Zu Besuch in der Rettungswache in Osterburken - MdL Peter Hauk sprach mit Dr. Harald Genzwürker, dem Leitenden Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis "Standort erweist sich als notwendig"

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In der Rettungswache in Osterburken: Peter Hauk tauschte sich im Beisein von MdB Margaret Horb und DRK-Kreisvorsitzendem Bürgermeister Roland Burger sowie Vertretern der Stadt Osterburken mit Bürgermeister Jürgen Galm an der Spitze mit Dr. Harald Genzwürker, dem Leitenden Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis, aus.

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Osterburken. "Für mich sind aus diesem Gespräch drei Aspekte herausgestochen, für die ich mich starkmachen möchte: Eine Auflockerung der doppelten Hilfsfristen ist nicht hinnehmbar. Eine 24-Stunden-Luftrettung muss in Baden-Württemberg realisiert werden. Und: Der Notarztstandort in Osterburken muss weiterhin gefördert und unterstützt werden", so der Neckar-Odenwälder Landtagsabgeordnete Peter Hauk nach seinem Austausch mit Dr. Genzwürker in der Rettungswache in Osterburken.

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Neben Peter Hauk und Dr. Harald Genzwürker nahmen an dem Gespräch auch MdB Margaret Horb und DRK-Kreisvorsitzender Bürgermeister Roland Burger sowie Vertreter der Stadt Osterburken mit Bürgermeister Jürgen Galm an der Spitze teil.

In einer einführenden Präsentation verdeutlichte Dr. Genzwürker, Leitender Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis, wo sich die spezifischen Probleme der Notfallrettung befinden.

"Notfälle sind nicht planbar"

"Notfälle sind nicht planbar, aber jeder Bürger erwartet, dass der Rettungsdienst reibungslos funktioniert - und das darf auch sein Anspruch sein. Aber um das zu gewährleisten, braucht man für die Fläche des Neckar-Odenwald-Kreises den Standort Osterburken, um die Menschen im Osten des Landkreises und in den Fällen der Duplizität, also gleichzeitiger Notfälle, in der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist zu erreichen."

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Sehr am Herzen liegt ihm hierbei, dass die von SPD-Innenminister Gall ins Auge gefasste Auflockerung der Hilfsfristen nicht durchgeführt wird. Geplant ist hier eine Aufspaltung der Hilfsfristen, so dass der Rettungswagen schneller am Einsatzort sein müsste, aber der Notarzt im Gegenzug dürfte mit den von Gall geplanten Änderungen länger brauchen.

"Wir im Neckar-Odenwald-Kreis dürfen nicht zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden", sagte Hauk. "Im Notfall, speziell bei Herz- und Hirnerkrankungen, ist jede Minute, die ein Notarzt früher da ist, lebensnotwendig und kann das spätere Leben des Patienten lebenswerter machen."

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MdB Horb pflichtete Dr. Genzwürker bei und machte darauf aufmerksam, dass man die Kostenträger vermehrt in die Verantwortung nehmen muss.

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Margaret Horb weiter: "Unsere Fläche kostet Geld. Geld, das wir Krankenversicherte und Steuerzahler entrichten, damit die Kostenträger hiermit auch unsere ärztliche Notfallversorgung sicherstellen. Gerade wenn es um die akute Lebensrettung geht, sind Rettungsfristen einzuhalten. Da müssen die Kostenträger Geld in die Hand nehmen, denn es geht um Menschenleben und nicht um Ausgabenposten der Krankenkassen für farbige Hochglanzprospekte."

Auf Nachfrage von Peter Hauk, ob es an Notärzten - wie bei anderen Fachärzten - einen Mangel gebe, erklärte Dr. Genzwürker, dass die Anzahl der Notärzte durchaus zufriedenstellend sei. Allerdings sei auch hier die Attraktivität das entscheidende Kriterium. "Setzen Sie sich mal zwölf Stunden auf eine Wache: Das ist einfach auch Zeit weg von der Familie, häufig zusätzlich zur Arbeit in einer Klinik."

Auch bei der Thematik der Luftrettung gebe es Nachholbedarf, denn nachts sei man auf die Bereitschaft der Nachbarbundesländer oder Nachbarländer angewiesen, was für ein Land wie Baden-Württemberg unzureichend sei.

Zum Abschluss des Gesprächs war Peter Hauk in seinen Ansichten gestärkt, und ihm war vor allem für den Neckar-Odenwald-Kreis wichtig, dass der Notarztstandort Osterburken, welcher bisher nur auf Probe existiert, auch weiterhin in Betrieb bleibt.

Wichtige Rolle

"Allein das Wissen, dass ein Notarzt verfügbar ist, gibt den Bürgern ein besseres Gefühl. Die bisherigen Einsätze zeigen, dass der Standort notwendig ist, und dass er in der Organisation der Notfallrettung im Kreis eine immer wichtigere Rolle einnimmt", so Hauk abschließend. Peter Hauk und Margaret Horb bedankten sich bei den Kostenträgern, den Krankenkassen. "Die Einhaltung der Gesetze ist für alle Beteiligten Pflicht. Wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, gibt es hierbei kein Vertun", sagte Hauk.