Naturschutzbund Seckach- und Schefflenztal - Organisation führt Artenschutzmaßnahmen durch Umweltschützer schaffen neue Biotope

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Seckach. Magerbiotope, Feuchtgebiete, Obstbaumpflanzungen, Blütenräume schaffen und Artenschutzmaßnahmen waren in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt in der Arbeit des Naturschutzbundes Seckach- und Schefflenztal.

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Mit einer Förderung von 70 Prozent der Projektsumme in Höhe von etwa 5400 Euro durch den Naturpark Neckartal-Odenwald wurden in zwei Nabu-Schutzgebieten auf Katzentaler Gemarkung große Magerflächen geschaffen. Durch die Abmagerung der Flächen mit Hilfe von Steinmaterialien Sand und Totholz und der Aufbringung eines sogenannten "Heublumen-Mulchsaat" von wertvollen Öko-Wiesen sollen magere bis trockene Bereiche entstehen, die dann nicht nur Reptilien sondern auch anderen wärmeliebenden Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum oder Habitat dienen. Vor allem solche trockenen Bereiche sind im Laufe der Zeit aus unserer Landschaft fast vollkommen verschwunden und damit auch die Lebensräume spezialisierter Arten wie Zauneidechsen, Schlingnattern, Ameisenlöwen, Schachbrettfaltern, aber auch Golddisteln, wildem Thymian und sehr vielem mehr, denen mit den geschilderten Maßnahmen ein Weiterexistieren in unserer Landschaft ermöglicht werden soll.

Neue Obstbäume

Auch der Förderung durch den Naturpark ist es zu verdanken, dass die Gruppe in Mosbach-Bergfeld bestehende Obstbaumreihen mit neuen Bäumen ergänzen konnte. Von den 15 Hochstamm-Obstbäumen wurden allerdings kurz nach der Pflanzung sieben Stück gestohlen (die FN berichteten), sodass die Gruppe nun auf eigene Kosten und mit erheblichem Aufwand für Ersatz sorgen muss.

Im Nabu-eigenen Feuchtgebiet "Hohenweiden" bei Mittelschefflenz wurden vorhandene Weiher und Gräben entschlammt, Flachuferbereiche hergestellt und neue Kleingewässer geschaffen. Durch Bodenaushub und Abtransport konnten die zum Teil verlandeten Tümpel und Sumpfzonen reaktiviert werden. Finanziert wurde die Maßnahme mit Mitteln aus der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) des Landes Baden-Württemberg. Aus derselben Geldquelle stammen Zuschüsse für die ökologische Umgestaltung eines Ackergrundstückes bei Heidersbach auf Gemarkung Scheringen. Auf Wunsch der Eigentümerin wurden dort Hecken angelegt, Obst- und Waldbäume gepflanzt sowie über Einsaat viele einheimische Kräuter und Stauden eingebracht. Ebenfalls mit LPR-Mitteln unterstützt wird die Pflege von hochsensiblen, besonders wertvollen Pflanzenstandorten in Großeicholzheim und Seckach durch die Nabu-Aktivisten. Besonders erwähnenswert ist die hervorragende Unterstützung bei den LPR-Maßnahmen durch die Geschäftsführung des Landschaftserhaltungsverband NOK, die auch die Umsetzung von speziellen Artenschutzmaßnahmen der Gruppe durch die Zuwendung aus Landkreis-Pflegemitteln ermöglicht. So können künstliche Nisthilfen für Turmfalke, Steinkauz und andere. Höhlenbrüter beschafft und aufgehängt werden die vor allem in größeren Streuobstgebieten wie etwa bei Großeicholzheim und Nabu-Flächen für mehr Wohnraum der dort lebenden Tierwelt sorgen sollen.

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Mit Hunderten ehrenamtlichen Stunden sind die Nabu-Aktivisten der Gruppe Seckach- und Schefflenztal jährlich im Einsatz um dem weiteren Verarmen unserer heimatlichen Landschaft ein klein wenig entgegen zu wirken. L.M.