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Literatur

Bruder Hilpert ermittelt wieder

Autor Uwe Klausner legt seinen 30. Krimi im Gmeiner-Verlag vor. Handlungsort ist Maulbronn im Mittelalter

Von 
Inge Braune
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In seinem jüngsten Bruder Hilpert-Krimi schickt der Bad Mergentheimer Autor Uwe Klausner den Maulbronner Bibliothekar Bruder Hilpert ausgerechnet rund ums Würzburger Hochfest Kiliani in düsterste Verstrickungen. © Inge Braune

Bad Mergentheim. Es ist wieder so weit: Bruder Hilpert ermittelt wieder. In seinem dann insgesamt 30. Kriminalroman schickt der Mergentheimer Autor Uwe Klausner seinen Maulbronner Mittelalter-Fahnder im Jahr 1425 nach Würzburg, wo er kurz vor Kiliani seinem mittlerweile ergrauten ehemaligen Lehrer zum 50-Jahr-Priesterjubiläum gratulieren will. Doch irgendetwas ist faul in der Stadt: Schon im Prolog führt Klausner seine Leserschaft in einen Folterkeller.

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Hoch aktuell

Tiefstes Mittelalter? So sieht es aus – und doch ist vieles, was der Geschichtslehrer beschreibt, hoch aktuell. So erinnert man sich beim Blick in die fürstbischöfliche Residenz auf dem Marienberg und luxuriöse Domherrendomizile etwa des Limburger Verschwendungsskandals. Die Machenschaften einzelner Angehöriger von Klerus und Magistrat im Würzburg des 15. Jahrhunderts lassen an Korruptionsskandale in und um Europa denken, und die von Hilpert aufzudeckenden Fälle sexuellen Missbrauchs haben ebenfalls Entsprechungen in der Gegenwart.

Missstände beklagt

Mit spitzer Feder lässt der Autor seine Protagonisten von Bettelstand bis hoch zum Bürgermeister über Sittenlosigkeit und zahlreiche Missstände in Kirche und Politik klagen, die dringlichst Gegenmaßnahmen erfordern. Kann man da noch zögerlich sein bei der Wahl der Mittel? Die Frage treibt den ehemaligen Inquisitor und Maulbronner Bibliothekar Bruder Hilpert und seinen Freund, den Vogt des Wertheimer Grafen Berengar von Gamburg ebenso um wie den mit ihm verschwägerten Würzburger Bürgermeister, Hilperts ehemaligen Lehrer und Leiter der Domschule, das Bettelvolk ebenso wie die Müllkärrner. Sitten- und Milieuschilderungen vom Kiliani-Pilgerstrom über Kirchenambiente, Markttreiben und Straßenleben bis hin zu den der Stadt vorgelagerten Müllkippen – man riecht sie förmlich bei der Lektüre – machen die fränkische Mainmetropole anno 1425 lebendig.

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