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Am Lernhaus Ahorn - Rotary Club Tauberbischofsheim startet an der Bildungseinrichtung ein Pilotprojekt mit Innovationstheater „Q-Rage“

Ganz besondere Unterrichtseinheit zum Thema Mobbing in Ahorn

Von 
rctbb
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Bei der Scheckübergabe (von links): Wolfgang Eble (Leiter Weißer-Ring Main-Tauber-Kreis), Elmar Haas (Vorstandsmitglied Förderverein Lernhaus Ahorn), Carmen Stemmler (Rektorin Lernhaus Ahorn), Steffen Wiesinger und Stefan Kemmer (beide Rotary Club Tauberbischofsheim). Alle abgebildeten Personen sind vollständig geimpft und getestet (2G plus). © Rotary Club

Ahorn/Eubigheim. Eine ganz besondere Unterrichtseinheit bekamen rund 75 Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn im Lernhaus Ahorn geboten. Auf Initiative und durch die Spende von 1000 Euro des Rotary Clubs Tauberbischofsheim und in Kooperation mit dem Weißen-Ring gastierte das Innovationstheater Q-Rage aus Ludwigsburg mit seinem Stück „Am Limit“ im Lernhaus.

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Der Kontakt kam auf Anregung des Weißen-Rings/ Außenstelle Main-Tauber-Kreis, im Rahmen dessen Präventionsarbeit zustande. Die rund einstündige Vorstellung galt dem Thema Mobbing. Die Aufführung war bereits im letzten Jahr geplant, musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Umso erfreulicher war es, dass sie nun in diesem Jahr, unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln, stattfand. Die Vorstellung wurde kurzfristig in die weiträumige Turnhalle verlegt, diese war währenddessen stets ausreichend belüftet und alle hatten sich zuvor einem Schnelltest unterzogen.

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Statistiken zeigen, dass seit Beginn der Pandemie, Gewalt und Aggression stark gestiegen sind. So ist das Thema brisanter denn je. Mit nur zwei Schauspielern und effektvollen Videosequenzen gelingt den Machern eine abwechslungsreiche Szenerie. Im Stück stellen die Protagonisten zwei bis dato beste Freunde dar, die die Übergriffe eines Mitschülers gegenüber einer neuen Schülerin unterschiedlich bewerten. Was für den einen nur Spaß ist und er die Meinung vertritt, dass sich das Opfer selbst helfen müsse, ist für die andere unfair und übergriffig. Während der eine die Freundschaft zum Täter nicht gefährden will, stellt sich die andere couragiert dem Opfer zur Seite und dem Täter entgegen. Dadurch bekommt das Geschehen eine Eigendynamik – der Ignorante wird zum Handlanger des Täters, die Helfende wird selbst zum Opfer.

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Veröffentlicht
Von
Sabine Braun
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Die beiden Schauspieler fungieren während des Stücks nicht nur als Akteure, die die Dynamik einer Mobbing-Situation aufzeigen, sondern auch als Ansprechpartner für die Schüler. Zwischen den einzelnen Szenen werden die Schüler direkt auf das Geschehen angesprochen und das Gesehene wird gemeinsam mit den Schauspielern reflektiert.

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Das Stück endet mit einer Konfliktsituation, die offen lässt, ob sich die Freundschaft wieder festigt oder zugrunde geht. In der abschließenden Reflexion schildern die beiden Schauspieler ihre Empfindungen in der jeweiligen Rolle – keiner von beiden hat dabei ein gutes Gefühl.

Damit endet zwar das Theaterstück, jedoch nicht das Projekt. Das Innovationstheater stellt den Lehrkräften umfangreiches Material zur Verfügung, um die Problematik im Unterricht weiter zu bearbeiten. Im Fall vom Lernhaus Ahorn soll dies in den nächsten Wochen im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichtes stattfinden. Abgerundet wird das Projekt durch den Besuch eines ausgebildeten Konfliktcoachs zwei Wochen später.

Dieser wird, gemeinsam mit Vertretern der SMV und den Streitschlichtern der Schule, noch anstehende Fragen und Unsicherheiten bearbeiten, weitere Anregungen zum Umgang mit Mobbing und Gewalt aufzeigen und die Möglichkeit zu einer abschließenden Reflexion anbieten.

Das Pilotprojekt des Rotary-Clubs Tauberbischofsheim fand bei allen Zuschauern – Schülern, Lehrkräften und Initiatoren – sehr großen Anklang. Die Thematik wurde anschaulich und altersgerecht, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger – eher durch Denkanstöße und Hinweise auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen – vermittelt. Der Fokus lag nicht in der Verurteilung, sondern in der Anregung, Situationen zu hinterfragen und im Appell an die Zivilcourage jedes Einzelnen. rctbb

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