Heimattage - Skulpturen, Figuren und Plastiken bis Oktober im Kurpark zu sehen / Ausstellung eröffnet 15 Künstler aus Unterfranken zeigen stolz ihre Werke

Von 
Hans-Peter Kuhnhäuser
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Veranstalter, Gäste und die ausstellenden Künstler vor dem Werk "Pentasphäre 2" von Michael Ehlers (links).

© Kuhnhäuser

Bad Mergentheim. "Natur ist schön, Kunst ist schön, und beides gehört zusammen" - Kurdirektorin Katrin Löbbecke zitierte bei der Eröffnung der Ausstellung "Kunstpark im Kurpark" am Samstagvormittag den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser.

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Das Stahlgebilde ist auf den ersten Blick vor allem eines: rostig. Doch wer innehält und einmal drumherum läuft, erhält neue An- und Einblicke. Kunst soll vor allem eines: Interessieren und zum Nachdenken anregen. Und das können die Kurparkbesucher noch bis in den Oktober hinein bei der Ausstellung "Kunstpark im Kurpark". Hier präsentieren 15 Künstler aus Unterfranken zusammen 45 Exponate.

Zur Eröffnung der Aussstellung waren Vertreter der Kurverwaltung, an der Spitze Kurdirektorin Katrin Löbbecke und der Vorsitzende des Kur-Verwaltungsrats, MdL Dr. Wolfgang Reinhart, sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der Kommunalpolitik gekommen. Löbbecke dankte der VKU, der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens, für die "extrem unkomplizierte Zusammenarbeit" und erinnerte an den Auslöser für diese Ausstellung: "2013 sah ich in Weikersheim die Skulpturenschau, und das weckte mein Interesse."

Der "Kunstpark im Kurpark" sei ein Beitrag der Kurverwaltung zur den Heimattagen. Das Goethe-Wort von "Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen, und haben sich, eh man es denkt, gefunden" drücke aus, was die Betrachter empfinden, sagte Löbbecke. Exponate, die keine Käufer fänden, "dürfen Sie gerne hier stehen lassen", war der nicht ganz ernst gemeinte Wunsch der Kurdirektorin.

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"Nicht nur die Kunst ist schön, auch das Wetter", freute sich Dr. Wolfgang Reinhart. Der Kurpark sei der "optimale Ort", die Seele einmal baumeln zu lassen und die sehenswerten "bildhauerischen Arbeiten zu erleben". Reinhart dankte der Kurverwaltung als Veranstalter und den beteiligten Künstlern für diese besondere Ausstellung. Die sei zweifellos "eine Bereicherung der Heimattage", denn "Heimat ist auch dort, wo man im Kunstpark wandeln kann".

Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Lehr sprach von einem "besonderen Wochenende und mit der Ausstellung verband er eine "gute Nachbarschaft von einer Million Blüten und 45 Exponaten". Der Begriff "Heimat" stehe nie alleine und deshalb sei auch die gute Nachbarschaft mit Unterfranken und damit die Ausstellung im Kurpark ein Baustein für erfolgreiche Heimattage. Lehr dankte der Kurverwaltung, die sich in die Heimattage "hervorragend einbringt".

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Für den VKU unterstrich Thomas Wachter die beständige Bereitschaft der angeschlossenen Künstler, das Stammhaus in Würzbug - das Spitäle an der Alten Mainbrücke - zu verlassen, die Arbeiten in Unterfranken, aber eben auch "grenzüberschreitend" zu präsentieren. Unter anderem habe man 2013 im Kloster Bronnbach das Thema "Askese" künstlerisch dargestellt.

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Die 45 Exponate gäben einen Überblick über das "dreidimensionale Schaffen der regionalen unterfränkischen Szene, erläuterte Wachter. Die Ausstellung zeige die technische und gestalterische Vielfalt und damit einen repräsentativen Ausschnitt dessen, "was zeitgenössische Bildhauerei und dreidimensionales Arbeiten heute kann und will". Mit Stahl, Eisen, Keramik, Bronze, Kunststoffen und Holz werde "figurativ, gegenständlich, abstrahiert, konstruktiv, kinetisch" amorpher Formenfluss bis hin zu gegenständlichem Purismus gezeigt, und die Exponate seien "lesbar, farbig oder monochrom. Vieles ist vertreten, aber längst nicht alles."

Das übergeordnete Thema der VKU-Künstler sei "handwerkliche Präzision und Qualität, hoher Gestaltungswille und Ehrlichkeit in der Ausführung", machte Wachter deutlich. Im Kurpark schließlich würden "Kunst und Natur ebenbürtige Partner, indem Natur- und Kunstformen gegenübergestellt werden". Das schaffe spannende Kontraste und Gegensätze, aber auch Entsprechungen, Übereinstimmungen und Beziehungen. Ausdrücklich dankte Wachter im Namen der Künstler für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung und deren Mitarbeitern, aber auch für die Bereitschaft, den Künstlern eine angemessene Honorierung zu gewähren - das sei längst nicht mehr üblich. "Hier ergab sich eine Win-Win-Situation für beide Seiten." Die Ausstellung, da sei er sich sicher, "wird ein Erfolg werden und vielen Menschen viel Freude machen", sagte Wachter.

Wie ein Künstler auf die Idee für ein Kunstwerk kommt, erklärte Michael Ehlers im Gespräch mit unserer Zeitung: Der Erschaffer von "Pentasphäre 1 und 2" nannte die Mathematikarbeit seines Sohnes als Auslöser. "Als wir fertig waren, war er fröhlich und ich hatte eine Idee." Überdies habe er sich schon länger mit den Gesetzen der Geometrie befasst, die schon von Anbeginn der Menschheit durch Naturbeobachtungen entstanden. Dieter Eisenberg nutzt den Gang durch die Natur als Inspiration, seine drei Skulpturen "Verwandlungsreihe" hat er am Bachlauf aufgestellt. Sehenswert sind natürlich alle Exponate. . .