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Weihnachtsspendenaktion - Ralf Hefner und Gregor Englert organisierten zusammen mit Timo Karaschewski eine Weihnachtsspendenaktion und waren von der Resonanz in der Bevölkerung überwältigt

Jugendraum Eubigheim: 1920 Euro für die Ärmsten der Armen gesammelt

Die Weihnachtsspendenaktion des Eubigheimer Jugendraums erbrachte das Rekordergebnis von 1920 Euro. Das Geld kommt Projekten von ehemaligen Eubigheimern in Manila und Südafrika zugute.

Von 
Elisabeth Englert
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Symbolische Scheckübergabe in Eubigheim, es freuen sich Ralf Hefner, Matthias Langer, Timo Karaschewski, Benno Berberich und Gregor Englert. © Elisabeth Englert

Eubigheim. Sie wollten es unbedingt noch einmal tun. Sie – das sind die ausscheidenden Jugendraummitglieder Ralf Hefner und Gregor Englert. Zusammen mit JugendraumvorsitzenderTimo Karaschewski haben sie ein letztes Mal die Weihnachtsspendenaktion organisiert. Ihr Einsatz hat sich gelohnt. Satte 1920 Euro kamen binnen kürzester Zeit zusammen.

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Anfangs Spendenparty

Was anfangs in der Spendenparty am ersten Weihnachtsfeiertag gründete, an der sich viele zu Studium und Ausbildung auswärts Lebende gerne mit ihren Freunden trafen, wurde durch die Coronapandemie unmöglich. Daher riefen sie, wie im Jahr zuvor, die Bevölkerung zur coronakonformen, kontaktlosen Spendenaktion auf. Diese übertraf all ihre Erwartungen. Das fulminante Ergebnis stellt einen enormen Vertrauensbeweis gegenüber den jungen Erwachsenen dar und zeigt überdies die Verbundenheit mit den begünstigten Hilfsprojekten.

Wie gehabt wurden auch heuer die Projekte zweier ehemaliger Eubigheimer unterstützt, die noch engen Bezug zur Ortschaft haben, regelmäßig zu Besuch kommen, da Eltern und Verwandte hier leben. Zudem entsprechen die in den Projekten Bedachten in etwa dem Alter der Initiatoren, kümmern sich doch beide speziell um Kinder und Jugendliche. Und diese können jedwede Zuwendung gebrauchen, aktuell sogar mehr denn je.

Die begünstigten Projekte

Die Ärmsten der Armen litten unter der Pandemie noch stärker, berichtet Benno Berberich, der stellvertretend für seinen Sohn Tobias, der mit seiner Familie in Erlangen lebt, zur Spendenübergabe kam. Auf Grund dieser seien vielen Familien in den Slums von Manila sowie vielen Obdachlosen die Verdienstmöglichkeiten weggebrochen. Infektionsbedingt sei vieles verboten worden, etwa die zum Leben wichtigen Tagelöhnertätigkeiten. Man habe daher vermehrt in Lebensmittel investiert. Jüngst freuten sich 120 Familien auf Weihnachtspakete gefüllt mit Lebensmitteln.

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Gleichwohl stehe aber weiterhin die fundierte Ausbildung im Vordergrund des von Tobias Berberich nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in den Slums von Manila gegründeten gemeinnützigen Vereins „Paarlang Pag-Asa – Die Schule der Hoffnung“. Denn nur ein qualifizierter Abschluss ebne den Weg aus der Armut, einem Leben als Tagelöhner und strahle positiv auf die gesamte Familie aus.

Mit einem Stipendium von gut 1200 Euro könne man einem jungen Menschen Schulgeld, Schuluniform, Bücher, Hefte, Studiengebühren und dergleichen finanzieren. Doch auch hier bestimmt die Pandemie den Alltag. Der Unterricht finde nicht in Präsenz statt, so dass den ärmsten aller Studenten digitale Endgeräte finanziert wurden. Nur so könnten gleichwertige Verhältnisse gewährleistet werden. Darüber hinaus seien im Sommer 19 weitere Jugendliche für ein Studium in die Komplettförderung aufgenommen worden.

Durch die direkte Weitergabe der Spenden an die Schulverwaltungen entstünden keinerlei Verwaltungsgebühren, so dass jeder Cent der halben Spendensumme in Höhe von 960 Euro vollumfänglich den Bedürftigen zugute komme. „Tobias findet es super, dass die jungen Menschen aus seiner Heimat sich für andere einsetzen, denen es nicht so gut geht“, beschreibt Vater Benno die Dankbarkeit und Freude seines Sohnes.

Nicht minder dankbar und froh ist Simone Langer im weit entfernten Südafrika. Die Eubigheimerin hat nahe des Krüger-National-Parks ihre zweite Heimat gefunden und kümmert sich dort um bedürftige Familien und alleinlebende junge Menschen. Das Wort Familie dürfe hierbei nicht im traditionellen Sinne verstanden werden. Auch verwaiste Geschwister, Großeltern mit Enkelkindern oder alleinerziehende Mütter fielen ebenso darunter wie verwaiste Kinder bei befreundeten Familien.

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Zwar mühten sich die Frauen redlich durch den Verkauf von Obst und Gemüse, Essen oder Handgefertigtem ihren Lieben ein bescheidenes Einkommen zu sichern, doch im Krankheitsfalle müsste die Familie hungern, wäre da nicht Simone Langer mit ihren Essenspaketen oder Gutscheinen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Aktuell lege sie indessen den Fokus stärker auf Hilfe zur Selbsthilfe und unterstütze gezielt junge, verwaiste Erwachsene, deren Eltern einst vor dem Bürgerkrieg aus Mosambik nach Südafrika flohen. Diese jungen Menschen, die zwar die Schule absolvieren durften, mangels Papiere aber keine Abschlusszeugnisse bekämen und demzufolge keinerlei Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten, wollten mit Fleiß und Zielstrebigkeit auf eigenen Beinen stehen, ihr eigenes „Business“ aufbauen.

So ergänze der neue Staubsauger perfekt den bereits selbst finanzierten Hochdruckreiniger auf dem Weg zum „Car-wash“ oder die Motorsäge das Equipment des Holzfällers. Sie kenne alle von ihr Unterstützten persönlich und gerade die beiden jungen Erwachsenen beschritten beharrlich und engagiert ihren Weg, honorierte sie im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. „Ich habe das Gefühl, sie wollen das“, freut sich Langer und erzählt ergriffen von der „sehr großen, herzlichen Dankbarkeit.“

Als nächstes plane sie einem jungen Menschen eine Ausbildung zum Koch zu ermöglichen. Diesen Gedanken trage sie schon länger mit sich herum, doch „die Ausbildung kostet richtig Geld.“ Nun mit den Spenden aus der Heimat könne sie diese Idee umsetzen, freut sie sich. Die Arbeitslosigkeit betrage circa 40 Prozent, die der Jugend liege noch drüber. Schmunzelnd nahm ihr Bruder Matthias die Spende entgegen, da „Simone nicht extra herfliegen konnte.“

Freude über große Resonanz

Angesichts der konkreten Schilderungen der Hilfen in Manila und Südafrika freuten sich die drei Hauptverantwortlichen einmal mehr über ihre Entscheidung, den Spendenaufruf zu starten. Die Resonanz seitens der Bevölkerung sei schon immer gut gewesen, doch habe sie dieses Jahr alle Erwartungen übertroffen. „Das ist nun ein schöner, sinnvoller Abschluss unseres Engagements im Jugendraum“, strahlt Ralf Hefner. Und Gregor Englert schiebt hinterher, wie wertschätzend und ermutigend manch Kommentare auf den Spendenkuverts waren. „Weiter so oder tolle Aktion, das hat uns echt bestärkt.“

Darüber hinaus spiegle dies den Rückhalt der Jugendlichen im Ort sowie die Verbundenheit zu den Hilfsprojekten, die beide zu 100 Prozent in den Genuss der Spendengelder kommen. Auch Timo Karaschewski ist „überwältigt“ von diesem Rekordergebnis und wagt mit einem Blick in die Zukunft, dass auch mit seinem neuem Co-Vorsitzenden Noah Mehrbrei dieses Engagement fortgesetzt werde.

Ach ja – da in Südafrika viel und gerne gegrillt wird, gibt auch die südafrikanische Eubigheimerin ihr Bestes, passt sich diesen Essgewohnheiten an und unterstützt das Geschäft ihres jungen Bekannten, „da brauchen wir Holz“, lacht sie.

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