Bürgermeisterwahl - Der Volkacher Dirk Klein hat sich um den Posten auf dem Chef-Sessel im Rathaus beworben Ahorn als Wirtschaftsstandort stärken

Von 
Harald Fingerhut
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Dirk Klein möchte Bürgermeister in Ahorn werden. © Harald Fingerhut

Mit dem Volkacher Dirk Klein hat ein zweiter Bewerber für die Bürgermeisterwahl in Ahorn seine Unterlagen auf dem Rathaus in Eubigheim abgegeben.

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Ahorn. Nun haben die Ahorner Bürger beim Urnengang am Sonntag, 14. März, doch noch die Qual der Wahl. Nach Benjamin Czernin aus Schwabhausen hat am Donnerstag kurz vor Bewerberschluss noch Dirk Klein seinen Hut in den Ring geworfen.

Dirk Klein ist 48 Jahre alt und lebt in Volkach. Seine Wurzeln liegen jedoch im Ruhrgebiet. Er erblickte in Dortmund das Licht der Welt. Dort sollte er nur eine kurze Zeit seines Lebens verbringen. Seine Eltern waren berufsbedingt viel unterwegs, wechselten öfter den Wohnort. Dirk Klein machte die Mittlere Reife an der Wirtschaftsschule und anschließend eine Lehre zum Steinmetz. Diesen Beruf übte er auch einige Jahre aus, ehe er von 1996 bis zum Jahr 2000 als Geschäftsführer und Inhaber einer Baufirma in Kroatien tätig war.

Im Jahr 2000 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete wieder als Steinmetz. 2005 erwarb er den Lkw-Führerschein und war neun Jahre auf Deutschlands Straßen unterwegs. Danach folgte eine Umschulung mit dem Abschluss Kaufmann im Büro-Management. Derzeit ist er bei der Firma Iglhaut in Marktbreit in der Kundennachbetreuung und im Gebäudemanagement tätig.

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Dirk Klein ist geschieden und hat zwei erwachsene Töchter. In seiner Freizeit liest er gerne Sachbücher, vor allem auch über Politik, und geht gerne in der freien Natur spazieren. Er ist parteilos. „Ich war zwar immer politisch interessiert, fühlte mich aber nie einer Partei eng verbunden“, stellt Dirk Klein fest.

Das Faible für Politik wurde ihm mehr oder weniger in die Wiege gelegt, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung: „Meine Eltern waren politisch sehr interessiert und haben immer nachgehakt, ob das, was jemand sagt, möglich ist oder nicht.“ Diese kritische Haltung, auch gegenüber Politikern und deren Aussagen, habe ihn geprägt und sei auch heute noch für seine Grundhaltung maßgebend. Deshalb war für ihn lange klar:„Für mich stand immer fest, dass ich mich irgendwann politisch engagieren werde.“

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Doch es sollte bis zu seinem 47. Lebensjahr dauern, bis er sich entschloss für ein politisches Amt zu kandidieren. Die Initialzündung war die Bürgermeisterwahl im baden-württembergischen Hilzingen. „Ich stieß eher durch Zufall darauf und fragte mich, was da eigentlich vorgeht“, erläutert er. „Es gab Ärger wegen einer Kiesgrube.“ Der Verfahrensweg sei korrekt gewesen, stieß aber bei den Bürgern auf Unverständnis. Auch das Verhalten einiger Kommunalpolitiker verwunderte ihn. Also entschloss er sich zu kandidieren. „Ich bin zu spät in den Wahlkampf eingestiegen und hatte deshalb auch keine Chance“, blickt er zurück. Er sei damals auf die Leute zugegangen, habe gute Gespräche geführt und seine Lehren daraus gezogen: „Wichtig ist, dass man auch verwaltungstechnisch einwandfreie Abläufe den Bürgern erklären muss, um sie mitzunehmen.“ Und er kam zu dem Schluss, dass er wieder kandidieren wolle.

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Also sondierte er in der Folge das kommunalpolitische Feld und hielt Ausschau nach Kommunen, die einen neuen Rathaus-Chef suchen. Dabei stieß er auf Grünsfeld, Boxberg und Ahorn. „Aufgrund der Größe der Kommune fiel meine Wahl auf Ahorn“, sagt er. „Ich fühle mich in kleinere Einheiten einfach wohler.“ Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute in Dörfern mehr zusammenhalten. Und man könne besser und einfacher mit einander reden. „Ich schätze das Familiäre.“

Denn eines seiner Hauptanliegen ist es, eine Verwaltung zu installieren, die als oberstes Gebot „Bürgerfreundlichkeit und -nähe“ hat. „Verwaltungen und Bürgermeister haben immer einen Spielraum und diesen möchte ich für den Bürger nutzen“, so der 48-Jährige. „Für mich ist auch der Ton wichtig, der bei Gesprächen vorherrscht. Er sollte von Freundlichkeit bestimmt sein.“

Zudem glaubt er, dass Ahorn weniger eine Verwaltung brauche, als eine öffentliche Hand, die gestaltet. „Ich werde im Falle meiner Wahl, ein Hauptaugenmerk auf den Ausbau Ahorns als Wirtschaftsstandort legen“, nennt er eines seiner wichtigsten Ziele. „Die Steuereinnahmen der Gemeinde sind nicht rosig und werden es in naher Zukunft nicht sein. Da gilt es Ideen zu entwickeln, um das zu verbessern.“

Die Ansiedelung von Gewerbe sieht er auch als einen entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche Bearbeitung eines zweiten Themenschwerpunkts: „Die Bevölkerungszahl ist in Ahorn seit Jahren rückläufig. Dem gilt es entgegenzuwirken. Da helfen natürlich Arbeitsplätze am Ort.“ Doch ihm schwebt auch vor, bessere Angebote für die Jugend zu etablieren, damit sie nicht wegziehen. Und natürlich soll Ahorn gerade für Familien ein reizvoller Wohnort sein.

Zudem will Dirk Klein als Bürgermeister auch ein guter Fürsprecher der Gemeinde Ahorn auf Landes- und Bundesebene sein. „Ich denke, als Bürgermeister muss ich auch die Interessen meiner Bürger vertreten und das Beste für sie rausholen“, nennt er eine weitere Zielsetzung.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter der Main-Tauber-Kreis-Redaktion, Schwerpunkte auf den Kommunen Königheim und Tauberbischofsheim.