Ausstellung in der Sparkasse - Dauer vom 23. April bis 10. Mai Bedeutende Siegel sind zu bestaunen

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Bad Mergentheim. Wenn es bei den "Heimattagen" um die Darstellung der Heimat geht, darf man Hohenlohe nicht unerwähnt lassen. So wird bei der Ausstellung "1000 Jahre Deutsche Geschichte" ein Spiegelbild der Vergangenheit in der Sparkasse Tauberfranken (Härterichstraße) vom 23. April bis 10. Mai zu sehen sein - in Form einer Auswahl der bedeutendsten Siegel der verzweigten Familie Hohenlohe.

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Es gibt wenige gedruckte Quellen über die Entstehungsgeschichte der Mergentheimer Kommende. Zwar weiß man einiges über die Gründung 1219 und die Gründer selbst, aber über die Zusammenhänge ist wenig bekannt.

Genaue Untersuchungen ergaben jetzt, dass mindestens zwölf Personen des Hauses Hohenlohe dem Deutschen Orden beigetreten sind. Die meisten von ihnen gehörten der Kommende Mergentheim an. Dadurch wird auch verständlich, dass die Schenkungen über Jahre anhielten, bedingt auch durch die großen verwandtschaftlichen Verflechtungen auf engstem Raum.

Verschiedene Namen

Die verschiedenen Namen sagen einem zunächst sehr wenig. Geht man aber den Spuren nach, wird man mit Erstaunen feststellen, wie eng der Deutsche Orden in den ersten 100 Jahren mit den verschiedenen Linien zusammenhing.

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Heinrich hatte sich schon in den Dienst des Domstifts zu Würzburg begeben, wo er 1218/19, zu Zeiten des Bischofs Otto I. von Lobdaburg, als Kanoniker genannt wird. Andreas wirkte schon 1215 bei einer Stiftung des Deutschordenshauses in Hüttenheim mit. Er war wohl der erste, der den weißen Mantel mit dem schwarzen Kreuz trug. Die jüngeren Brüder Heinrich und Friedrich folgten noch im selben Jahr.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Bischof Otto den Entschluss gefördert hat, weil 1219 es eine Schenkung in der Stadt Würzburg gab, welche die Grundlage zur Würzburger Komturei bedeutete. Am 16. Dezember 1219 wurde ein Vertrag geschlossen, aus dem hervorgeht, was die Herren von Hohenlohe auf Mergentheimer Grund und Boden besaßen. Mit diesem Besitz wurde der Grundstein der Kommende Mergentheim gelegt und galt zur damaligen Zeit als "Hauskommende" der Stifterfamilie. Andreas von Hohenlohe wurde wegen als Stifter des Ordenshauses anerkannt.

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Heinrich hat viel zur Festigung des Ordensstaates an der Ostsee beigetragen. 1232 erklärt ihn der Hochmeister von Salza zum Deutschmeister und er hatte bis 1242 dieses Amt inne. Nachdem Hermann von Salza 1230 starb und seine Nachfolger, Konrad von Thüringen und Gerhard Mahlberg, im Amt wenig zustande brachten, wurde Heinrich von Hohenlohe 1244 in Akkon während eines Palästina-Aufenthaltes zum siebten Hochmeister eingesetzt. Im Frühjahr 1246 war Heinrich der erste Hochmeister der preußischen Boden betrat. Im Dezember 1247 befindet sich Heinrich wieder in dem von ihm mitgestifteten Hause Mergentheim, zugleich mit seinen Brüdern.

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Das im Juni 1248 stattgefundene Kapitel in Mergentheim war wohl das letzte, ehe er Deutschland wieder verließ, um sich nach dem eigentlichen Sitz des Hochmeisters, nach dem Heiligen Land, zu begeben. Im April 1249 ernannte er den Großgebietiger des Deutschen Ordens im Heiligen Land, Eberhard von Sayn, als Stellvertreter des Hochmeisters im Königreich Jerusalem.

Siebter Hochmeister

Der Hochmeister starb im Ordenshaus zu Mergentheim am 15. Juli 1249. Er war der siebente Hochmeister des Ordens, aber der erste, der Mergentheim zu seinem Wohnsitz erkoren hatte. Heinrich von Hohenlohe gehörte zu den großen Persönlichkeiten Mergentheims. Heinrich wurde in der Kapelle des Ordenshauses begraben.

Sein Gedenkstein wurde beim Bau der heutigen Schlosskirche 1730 zugrunde gerichtet. Ein Nachkomme seines Hauses, Prinz Heinrich von Hohenlohe-Kirchberg, ließ 1855 ein Standbild Heinrichs in der Schlosskirche aufstellen. Es befindet sich heute im inneren Schlosshof, im Durchgang beim Eingang zur Museumsverwaltung. hgb