Neujahrskonzert

Weiter musikalischer Bogen

Mars-Quartett aus Freiburg gastierte in Adelsheim im Kulturzentrum

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Dirk Altmeppen
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Das Mars-Quartett aus Freiburg gastierte in Adelsheim. © Dirk Altmeppen

Adelsheim. Et tamen vivit – und sie lebt doch (noch), die Kultur- und Konzertgemeinde Adelsheim! Am 15. Januar fand das Neujahrskonzert im Kulturzentrum statt. Mit dem Mars-Quartett aus Freiburg spannten junge Künstler einen weiten Bogen von der frühen Barockzeit bis in das 20. Jahrhundert. Die Interpreten waren Benjamin Hofmann/Maximilian Berger Violine, Elias Falk Viola und Pedro Bericat Violoncello.

Die Kunst der Fuge, BWV 1080 wurde für das Streichquartett arrangiert. Diese sehr streng gehaltene Melodienführung forderte den Künstlern viel Akkuratesse und Disziplin ab. Sie haben es bravourös gemeistert. Im Contrapunctus III machte Bach eine Verbeugung vor Friedrich II, der ihm das Thema als musikalisches Opfer aufgetragen hatte; ein selbstreferenzielles Zitat – sehr schön.

Das Streichquartett C-Dur op.20/2 von Joseph Haydn ist eins von sechs Streichquartetten. Dies der Frühklassik zuzuordnende Stück bot den Künstlern einen weiten Raum für Dynamik, schnelle Melodieführung und Hinweis auf die Musikentwicklung seiner, Haydns Werke und die der ihm nachfolgenden Komponisten.

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So entließen die Künstler ihr Publikum in die Pause. Anne Sitte, Gabi Genieser und Peter Sitte ermöglichten durch ihre Bewirtung dem Publikum einen kleinen Ersatz für die in früheren Jahren stattgefundenen Jahresempfänge. Die Crisantemi von Giacomo Puccini führten in den zweiten Teil der Matinee. Diese wohl als Trauermusik komponiert, forderte in ihrer schwierigen Melodienführung den Künstlern viel ab. Auch das Publikum war gefordert, dem Stück zu folgen, was in seiner Tonalität in die Neuzeit reichte. Gleichwohl eine sehr gute Darbietung.

Krönenden Abschluss bildete das Streichquartett Es-dur von Fanny Hensel. In Dynamik, Farbigkeit, Zärtlichkeit des 3. Satzes stand das Werk dem Oktett Es-Dur ihres Bruders Felix Mendelssohn in nichts nach. Diese Aufführung und die Matinee insgesamt waren brillant. Das Publikum war begeistert und honorierte die gesamte Darbietung mit lang anhaltendem Applaus.

Die Besucherzahl dieser Matinee lag leicht unter den Erwartungen. Das Abonnementswesen hat sich noch nicht wieder eingespielt. Dies sprach H. Lang in seinem Schlusswort auch offen an. Der jüngste Zuhörer war neun Jahre alt. Was kann man einem jungen Menschen besseres bieten als seine Hinführung zu Bildung und Kultur! In Adelsheim fand dies statt. Dirk Altmeppen