erhielt die Wortmeldung von Rita Retzbach aus Bad Mergentheim: „Ich wünsche mir, dass die Naturheilverfahren anerkannt werden, denn da liege viel im Argen: Während teure chemische Medikamente, die in die Tausende gehen, klaglos bezahlt werden, verweigern Kassen preiswertere Alternativen.“

Das sei ein sehr wichtiger Hinweis unterstrich der Präsident des Kneipp-Bundes Klaus Holetschek. Der Bund sieht seine Aufgabe darin, die konventionelle Schulmedizin mit sanfter, natürlicher Medizin zu unterstützen; das wünschten auch 70 Prozent der Menschen. Das Behandlungsspektrum der Naturheilverfahren ist riesengroß, Kneippsche Anwendungen eignen sich zum Beispiel bei der Behandlung von Zivilisationskrankheiten.

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„Im Vordergrund steht dabei immer das Wohl des Patienten“, so Holetschek. pm