Ortschaftsratssitzung in Leibenstadt - Alle Bauplätze im Ort vergeben / Mehrere Baubeschlüsse nachvollzogen

Neue Pläne für den Friedhof wurden vorgestellt

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Leibenstadt. Nach langer Corona-bedingter Pause trat nun auch in Leibenstadt der Ortschaftsrat wieder sichtbar in Erscheinung und absolvierte eine umfangreiche Tagesordnung.

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Zunächst informierte Ortsvorsteher Dieter Stahl die zahlreichen Zuhörer über die Arbeit des Ortschaftsrates in den zurückliegenden Monaten, die immer noch von den Einschränkungen und Auflagen der Pandemie geprägt gewesen seien . In einem kurzen Rückblick erläuterte er die Beschlussfassungen im „schriftlichen Verfahren“ und der „Offenlegung“, die sicherstellten, dass alle Angelegenheiten des Ortes zeitgerecht umgesetzt werden konnten.

Diese Beschlüsse wurden nun in öffentlicher Sitzung nachvollzogen. So bestätigten die Ortschaftsräte ihre positiven Entscheidungen über drei Anträge auf Neubau jeweils eines Einfamilienwohnhauses im Baugebiet „Wanne“. In der Ortslage wurde der Neubau eines Wohnhauses, der Anbau von Balkonen und der Ausbau des Dachgeschosses an bestehenden Wohngebäuden genehmigt. Anschließend stimmten die Räte dem Verkauf des letzten Baugrundstückes in der „Wanne“ zu. Ortsvorsteher Stahl stellte danach fest, dass damit aktuell keine öffentlichen Bauflächen in Leibenstadt mehr zur Verfügung stehen.

Allerdings wurde in den „Langen Morgen“ mit dem vollzogenen Grunderwerb bereits die Grundlage geschaffen, um in absehbarer Zeit die positive Entwicklung bezüglich Bereitstellung bezahlbarer Bauflächen weiter zu fördern.

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Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Berücksichtigung dieses Vorhabens in der laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Als „vorbereitende“ Maßnahme hat der Ortschaftsrat bereits zum jetzigen Zeitpunkt über die notwendige Änderung der Abgrenzungs- und Abrundungssatzung beraten. So wurden nach ausführlicher Diskussion die Maße baulicher Anlagen, Gestaltungs- und Ausführungsformen neu festgelegt. Dabei wurden auch seitherige Befreiungen bei Bauanträgen in den planungsrechtlichen Festsetzungen berücksichtigt.

Corona sorgt für Fragezeichen

Nach der Beschlusslage des Ortschaftsrats sollen in Kürze die Erschließungsarbeiten auf dem alten Grabfeld des Leibenstadter Friedhofes abgeschlossen werden. Da jedoch diese Arbeiten vollständig in Eigenleistung der Bürger erledigt werden, steht hinter der Umsetzung wegen bestehender Corona-Auflagen immer noch ein Fragezeichen.

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Zudem hat sich das Gremium bereits mehrfach mit dem Wandel in der Bestattungskultur beschäftigt. Die vordringliche Form bei Beerdigungen ist nicht mehr der Sarg, sondern die Urne. Außerdem sei eine Tendenz zu pflegeleichten beziehungsweise pflegefreien Gräbern und Gemeinschaftsanlagen feststellbar, erläuterte Stahl weiter. Deshalb legte er einen Entwurfsplan zur Beratung vor, der den Friedhof durch eine grundlegende Neuordnung und Neugestaltung zukunftsfähig machen soll. Dabei ist an eine praxisgerechte Umgestaltung gedacht, die das Angebot an zusätzlichen Grabarten und eine parkähnliche Flächendarstellung zum Inhalt hat. Die typische Reihenbelegung würde demnach entfallen und durch kleine Grabgruppen bedarfsgerecht ersetzt werden.

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Der Ortsvorsteher machte auch deutlich, dass sich ein solcher Prozess über Jahrzehnte entwickeln muss. Es werde erforderlich sein, Flächen für eine Neubelegung zu sperren, um notwendige Handlungsoptionen zu öffnen. Bereits bestehende Nutzungsrechte sollen bei allen Überlegungen Bestand haben. Die Räte waren vom vorliegenden Gestaltungsvorschlag angetan und stimmten nach eingehender Beratung dem Gesamtkonzept zu.

Nachdem die „Schneiderswiese“ im letzten Jahr durch die Stadt erworben wurde, soll nun die geplante Retentionsfläche im Zuge des Hochwasserschutzkonzepts für die Leibenstadter Ortslage hergestellt werden. Diese Aufgabe wird ehrenamtlich hauptsächlich von den Landwirten übernommen. Zusätzlich wird eine umfassende Renaturierung des Geländes entlang des Überlaufgrabens des Hergstbachs angestrebt.

Der Ortschaftsrat war sich darüber einig, dass dadurch der Hochwasserschutz deutlich verbessert wird. Dieser Sachverhalt sei auch Bestandteil der Gefährdungsanalyse im Feuerwehrbedarfsplan, der zur Zeit fortgeschrieben wird, informierte Stahl. Anschließend erläuterte er die Eckpunkte der Änderung beziehungsweise Neufassung dieses Planes, der Grundlage für die Aufstellung und Ausrüstung einer für einen geordneten Lösch- und Rettungseinsatz erforderlichen leistungsfähigen Feuerwehr bildet. Der Ortschaftsrat nahm insbesondere von den Festlegungen für Leibenstadt zustimmend Kenntnis.

Vom Jahresabschluss 2020 für den Betrieb gewerblicher Art im Leibenstadter Dorfgemeinschaftshaus, der vom Ortsvorsteher nach Prüfung durch das Rechnungsamt vorgelegt wurde, nahmen die Räte ebenfalls zustimmend Kenntnis. Auch diese Einrichtung war von der Pandemie stark betroffen und musste notgedrungen fast ganzjährig geschlossen werden. Trotzdem wurden wieder mehr als 250 ehrenamtliche Stunden geleistet, so dass selbst in diesem „miserablen“ Geschäftsjahr ein kleiner Überschuss erwirtschaftet wurde. Nach der Benennung des Wahlvorstands für den Wahlbezirk Leibenstadt bei der Bundestagswahl am 26. September gab der Ortsvorsteher noch die überarbeiteten und neuermittelten Bodenrichtwerte für Leibenstadt bekannt.