Konzert in Adelsheim - Madrigalchor zog in der Pfarrkirche St. Marien alle Register / "Marienvesper" mit Feingefühl intoniert Opulente Musik vor schlichter Kulisse

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Ein begeisterndes Konzert bot der Fränkische Madrigalchor am Sonntag in Adelsheim.

© Adrian Brosch

Adelsheim. Opulente Musik vor schlichter Kulisse präsentierte der Fränkische Madrigalchor, der am Sonntag in der Pfarrkirche St. Marien gastierte.

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Unter musikalischer Leitung von Dieter Kaiser wurde die 1610 veröffentlichte, Papst Pius V. gewidmete "Marienvesper" ("Vespro della Beate Vergine") des Italieners Claudio Monteverdi (1567-1643) aufgeführt.

Festliche Stimmung

Wohin die musikalische Reise führte, erahnte das Publikum bereits bei der aus den Stücken "Deus in adiutorium" und "Domine ad adiuvandum" bestehenden Eröffnung ("Invitatorium"): Höchst festlich und mit viel Feingefühl aller Beteiligten nahm der Abend seinen Lauf.

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Es folgte der kunstvoll vertonte Psalm 110 ("Dixit dominus"), auf den wiederum "Nigra sum" und "Pulchra est" folgten. Auch hier erfreute musikalische Höchstleistung die Zuhörer, die den Tönen andächtig lauschten.

Ausgesprochen stilsicher zeigte das bei aller Getragenheit von anspruchsvollen hohen Tönen gespickte, den 121. Psalm in Noten und Takte transferierte Werk "Laetatus sum" auf, wie sehr Musik und Text im Einklang miteinander stehen können. Gleiches galt für "Duo Seraphim" und "Höre, Himmel" sowie "Lauda Jerusalem", mit dem der Psalm 147 musikalisch verarbeitet wurde - freilich auf einem mehr als achtbaren Niveau: Hier saß jeder Ton perfekt. Es folgten die charismatische Sonate "Sancta Maria, ora pro nobis" sowie die breitspurig-hymnische Darbietung "Ave maris stella".

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Der gemäß kirchlicher Lehre als "Magnificat" bezeichnete Zyklus des Lobgesangs auf Maria umfasst in Monteverdis Marienvesper insgesamt elf Stücke, bei denen in Adelsheim Chor, Orchester und Solisten ihre ganze musikalische Kompetenz eindrucksvoll unter Beweis zu stellen vermochten.

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Nach dem eigentlichen "Magnificat" wusste "Et exultavit" zu gefallen, ehe "Quia respexit" als besonders würdevolle Komposition ihren Esprit in der Marienkirche entfaltete.

Spielräume für Fantasie

Auch "Et miseridcordia" und "Fecit potentiam" ließen nichts zu wünschen übrig und verwöhnten die Liebhaber der Musica sacra in höchstem Maße, um ihrer Fantasie beim Zuhören breite Spielräume zu gestatten.

Mit "Deposuit" und "Esurientes" wurde eine nicht minder charismatische Unterhaltung geboten, der sich "Suscepit Israel" und "Sicut locutus est" anschlossen. Auch hier zeigte sich, in welch erstklassigem Maße Chor und Orchester miteinander harmonieren. Mit der kraftvollen Verkündigung "Gloria Patri" ("Ehre sei dem Vater und dem Sohn") sowie "Sicut erat" endete ein künstlerisch und musikalisch hochwertiger wie hörenswerter Abend.

Der langanhaltende Beifall des Publikums war den Madrigalisten somit gewiss.

Neben ihnen gebührte der Beifall aber auch den Solisten Mareen Knoth (Sopran), Kerstin Paukner (Sopran), Judith Ritter (Alt), Thomas Jakobs (Tenor), Patrick Penndorf (Tenor) und Joachim Herrmann (Bass), Organistin Beatrix Huber-Lohse und dem Heidelberger Kantatenorchester. Sie sorgten gemeinsam für den letzten Feinschliff. ad