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Zum Abschied von Kreisjägermeister Hariolf Scherer - Respekt und Lob bestimmten die Grußreden / Ehren-Kreisjägermeister Gailing hält Laudatio

„Anerkanntes und geschätztes ’Enfant terrible’“

Von 
hp
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Laudenbach. Viel Lob gab es für den scheidenden langjährigen Kreisjägermeister (KJM) Hariolf Scherer. Den Reigen der Grußworte eröffnete MdL Dr. Wolfgang Reinhart. „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er hegt und schützt sein Wild …“, fasste er Scherers 21-jähriges Engagement zusammen. Scherer und die KJV „haben viel für den Natur- und Artenschutz geleistet“, betonte Reinhart.

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Landrat Christoph Schauder verwies auf den wichtigen „Beitrag der Jägerschaft für den Arten-,Tier und Naturschutz sowie die Landschaftspflege. Im Gespräch mit den Landwirten seien sie oft als Vermittler. „Dabei zeigen Sie viel Fingerspitzengefühl“, sagte Schauder. Die Jagd sei „ein verantwortungsvolles und umfangreiches Handwerk“, und die KJV wirke „als Bindeglied“ zwischen Landwirtschaft und Verwaltung, sei ebenso gefordert beim Klimaschutz und bei Fragen des Klimawandels

Weikersheims Bürgermeister Nick Schuppert stellte die Bedeutung der Jägerschaft für den Natur- und Artenschutz in den Kommunen heraus. MdB Nina Warken machte mit einem Blick zurück auf die Veränderungen der Jagd in der öffentlichen Diskussion deutlich. Heute hätten gut 90 Prozent der Bevölkerung fast jeglichen direkten Kontakt zur Natur und Umwelt verloren. „Die Jagd ist kein Hobby, sie ist Lebenseinstellung und Leidenschaft“, sagte Warken und fügte hinzu: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Ihre engagierte Arbeit, Ihr Einsatz für Umwelt, Tiere und Pflanzen in Misskredit gebracht wird.“ Scherer habe in 21 Jahren an der Spitze der KJV Mergentheim „diese KJV zu der Besonderheit gemacht, die sie heute ist“.

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Kreis-Forstamtsleiter Karlheinz Mechler machte deutlich, dass Jagd und Forst nicht gegeneinander, sondern nur gemeinsam wirken könnten. Wer den Wald schützen und helfen wolle, ihn zu erhalten, der könne das nicht ohne die Jäger tun. Mechler dankte Scherer für die jahrzehntelange „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“. Die stellvertretende Bad Mergentheimer Bürgermeisterin Manuela Zahn nannte die Hege von Natur und Wild die „vornehmste Aufgabe“ der Jägerinnen und Jäger. Und Jagd sei eben nicht nur Hobby, sondern eine „Herzensangelegenheit, verbunden mit harter Arbeit“, was leider viel zu oft unterschätzt werde. Wer die Fragen Biodiversität, Klimaschutz, Pestizideinsatz ernst nehme, der komme um den Beitrag der Jäger, Landwirte, Waldbesitzer und Fischer nicht herum. Und selbst bei der Tierseuchenprophylaxe und Bekämpfung seien die Jäger gefordert und mit im Boot. Deshalb „haben Sie alle meinen allergrößten Respekt“. Zahn dankte Hariolf Scherer, „einem KJM mit Herz und Seele“, für seinen großen Einsatz.

Der Vorsitzende des Fischereivereins Bad Mergentheim, Dr. Andreas Schmitt, sprach von „bewährtem und guten Zusammenwirken“. Der Schutz der Natur, der Einsatz für Umwelt, Tiere und Pflanzen sei Jägern und Fischern gleichermaßen wichtig. In der KJV habe man stets einen offenen Ansprechpartner gehabt. Vom Ende einer mehr als zwei Dekaden umspannenden Ära sprach der Ehren-KJM und Amtsvorgänger Scherers Bernhard Gailing in seiner Laudatio. Scherer habe „stets im Dienst der Jagd und der Natur“ gestanden. Dessen jugendlicher Elan habe zu Beginn seiner Amtszeit „frischen Schwung“ gebracht. Er habe Dinge hinterfragt, die bis dahin einfach als gegeben angesehen wurden. „So wurdest du schnell ein anerkanntes und geschätztes ‚Enfant terrible’“, sagte Gailing.

Scherers Aufbruchstimmung und Charisma hätten auch andere mitgerissen, „denn du bist stets als Vorbild vorangegangen“, erinnerte sich Gailing. In der Folge sei „unsere KJV in der Öffentlichkeit zunehmend wahrgenommen, wir waren präsent.“

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Mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen wurde Flagge gezeigt und der Anspruch der Jäger, Naturschützer zu sein, der Bevölkerung nahegebracht. Ein „bleibendes Denkmal“ seiner Amtszeit hinterlasse Scherer mit dem renovierten Jägerhaus samt Schießstand im Schüpfer Loch. Schere habe das, was in den Achtzigern und Neunzigern mühsam hochgezogen worden war, „zu grandioser und von vielen KJVen beneideter Größe geführt.“ Das sei keine Einzelleistung gewesen, denn Hariolf Scherer habe es immer verstanden, die Mitglieder zum Mitmachen zu motivieren. Auch das sei, wie Gailing betonte, eine besondere Fähigkeit.

Und schließlich habe Scherer auch jagdpolitisch erfolgreich gewirkt. Er sei schnell ein „gefragter und geschätzter“ Gesprächspartner von Politik, Behörden und Verwaltungen geworden. „Die KJV wurde und wird gehört“, betonte der Laudator, der auch auf das gute Verhältnis der Jäger zur Landwirtschaft hinwies. „Jagd, Landwirtschaft. Verwaltungen und Behörden bilden eine Trinitas, die für den Erhalt und den Schutz der Umwelt unverzichtbar ist.“ Gailing dankte Hariolf Scherer für seinen „immensen Einsatz“ und wünschte auch seinem Nachfolger eine stets glückliche Hand. hp

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