Gemeinderat Ahorn - Haushalt 2021 passiert das Gremium in Rekordtempo / Etat einstimmig verabschiedet / Keine Kreditaufnahme erforderlich Schulden weiter im Sinkflug

Von 
Klaus T. Mende
Lesedauer: 
Ahorns Bürgermeister Elmar Haas übergibt seinen Nachfolger im Rathaus (Bild) geordnete Verhältnisse. Es wird investiert, die Schulden der Gemeinde sinken weiter, und es müssen keine Kredite aufgenommen werden. Der Gemeinderat segnete den Haushalt für 2021 ohne Gegenstimme ab. © Klaus T. Mende

Ordentliche Investitionsrate, weiter sinkende Neuverschuldung, keine Kreditaufnahme – Ahorns Bürgermeister Elmar Haas übergibt seinem Nachfolger geordnete Finanzen.

Im Ahorner Gemeinderat kurz notiert

Bürgermeister Elmar Haas betonte, dass sich der Einsatz in Sachen ELR-Schwerpunktgemeinde durchaus rentiere. Denn hierfür sei in letzter Zeit die „stolze Summe“ von rund 414 000 Euro in die Kommune geflossen. Diese Entwicklung sei höchst erfreulich, schließlich werde hiermit für den ländlichen Raum etwas getan. Da Ahorn weiterhin Schwerpunktgemeinde sei, ermutigte der Schultes die Bürger, auch in Zukunft Anträge zu stellen.

Sämtliche drei vorliegenden Bauanträge passierten ohne Gegenstimme das Gremium.

Die Erd-, Leitungs- und Straßenbauarbeiten für die Erschließung des Baugebietes „Enges Gründlein“ in Buch führt die Firma Boller Bau aus Distelhausen zum Angebotspreis von 683 194,95 Euro durch. Diese Summe liege um gut 200 000 Euro unter dem ursprünglich berechneten Betrag, so Haas.

Die Erneuerung der Kanalisierung in Berolzheim übernimmt für 465 968,98 Euro das Markelsheimer Unternehmen Bokmeier.

Und auch über die Anbindung der Abwasserbeseitigung wurde im Rahmen dieser Sitzung entschieden. Die Kosten hierfür liegen ebenfalls deutlich unter der ursprünglichen Kalkulation. Den Zuschlag für diese Maßnahme bekam die Firma Leonhard Weiß zum Angebotspreis von 987 033,67 Euro.

Ein Investor beabsichtigt die Errichtung einer Windkraftanlage auf Dittwarer Gemarkung, die zum Windpark Lauda-Heckfeld gehört. Da die Belange der Gemeinde Ahorn nicht betroffen seien, so Bürgermeister Haas. hatten die Räte auch nichts einzuwenden.

Das Gebiet „Wolfsrain“ in Buch werde in absehbarer Zeit nicht als Baugebiet überplant, erklärte der Rathauschef. Dies habe eine Versammlung der zahlreichen Eigentümer ergeben.

Die nächste Gemeinderatssitzung findet statt am Dienstag, 23. Februar, um 19 Uhr in der Eubigheimer Turn- und Festhalle. Und am Dienstag, 30. März, – die Uhrzeit steht schlussendlich noch nicht fest – ist eine weitere Zusammenkunft des Gremiums anberaumt. Nach jetzigem Stand der Dinge könnte dies die letzte Sitzung von Amtsinhaber Elmar Haas sein. ktm

AdUnit urban-intext1

Ahorn. Corona macht’s möglich: Im Ahorner Gemeinderat, der am Dienstagabend in der Eubigheimer Turn- und Festhalle tagte, wurde der Haushalt 2021 in rekordverdächtigem Tempo durchgebracht – und schließlich ohne Gegenstimme verabschiedet.

Gut aufgestellt

Prinzipiell gab es aber auch keinen Anlass zu großer Diskussion, denn die Zahlen belegen: Auch in Zeiten der Pandemie steht die Kommune gut da. Augenblicklich zumindest, denn was die kommenden Monate noch so alles bringen werden, sei der berühmte Blick in die Glaskugel, meinte der Schultes an die Adresse des Gremiums gerichtet.

Für die Kämmerei galt es, bereits den dritten Haushalt nach dem Doppik-Verfahren aufzustellen. Einmal mehr eine Herausforderung, doch schlussendlich sei alles sehr gut über die Bühne gegangen. Klaus Merkert und Alexander Gramlich trugen das Zahlenwerk gemeinsam vor, das belege, wie gut gewirtschaftet werde.

Neue Friedhofssatzung

AdUnit urban-intext2

Demzufolge weise der Ergebnishaushalt für das laufende Jahr Erträge von 6,426 Millionen Euro und Aufwendungen von 6,023 Millionen Euro auf. Im Finanzhaushalt stünden Einzahlungen in Höhe von 10,903 Millionen Euro Auszahlungen über 10,442 Millionen Euro gegenüber. Somit werde allseits von positiven Bilanzen ausgegangen, was als gutes Zeichen gewertet wurde. Während es bei den Themen Wasser und Abwasser eine Überdeckung gebe, habe man im Bestattungswesen „schon traditionell“, so Alexander Gramlich, eine Unterdeckung. In diesem Zusammenhang warf Elmar Haas ein, dass in naher Zukunft eine neue Friedhofssatzung ausgearbeitet werden solle – auch vor dem Hintergrund, dass sich seit geraumer Zeit ein insgesamt höherer Aufwand für die Kommune ergebe.

Für 2021 rechne man damit, dass der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer leicht sinke, im Gegenzug jener an der Umsatzsteuer etwas steige. Die Schlüsselzuweisungen des Landes dürften voraussichtlich um knapp 170 000 Euro nach unten gehen. Dafür rechnet die Ahorner Kämmerei mit einem Anstieg der Gewerbesteuer um 50 000 auf 400 000 Euro.

AdUnit urban-intext3

Das Gesamtinvestitionsvolumen belaufe sich in diesem Jahr in Ahorn auf 5,154 Millionen Euro (2022 werde zum jetzigen Zeitpunkt von 3,693 Millionen Euro ausgegangen). Die bedeutendsten Maßnahmen 2021 sind demnach: Kanalisierung Mischwasserkanal „links der Hauptstraße“ Berolzheim 800 000 Euro, Sanierung Festhalle Hohenstadt 345 000 Euro, Erschließung Wohngebiet „Enges Gründlein“ Buch eine Million Euro, Anschluss von Buch an den Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen 837 000 Euro, Gemeindeverbindungsstraße Buch – Schwarzenbrunn 276 000 Euro, Renaturierungsmaßnahme an Erfa und Hasselbach 132 000 Euro, Bau einer Phosphatfällungsanlage in der Kläranlage 50 000 Euro sowie Erweiterungsbau am Lernhaus Ahorn 788 000 Euro.

AdUnit urban-intext4

Für das laufende Jahr seien keinerlei Kreditaufnahmen vorgesehen, es könnten hingegen 149 880 Euro an Tilgungen geleistet werden. Die Gemeindeverbindlichkeiten befänden sich, so war in der Power-Point-Präsentation weiter zu erfahren, weiterhin im Sinkflug. Sie lägen Ende 2021 bei 1,410 Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 642 Euro bedeute.

Das Fazit von Bürgermeister Elmar Haas: „Das ist insgesamt ein ganz ordentlicher Haushalt.“ Für das weitere Jahr verfüge man über Reserven, um eventuelle Unwägbarkeiten aufzufangen.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt