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125 Jahre Turnverein Sennfeld - Heute ist aus den zwei Sportlern von einst ein Verein für den Breitensport mit knapp 500 Mitgliedern geworden / Alles begann in Adelsheims Stadtteil im März 1897

Turnverein Sennfeld begeht 125 Jahr-Jubiläum

Von 
Christian Göckel
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Das Bild entstand im Juli 1909 bei der Fahnenweihe. © TV Sennfeld

Sennfeld. Der Turnverein Sennfeld kann auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurückblicken. Alles begann im März 1897. Im Gasthaus „Deutscher Hof“ in Sennfeld beschlossen zwei Männer, einen Turnverein zu gründen.

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Bereits am 11. April 1897 fand die erste Generalversammlung des Vereins mit Wahl des Vorstands im Gasthaus zum „Grünen Baum“ statt. Dieser verabschiedete eine Turnordnung mit 24 Artikeln und stellte einen erfolgreichen Antrag auf Beitritt zum Main-Neckar-Turngau. Dies war zugleich der Beginn einer bis heute starken Präsenz im dörflichen Gemeindeleben.

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Schon 1909 fand ein Bezirksturnfest in Sennfeld statt. In diesem Rahmen wurde auch die Vereinsfahne geweiht, die heute – frisch restauriert – zu sehen ist. Bei allen Gau-, Kreis- oder Bezirk-Festen waren Turner des Vereins am Start und stets sehr erfolgreich.

Doch schnell folgte die erste jähe Zäsur: Die Weihnachtsfeier im Januar 1914 im Gasthaus zum Ross war die letzte Feier vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Der TV verlor in diesem Krieg viele aktive Turner. Doch man rappelte sich auf. 1919 gab es unter Mithilfe des gesamten Dorfes wieder ein Bezirk-Turnfest in Sennfeld. In den Folgejahren war eine überaus erfolgreiche Vereinsarbeit möglich. Hierbei waren immer wieder die Namen Rau, Gabel, Knörzer, Neidig und Rappold zu lesen. 1922 erfolgte die Gründung einer Damenriege im Turnen. Zuvor gab es große Bedenken bezüglich der Kleiderordnung und der Sittlichkeit, aber die Damen setzten sich am Ende durch. In den Jahren bis 1935 stand der Verein vor der Auflösung. Der Besuch der Turnstunden war schlecht und auch die finanzielle Situation des Vereins war desaströs. Die Wintervergnügen des TV sowie auch Meisterschaften konnten nur unter großen Schwierigkeiten aufrechterhalten werden. Ein ganz besonderes Erlebnis für die Mitglieder hingegen war die Teilnahme am Deutschen Turnfest im Juli 1933 in Stuttgart.

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Bei der Generalversammlung im Juli 1936 wurde auf Antrag von Viktor Vogel eine Fußballabteilung in den TV aufgenommen. Doch erneut schlug das Schicksal zu: Es waren dann die Zeiten des Zweiten Weltkrieges, die eine Vereinsarbeit unmöglich machten.

Im März 1949 erfolgte die Wiedergründung des Vereins durch den Vorstand. Bei der Militärregierung wurde der Antrag auf Genehmigung des Vereins gestellt. Ein Aufnahmeantrag ging an den Badischen Sportbund. Ab diesem Zeitpunkt fanden immer wieder Kreis-, Gau- und Bezirk-Turnfeste in Sennfeld statt, in turnerischer Hinsicht überaus erfolgreiche Veranstaltungen.

Um dieses hohe Niveau halten zu können, wollte man auch in den Wintermonaten Übungsstunden abhalten. So entstanden dann Pläne für eine Halle. Große Eigenleistungen vom VfB und dem Turnverein machten dies möglich. Am 18. September 1955 fand die offizielle Einweihung der Turn- und Festhalle statt.

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Im gleichen Jahr war der TV Gastgeber für das Main-Neckar-Turnfest. In den 60er Jahren vertraten die Turnerkinder den TV Sennfeld bei allen Turnfesten beziehungsweise Wettkämpfen würdig.

Im Juli 1970 gab es nach zehnjähriger Pause wieder eine Faustballmannschaft. 1971 wurde der neu geschaffene Faustballplatz im Fischbachtal – verbunden mit einem Feld-Faustball-Turnier – eingeweiht. Ab 1976 gab es beim TV eine weibliche Volleyball-Mannschaft. Die Faustballmannschaft der JVA Adelsheim trat 1977 dem TV bei.

Beim ersten Dorffest in Sennfeld war auch der TV wieder voll dabei, denn der Gewinn des Festes wurde für den Erhalt der Turnhalle abgeführt.

Seit 1992 gibt es eine Gruppe „Mutter-Kinder“ für Kinder ab drei Jahren. 1996 schloss sich Ina Reichmanns Voltigiergruppe dem Verein an. Im gleichen Jahr gab es über den Sportbund ein neues Angebot „Prävention und Rehabilitation im Verein. Für dieses Angebot war es nötig, besonders ausgebildete Übungsleiter zu haben. Nach erfolgreicher Schulung bekam der TV das Zertifikat „Pluspunkt Gesundheit“. 1997 feierte der Verein das 100–Jahr-Jubiläum mit dreitägigem Festprogramm. In den folgenden Jahren wurde in allen Abteilungen des Vereins gute, sportliche Arbeit geleistet. Ab 2001 konnte wieder eine Sportgruppe für Männer angeboten werden.

Laufend wurden beim TV auch Kurse angeboten – wie Rückenschule, WS-Gymnastik, Warmwassergymnastik, Nachsorgekurse für Krebskranke, Yoga und auch Walking. Mit einem Ehrenabend wurde im Oktober 2007 das 110-Jahr-Jubiläum gefeiert. Am 11. Oktober 2008 bot der TV in der Halle den ersten Sennfelder Herbst an. Dieser ist in der Zwischenzeit ein fester Termin im Veranstaltungskalender. 2014 kam das Projekt „Pfiff“ auf die Sportvereine zu. Dies ist eine zusätzliche Förderung von Kindern im sportlichen Bereich. Heute bestehen mit allen drei städtischen Kindergärten Kooperationen. Einmal pro Wochen führt der Verein die Zusammenarbeit mit den Kindergärten vor Ort durch. Die Arbeit beziehungsweise Einsatzmöglichkeiten der Übungsleiter wurden immer umfangreicher. So war es erforderlich, für den reibungsfreien Ablauf im Turnbereich eine Verstärkung zu finden. In Kooperation mit der Schule am Ort schrieb der Verein ab 2015 eine FSJ-Stelle aus. Mit Hilfe der Dietmar- Hopp-Stiftung konnte 2017 eine Airtreckmatte angeschafft werden.

Der Flüchtlingszustrom 2015 forderte auch vom TV neue Höchstleistungen. Mit Hilfe der Initiative „Integration durch Sport“ vom Badischen Sportbund leistete er seinen Beitrag zur Bewältigung der Situation in Adelsheim und Sennfeld. Es folgte die Auszeichnung als Leuchtturmprojekt. Anschließend kam die Suche nach Räumen für Kurse, Büro und dergleichen im Turnrat zur Sprache. Besonders die Kurse von etwa zehn Teilnehmern und das Büro waren ein Brennpunkt bei der Suche. Der Verein bekam die Hausmeisterwohnung in der Halle, die leer war. Am 12. Oktober 2019 erfolgte die Einweihung.

Auch wenn während der Pandemie durch Corona kein Turnbetrieb möglich war, war beim TV Sennfeld allerhand geboten. Übungsleiterin Hufnagel und die FSJ-ler waren unterwegs und zeichneten Bewegungspfade auf Parkplätzen, Wanderpfade und dergleichen mehr, um die Kinder zu beschäftigen.

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