Gemeinderat - Freude über gutes Haushaltsjahr 2017 und die lang ersehnte Abrissgenehmigung für alte Gebäude im Ortskern In Schillingstadt tut sich bald was

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Sabine Holroyd
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Die Tage der alten Gebäude im Ortsetter von Schillingstadt sind gezählt. Bald wird mit dem Abbruch begonnen. © Sabine Holroyd

Die Freude über ein gutes Haushaltsjahr 2017 und die lang ersehnte Abbruchgenehmigung für Gebäude in Schillingstadt bestimmte die Sitzung des Gemeinderats Ahorn am Dienstag.

Gemeinderat in Kürze

Die Belange der Gemeinde Ahorn werden durch die Aufstellung des Bebauungsplans „Ritterberg II“ in Königheim – Wiederaufnahme des Bebauungsplanverfahrens – nicht berührt. Dies beschloss der Gemeinderat Ahorn in seiner Sitzung in Schillingstadt einstimmig.

Ebenfalls werden die Belange der Gemeinde Ahorn durch die Neuaufstellung des Bebauungsplans „Tannenweg“ in Gissigheim im beschleunigten Verfahren nicht berührt. Auch dies beschloss der Gemeinderat einmütig.

Dem Gemeinderat wurde der Beteiligungsbericht zur Kenntnis gegeben.

Der Gemeinderat Ahorn trifft sich zu einer Klausurtagung zum Thema „Neues Haushaltsrecht“ am Samstag, 8. Dezember.

Nächste öffentliche Sitzung ist am Dienstag, 11. Dezember, um 18.30 Uhr in Hohenstadt. sk

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Ahorn. „Das Haushaltsjahr 2017 war sehr erfreulich“, verkündete Klaus Merkert im Rathaus von Schillingstadt. Viele Unterlagen und noch mehr Zahlen hatte der Kämmerer mit in die Sitzung gebracht, um dieses positive Ergebnis zu „illustrieren“.

Hauptverantwortlich für die gute Stimmung ist die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt 2017. Sie bewegte sich im vergangenen Jahr mit 1 283 798 Euro auf einem absoluten Rekordniveau. Im Verwaltungshaushalt hat sich unter anderem der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer verbessert und liegt in der Jahresrechnung bei 1 045 000 Euro.

Höhere Pachteinnahmen

Zu den erfreulichen Zahlen trug auch der Gemeindewald bei. Die Pachteinnahmen wurden im Planungsansatz mit 333 000 Euro veranschlagt, tatsächlich wurden aber 445 483 Euro eingenommen – eine Ergebnisverbesserung von satten 112 000 Euro. Die Zuführungsrate in Höhe von 1 283 798 liegt um gut 500 000 Euro höher als veranschlagt.

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„Wir gehen davon aus, dass auch 2018 sehr erfreulich wird“, zeigte sich Klaus Merkert optimistisch. Für 2018 betrage der Haushaltsansatz 748 000 Euro. „Wir rechnen damit, dass wir wieder eine Zuführungsrate von über einer Million Euro erwirtschaften werden. Das wollen wir hinkriegen“. Momentan liegen beispielsweise die Einnahmen bei der Gewerbesteuer bei 466 000 Euro. Das entspricht einem Plus von 216 000 Euro.

Bei den wesentlichen Planabweichungen schlagen vor allem die 50 214 Euro für die Kindertagesstätten zu Buche. Das wollte Bürgermeister Elmar Haas nicht unkommentiert stehen lassen: „Die Kosten für die Kinderbetreuung steigen und steigen, und ein Ende ist nicht abzusehen. Für jedes Kind ist das ein Zuschussbetrieb. Die Elternbeteiligung liegt zwischen 15 und 20 Prozent der Kosten, die restlichen 80 Prozent Zuschüsse kommen vom Land, ein paar Euro übernimmt die Kirche, und den Rest zahlt die Gemeinde.“ Was im Umkehrschluss natürlich nicht heißen soll, dass sich der Bürgermeister nicht über jeden kleinen Neubürger in seiner Gemeinde freut.

„Man soll’s nicht glauben“

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Seit kurzem liegt nun auch die lang ersehnte denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Abriss der Gebäude in der Langen Straße 44 im Ortsetter von Schillingstadt vor. „Man soll’s nicht glauben“, kommentierte dies Bürgermeister Haas. Die Häuser werden demnächst abgebrochen. Die Grundstücke sollen verkauft werden. Den Auftrag zum Abbruch bekam die Firma Eckert aus Königshofen.

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Der Schuldenstand der Gemeinde lag am 31. Dezember 2017 bei 2 135 517 Euro (2 103076 Euro am 1. Januar 2017). Bei insgesamt 2209 Einwohnern (Stichtag 30. Juni 2017) betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 966 Euro, 33 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Bürgermeister Haas hatte am Dienstag schon wieder neuere Einwohnerzahlen parat: Zum 30. Juni 2018 lebten 2207 Menschen in der Gemeinde Ahorn. Klaus Merkert informierte außerdem über die Rücklage: Maximal können 125 406 Euro entnommen werden.

Immer wieder kam im Rathaus von Schillingstadt auch das Thema „Doppik“ auf den Tisch. Bei den kostenrechnenden Einrichtungen werde bei der Doppik dann zum Beispiel viel konkreter zugeordnet, sagte Klaus Merkert. Der Kämmerer wies auch auf die Schwierigkeiten bei der Umstellung hin: „Da kann man keine Haushaltsreste mehr bilden. Dieses Instrument fällt weg. Deshalb muss ich versuchen, einen sauberen Schnitt hinzubekommen.“

„Freude“ über Doppik

Die Doppik, sie ist auch ein „Lieblingsthema“ des Bürgermeisters: „Sie bringt der Kämmerei mehr Arbeit – ob wir es wollen oder nicht – und sie ist mit viel mehr Aufwand verbunden. Doch das bekommen wir so vorgegeben. Das macht dann alles Freude bei der Umsetzung“, so der Rathauschef sarkastisch.

Überall gibt es noch mehr Arbeit

Auch das Einwohnermeldeamt habe durch die neuen elektronischen Ausweise noch viel mehr zu tun. „Einen Pass auszustellen bedeutet nun dreifachen Aufwand“, sagte er in seinem kleinen gedanklichen „Ausflug“ in die Verwaltungsarbeit.

Der Gesamthaushalt der Gemeinde umfasst 9 198 215 Euro. „Das Haushaltsjahr 2017 ist durch die gute Steuereinnahmen-Situation und einen nicht unerheblichen Erlös aus Mieten und Pachten gut gelaufen“, lautete das Fazit des Bürgermeisters. „Wegrechte, Wind- und Solarpark sind mit 400 000 Euro pro Jahr eine wichtige Einnahmequelle, wenn man bei den Themen Schülern und Senioren mithalten will“, sagte er.

Der Gemeinderat fasste den Feststellungsbeschluss einstimmig, auch genehmigte das Gremium einmütig die über- und außerplanmäßigen Ausgaben.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim