Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschuss tagte - GTO wird energetisch saniert / Verschiedene Varianten vorgestellt "Das wird kein leichtes Unterfangen"

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Die schon länger geplante energetische Sanierung des GTO wird jetzt in Angriff genommen.

© Bülow

Höpfingen/Osterburken. Einstimmig hat der Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschuss des Kreistags am Montag einem Konzept zur energetischen Sanierung des Hauptgebäudes des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO) zugestimmt. Grundlage für die Entscheidung bei der Sitzung in Höpfingen war eine Bestandsanalyse des Büros Golisch Bauphysik aus Lorsch, die den Ausschussmitgliedern präsentiert wurde.

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Landrat Dr. Achim Brötel betonte einführend, dass es nach dem Jubiläumsjahr 2015 nun an der Zeit sei, die eigentlich bereits für 2014 angedachte Sanierung des GTO anzugehen. Dabei müsse das Projekt aber sorgfältig geplant werden. "Allen Verantwortlichen ist klar, dass dies kein leichtes Unterfangen wird. Und schon gar nicht ist dies nebenbei und ohne externe Unterstützung zu stemmen", so Brötel.

Vorgestellt wurde die Analyse der Bausubstanz von Frank Golisch, der mit einem Team das GTO unter die Lupe genommen hatte. Dabei waren unter anderem Probebohrungen in den Außenwänden unternommen und Teile des Dachs geöffnet worden.

Auf Basis dieser bauphysikalischen Untersuchungen wurden dann vier Sanierungsvarianten entwickelt, wobei die erste Variante eine Ertüchtigung von Außenwänden, Dach und Kellerdecken vorsieht. Zudem empfahl der Experte den Einbau dreifachverglaster Fenster. In den darauf aufbauenden Varianten listete Golisch weitere mögliche Maßnahmen wie eine Ausweitung der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Jede weitere Maßnahme bringe zusätzliche Effizienzgewinne, erklärte Golisch anhand seiner Berechnungen.

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"Die Varianten dienen als Grundlage für die kommenden Entscheidungs- und Planungsschritte. Dabei ist uns vollkommen klar, dass wir keine unfinanzierbaren Luftschlösser planen können. Andererseits machte es auch keinen Sinn, eine zaghafte Sanierung vorzuschlagen, die auf halbem Wege stehenbleibt", so der Ingenieur abschließend.

Dies unterstrich auch Landrat Brötel: "Uns wurde nun ein Baukasten vorgestellt, auf dessen Basis wir in die Detailplanung einsteigen müssen. Deshalb wäre es heute alles andere als seriös, schon konkrete Kosten zu nennen."

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Hinterfragt wurde von den Ausschussmitgliedern unter anderem, welche Auswirkungen die Sanierung auf die charakteristische Form des GTO haben werde. Diese werde, so die Antwort der Bauverantwortlichen beim Landratsamt, dadurch voraussichtlich nicht verändert. Unter anderem um dies sicherzustellen und aufgrund der Komplexität der Bauaufgabe sei es erforderlich, ein externes Architekturbüro zu beauftragen. Dessen erste Aufgabe werde es sein, aus der bauphysikalischen Voruntersuchung eine Planung mit einer Kostenermittlung und detaillierter Ausführungsplanung zu erstellen. Vorgeschlagen wurde das Planungsbüro Ecker Architekten aus Buchen, was ebenso die Zustimmung der Räte fand wie die Vergabe der planerischen Ingenieurleistungen im Bereich Heizung und Lüftung an das Ingenieurbüro Willhaug Gebäudetechnik aus Mosbach.

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Trotz der großen Aufgabe und noch einiger Unabwägbarkeiten wurde aus Reihen der Kreisräte wie auch von Frank Golisch betont, dass das GTO erstaunlich gut dastehe. Dies sei das Resultat kontinuierlicher Investitionen des Landkreises in das Gebäude, aber auch das Ergebnis guter technischer Arbeit von dem von Thomas Zemmel geleiteten Hausmeisterteam vor Ort.

Bauarbeiten im laufenden Betrieb

Auch Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel sieht der Sanierung positiv entgegen. "Ich bin in dieser Hinsicht sturmerprobt", sagte die Studiendirektorin. "Und wer eine sanierte Schule haben möchte, der muss auch die anstehenden Bauarbeiten bei laufendem Betrieb in Kauf nehmen."

Ebenso beschloss der Ausschuss, den Musikschulen Mosbach und Buchen für das laufende Jahr einen Zuschuss in Höhe von 14 054 Euro beziehungsweise 6733 Euro zu gewähren. Die Jahreszuschüsse an die Musikschule Walldürn in Höhe von 2688 Euro und die Musikschule Hardheim von 2125 Euro gewährte der Landrat in eigener Zuständigkeit. Die Zuschüsse des Landkreises werden jeweils im Verhältnis der Landeszuschüsse verteilt.

Auch empfahl der Ausschuss nach einer Vorberatung dem Kreistag die Einrichtung eines Vorqualifizierungsjahres "Arbeit/Beruf" mit dem Schwerpunkt "Erwerb von Deutschkenntnissen" an der Ludwig-Erhard-Schule Mosbach.

Aufgrund der hohen Nachfrage junger Flüchtlinge nach einem solchen Bildungsgang musste der Landkreis als Schulträger allerdings schon handeln, wie der Landrat erklärte. Deshalb sei der Unterricht bereits vorläufig aufgenommen worden.