Fibromyalgie-Vereinigung tagte in Seckach - 20-jähriges Bestehen gefeiert / Anneliese Hasenberg ausgezeichnet Mit dem Schmerz umgehen lernen

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Die Fibromyalgie-Vereinigung feierte ihr 20-jähriges Bestehen. Das Bild zeigt von links Bürgermeister Thomas Ludwig, Anita Medek, Dr. Dorothee Schlegel, Margit Settan, Dr. Dr. Eckart Friedel, Beisitzer Jürgen Eckstein, Anneliese Hasenberg, Doris Blatz, Bärbel Wolf, Dr. Achim Brötel, Claudia Dexl, Carmen Redel und Ferdinand Wolf.

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Seckach. "Der Schmerz, der aus dem Nichts kommt. Sie sind nicht verrückt und sie bilden sich ihren Schmerz nicht ein. Menschen mit dem Fibromyalgie-Syndrom sind zwar organisch gesund, aber dennoch schmerzt ihr Körper an den verschiedensten Stellen. Hierbei handelt es sich um eine anerkannte Krankheit, die sich nicht heilen lässt. Stattdessen müssen die Betroffenen lernen, mit den Schmerzen umzugehen. Eine zentrale Rolle spielt dabei Bewegung."

"Lachen ist die beste Medizin"

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Diesen Problemen hat sich die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung angenommen, die in der Seckachtalhalle im Rahmen einer Festveranstaltung ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Unter dem Motto: "Lachen ist die beste Medizin und stärkt den Optimismus" zeigte sich die stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung, Bärbel Wolf, erfreut über den guten Zuspruch seitens der Mitglieder und Verantwortlichen.

Dr. Dr. Eckart Friedel als Vorsitzender des medizinischen Beirates lobte die Geschlossenheit der DFV und gab einen kurzen Überblick über die Krankheit, die erstmals 1816 von zwei englischen Professoren als entzündliche Erkrankung definiert wurde.

Danach erfolgte die weitere Erforschung in langen Zeiträumen, und vor allem durch Pathologen. 1955 dachte man dann, es handle sich um einen psychogenen Rheumatismus und erst 1976 wurde der Begriff "Fibromyalgie" geprägt, wobei "Fibromyalgie Syndrom" es wohl noch besser ausdrücke. Wie der Vorsitzende des medizinischen Beirates weiter ausführte, gehöre die Erkrankung zu den generalisierten Tendomyopathien und werde anhand der Tenderpoints diagnostiziert, wobei eine veränderte Schmerzwahrnehmung als normal gelte. Für die Entstehung seien organische und psychische Ursachen gleichermaßen verantwortlich.

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Aus kleinsten Anfängen heraus habe sich die Selbsthilfeorganisation stetig weiterentwickelt und könne heute auf rund 5000 Mitglieder in allen deutschen Bundesländern und im europäischen Ausland stolz sein, betonte Bürgermeister Thomas Ludwig in seinem Grußwort.

Damit verfüge die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung über ein flächendeckendes Netzwerk mit zahlreichen Landesverbänden und über 90 lokale Selbsthilfegruppen mit steigender Tendenz. "Durch ihre Seriosität hat ihr Wort sowohl in der Fachwelt als auch bei den Patienten Gewicht." Neben der hauptamtlich besetzten Geschäftsstelle in Seckach, so Ludwig weiter, gelte ein wichtiger Aspekt der Arbeit des ärztlichen Beirates, wodurch die Ärzteschaft regelmäßig wichtige Informationen über das Krankheitsbild Fibromyalgie erhalte. Ergänzt werde dies durch regelmäßige Patientenbefragungen sowie durch Forschungsprojekte an Universitäten und Behandlungszentren. Die Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung präsentiere sich heute als junge, leistungsstarke selbstbewusste und äußerst zukunftsfähige Organisation, sagte der Bürgermeister und überreichte an Bärbel Wolf den Ehrenteller der Gemeinde.

Bürgerschaftliches Engagement

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Unter das Motto: "Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe" stellte Landrat Dr. Achim Brötel sein Grußwort und ging dabei besonders auf die Wege der Selbsthilfegruppe ein. "Die Verantwortlichen mit ihren zahlreichen Helfern leisten bürgerschaftliches Engagement und geben anderen Hoffnung. Sie leisten einen wertvollen Beitrag dazu, dass eines Tages die Krankheit ein Stück ihres Schreckens verliert", so der Landrat.

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Die Ehrenvorsitzende Margit Settan dankte allen, die sich für die Belange der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung in den vergangenen 20 Jahren engagiert hatten, besonders dem Vorstandsteam und bat auch weiterhin um Unterstützung.

Der stellvertretenden Vorsitzenden Bärbel Wolf oblag es im Anschluss, Anneliese Hasenberg für ihre 20-jährige Mitgliedschaft und viele Jahre als Gruppensprecherin in Fürth und einige Jahre als Telefonberaterin sowie in Vertretung der 128 nicht anwesenden Gründungsmitglieder auszuzeichnen. Seit 15 Jahren ist Doris Blatz dem DFV als eine der wenigen Hauptamtlichen eng verbunden und konnte so ebenfalls eine besondere Ehrung zu ihrem Dienstjubiläum entgegennehmen.

Ein besonderer Dank der stellvertretenden Vorsitzenden galt auch Carmen Redel für ihre langjährige Tätigkeit als Beisitzerin und Gruppen-Stellvertretung, Ferdinand Wolf sowie Jürgen Eckstein, und Claudia Dexl aus dem Vorstand. Ein Rahmenprogramm der "Seggemer Schlotfeger" rundete die Feier zum 20jährigen Bestehen der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung ab. L.M.