Mitgliederversammlung

FC Eubigheim um Theater-Abteilung erweitert

Sportlerfamilie wählte neuen Vorstand und stellte Weichen für erfolgreiche Zukunft. Mit Maximiliane Merkert erstmals eine Frau zur Vorsitzenden gewählt

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Mit herzlichen Worten wurde Norbert Merkert verabschiedet, (von links): Klaus Rotter, Carsten Kistner, Bürgermeister Benjamin Czernin, Norbert Merkert, Ortsvorsteher Roland Englert und Maximiliane Merkert. © Elisabeth Englert

Eubigheim. Sport, Kultur, Wahlen, Satzungsänderungen, stehende Ovationen – die Mitgliederversammlung des FC Eubigheim in der gut gefüllten Turn- und Festhalle barg viele wichtige Tagesordnungspunkte. Gemein war fast allen, dass sich die Pandemie wie ein roter Faden durch die Berichte zog.

Nach Begrüßung und Totengedenken rekapitulierte Vorsitzender Carsten Kistner ein von Corona geprägtes Vereinsjahr, in dem das To go-Geschäft dominierte. Er freute sich über dessen hohe Akzeptanz.

471 Mitglieder hielten im Jahr 2021 dem Verein die Treue. Das Multifunktionskleinspielfeld, die Berieselungsanlage sowie die Sportplatzerhaltung bestimmten die Vorstandssitzungen, berichtete Schriftführerin Maximiliane Merkert.

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Nachfolgend spiegelten die Abteilungsberichte die Vielseitigkeit des Vereins und präsentierten ein breites Angebot für Jung und Alt. Nachdem Klaus Rotter vom Abteilungsleiter Tischtennis als Vorsitzender in den geschäftsführenden Vorstand wechselte, beerbte ihn der aus der leidenschaftlichen Tischtennis-Familie stammende Konstantin Panzer. Die Herren belegten mit 10:10 Punkten den vierten Platz, in der Pokalrunde den zweiten. Nach 399 Einsätzen beendete Lothar Hofherr seine Spielerkarriere. Erleichtert zeigte sich Panzer, dass nach der Coronapause das Kinder- und Jugendtraining wieder möglich ist und 19 Aktive von der „hochmotivierten und erfolgreichen“ Jennifer Lang betreut werden. Von der grünen Platte zum kindgerechten Spieleparcours.

Je 15 Kinder von ein bis drei Jahren sowie von vier bis sechs Jahren werden von Katharina Ellwanger und Alexandra Berner im Li-La-Laune-Turnen an Bewegung und Körpergefühl herangeführt. Durch das ansprechende Angebot habe man Zuwächse aus anderen Ortsteilen.

Von den Kleinsten zu den ältesten Aktiven. Mehrere Damen jenseits der 80 besuchen regelmäßig die Gymnastikstunden. In zwei Gruppen zu je zwölf beziehungsweise 14 Frauen betätigen diese sich für ihre Gesundheit, berichtete Übungsleiterin Angelika Blesch.

Stolze 51 Mal sportelten die „Muskelkatzen“ in der Halle oder im Freien. Während der Fußballtrainingspause werde das Angebot auch von den Kickern genutzt, so Katharina Englert und Melissa Frodl, die an der Gymwelt Convention teilnahmen, um die hohe Attraktivität ihres Angebots zu gewährleisten. Übungseinheiten mit externen Gästen böten Inspiration und Abwechslung.

An 13 Läufen, beginnend mit dem Friedenslauf für die Ukraine bis hin zum Lichterlauf in Rothenburg als Saisonabschluss, beteiligten sich übers Jahr verteilt quer durch alle Altersklassen 13 Läufer des Lauftreffs, so Christian Scholz.

Mit einem Aktionstag den Mehrwert des Sports vermitteln, plant Jugendleiter Sven Dünzl, da es etliche Jugendliche gebe, die nicht in einer Mannschaft spielten. Aktuell habe die Abteilung zwölf aktive Kicker, die sich von den Bambini bis hin zu den A-Junioren verteilten.

Breit angelegt sind die Aktivitäten der AH. Heinz Wagner erinnerte an coronakonforme Walkingtouren, den Ausflug nach Aachen sowie an Arbeitseinsätze am Kleinspielfeld, das nun rege genutzt werde.

SG Ahorn gut gestartet

Von einer „mehr als gelungenen Hinrunde“ sprach Fußballabteilungsleiter Benjamin Wörner und blickte auf die letzte eigenständige Saison, die Bildung der SG Ahorn (wir berichteten bereits ausführlich) sowie das Überwintern auf dem zweiten Tabellenplatz zurück.

Geschlossenes Sportheim bei laufenden Fixkosten – die Pandemie prägte auch die Finanzen. Dennoch sei man „mit einem blauen Auge davongekommen“ fasste Kassierer Dirk Geier am Ende seines professionellen Berichts zusammen. Hans-Peter Scherer bescheinigte ihm eine einwandfreie Kassenführung.

Einmütig wurden die von Rotter vorgetragenen Satzungsänderungen beschlossen, in denen unter anderem der Vereinszweck auf Kunst und Kultur erweitert wurde, womit der Vorhang zum nächsten Punkt aufging.

Neue Sparte

Mit der neuen Sparte „Theater“ entwickle man sich hin zum Kulturträger. Angestoßen wurde dies durch die Auflösung der Amateurbühne Boxberg. Deren ehemalige Mitglieder Daniel Wittmann und Vera Scherer mit Regie-, Maskenbildner- und Schauspielerfahrung zeichneten für ein abendfüllendes Theaterstück im Herbst 2023 verantwortlich, erklärte Bürgermeister Benjamin Czernin, als begeisterter Laienschauspieler der Dritte im Bunde der Mimen.

Norbert Merkert, ebenfalls der Dritte im Bunde der rührigen Vorsitzenden informierte über den Allwetterplatz. Nach 572 Stunden Eigenleistung verabschiedete sich der FC „von unten“ nach einem letzten Training auf dem alten Sportplatz. Als „Gänsehautmoment“ beschrieb der leidenschaftliche Fußballer seine Emotionen. Ausdrücklich dankte er Czernin für die gute, konstruktive Zusammenarbeit. Man habe finanziell den Verein unter Druck gesetzt, doch wolle man „gestalten, nicht nur verwalten.“ Daher sei er zu 100 Prozent von diesem Projekt überzeugt. In eigener Sache werde er nun einen Schritt zurücktreten, als Beisitzer seinem „Herzensverein“ erhalten bleiben. Ein neuer Nachfolger bringe neue Impulse.

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands, beantragt durch Czernin, brachte dieser seine Freude über die gut funktionierende Spielgemeinschaft zum Ausdruck, bezeichnete den Verein als „tragende Säule“ im Ort, bevor er zu den Wahlen überleitete.

Neuwahlen

Erfreulicherweise wurden alle Posten besetzt, ein Indiz für die Verbundenheit mit der Vereinsfamilie. Carsten Kistner und Klaus Rotter fungieren weiterhin als Vorsitzende. Maximiliane Merkert wechselt vom Amt der Schriftführerin ins Triumvirat der Vorsitzenden und ist damit die erste Frau an der Spitze in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte.

Dirk Geier bleibt Schatzmeister, Gregor Englert übernimmt das Amt des Schriftführers. Im erweiterten Vorstand sind Benjamin Wörner und Sven Dünzl für Senioren- und Jungendfußball, Angelika Blesch für Gymnastik, Konstantin Panzer für Tischtennis und Daniel Wittmann für Theater. Als Beisitzer fungieren Steffen Berner, Maximilian Berger, Michael Dötter, Marco Dünzl, Beate Friedrich, Norbert Merkert, Ralf Schwarz, Leon Strenkert und Franziska Wrana. Kassenprüfer bleiben Ingeborg Brauch und Hans-Peter Scherer.

Ein Großteil ihrer FC-Verbundenheit sei ihr von ihrem Vater Norbert in die Wiege gelegt worden, so die neue Vorsitzende persönlich, die für das ihr entgegengebrachte Vertrauen dankte.

Norbert Merkert verabschiedet

In herzlichen Worten ließ Kistner die Vita Merkerts Revue passieren, der vom Spieler bis zum über zehn Jahre langen Vorsitzenden ziemlich viel erlebt habe. Das sei „meisterlich“, honorierte er und auch die Anwesenden wertschätzten Merkerts Verdienste mit Standing Ovation.

Bürgermeister Czernin und Ortsvorsteher Englert würdigten die Unkompliziertheit, die Projekte sowie das unvergessene Jubiläum. „Das war ganz großes Kino“, so Englert.

Mit einem Ausblick auf geplante Aktivitäten endete die umfangreiche Versammlung.