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Mitreißender Auftritt

Woran ein guter Entscheider zu erkennen ist

Souveränität, Klarheit und Persönlichkeit spielen für DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner eine große Rolle

Von 
Klaus T. Mende
Lesedauer: 
„Entscheiden in Stresssituationen“ – beim Vortrag von DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner waren die Zuhörer nicht nur dabei, sondern mittendrin. Mit Hilfe gelber und roter Karten mussten sie richtig reagieren – gar nicht so einfach. © Sabine Holroyd

Assamstadt. Lutz Wagner – wer ihn live erlebt, ist begeistert. Denn in der Verpackung steckt drin, was außen draufsteht. Ein Fußball-Funktionär mit Entertainerqualitäten, der unterhält, informiert, seinen Zuhörern Tipps an die Hand gibt, die ihnen im privaten und beruflichen Umfeld durchaus von großem Nutzen sind.

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Agieren sei stets besser als reagieren, vor allem dann, wenn es darum gehe, Entscheidungen zu treffen – in Sekundenschnelle, ohne dabei groß Zeit zum Überlegen zu haben. Dies treffe auf den Referee mit der Pfeife im Mund auf dem Fußballplatz zu, genau so aber auf jeden Einzelnen im Job oder Zuhause, der in so einer Situation richtig reagieren müsse.

„Jeder von uns ist Projektleiter, der entscheiden muss – und dies sollte am besten im Team und auf Augenhöhe erfolgen“, riet der 59-Jährige aus dem hessischen Kriftel, der das Publikum in seinen Bann zog. Völlig falsch sei es, überhaupt keine Entscheidung zu treffen. Denn dies führe zur Lähmung eines gesamten Prozesses – „und ein Vakuum ist immer zu vermeiden“. Deswegen sei es wichtig und richtig, eine Entscheidung zu fällen. „Denn ist sie verkehrt, kann sie immer noch korrigiert werden.“ Um hierbei erfolgreich zu sein, sei es von Vorteil, empathisch vorzugehen, um so „ein Gespür für die Lage zu entwickeln“. Weiterhin sei der Sache förderlich, sich Freiräume zu schaffen, Fakten und Stimmungen zu sammeln, einen klaren Fahrplan festzulegen, dabei aber immer auch ein gesundes Misstrauen an den Tag zu legen. „Sie sollten immer das Heft des Handelns in die Hand nehmen.“

Akzeptanz fördern

Ein guter Entscheider sei daran zu erkennen, „wie er umstrittene Entscheidungen verkauft“, meinte Lutz Wagner weiter. Hierbei spielten Souveränität, Klarheit und Persönlichkeit eine wesentliche Rolle. Dadurch sei es einfacher, Akzeptanz zu fördern und ein Klima zu schaffen, das es vereinfache, eine Entscheidung zu fällen. Dabei sei nicht zu vergessen: „Hier stehen Menschen im Mittelpunkt.“ Es sei angebracht, ein „Von-Oben-nach-Unten“ zu vermeiden. Stattdessen auf Diplomatie und gegenseitigen Respekt zu bauen, um so die Akzeptanz für eine getroffene Entscheidung zu fördern. So gelinge es womöglich auch, unterschiedliche Sichten auf Dinge auf einen gemeinsam Nenner zu bringen.

Um auch bei Stress richtig zu entscheiden, könnte ein Leitfaden helfen. Lutz Wagner nannte unter anderem die richtige Form der Vorbereitung, das Erkennen von Gruppenstrukturen, die Beachtung von Signalwirkungen, das richtige Verhältnis Nähe – Distanz, das Verständnis für die eigene Rolle, ohne sich dabei emotionalisieren zu lassen, keine Angst vor eigenen Fehlern zu haben oder Vorsicht walten lassen bei Konzessionen. Wer kühlen Kopf in hitzigen Situationen bewahre, habe beste Chancen, richtig zu entscheiden.

Dann waren die Zuhörer mittendrin anstatt nur dabei. Sie mussten mit Hilfe gelber und roter Karten anhand von Spielszenen beweisen, ob sie in Sekundenbruchteilen ein gutes Näschen bei Entscheidungen haben. Allen hat es viel Spaß gemacht, wie der langanhaltende Beifall am Ende bewies.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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