Bundesweiter Vorlesetag - Lesungen vor Ort kommen nicht in Frage „Man muss halt das Beste herausholen“

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sab
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Adelsheim. „Stell dir vor, es ist der 23. April, der Welttag des Buches – und keiner liest vor. Dieses Szenario gefällt Autorin Gisela Sachs überhaupt nicht. Deshalb verschenkt sie einen Text für Kinder als E-Book“. So lauteten im Jahr 2020 die ersten Zeilen eines Berichts zum „Welttag des Buchs“ in den FN. „Jetzt ist ein Jahr rum, und wir stecken immer noch in der Pandemie“, sagt Gisela Sachs im Gespräch mit den FN.

„Nicht ideal“

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„Deshalb findet das größte Lesefest bei mir mal wieder digital statt. Nicht ideal. Aber man muss halt aus allem das Beste herausholen, oder?“, schmunzelt die in Adelsheim aufgewachsene Krimi- und Kinderbuchautorin. „’Ich schenk’ Dir eine Geschichte’ heißt meine Devise auch in diesem Jahr. Ich werde das Lesen trotz der Pandemie feiern. Mit einer Geschichte über ein kleines Entchen, das anders ist als die anderen Enten im See. Es hat ein Sprachfehler und wird deswegen von den anderen Enten gehänselt“, beschreibt die Wahl-Heilbronnerin ihren Text.

„Das macht das kleine Entchen sehr traurig und es reißt aus, um sein Glück anderswo zu suchen. Das kleine Entchen will hoch hinaus, zum Gipfelkreuz, das es vom See aus sehen kann. In Himmelsnähe wird es sich besser leben, denkt das kleine Entchen. Und es begibt sich auf die Reise. Ein großes Abenteuer.“ Den Text bekommen die Schüler der Martin-von-Adelsheim-Schule per Mail geschickt, lesen ihn und sprechen darüber.

Auch Schüler aus der Seckacher „Klinge“ lesen mit, ebenso Menschen in der Notunterkunft Heilbronn, berichtet die Autorin. Und sie freut sich sehr, dass sie als Resonanz viele Bilder und Briefe geschickt bekommt. Schon jetzt, lange vor dem Vorlesetag, sind die Kontakte hergestellt.

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Gisela Sachs über den Vorlesetag: „Der Tag soll ein Sonnenstrahl im Alltag sein. Es geht um die Liebe unter den Menschen, die das Leben lebenswert macht, um das Miteinander und um das Respektiertwerden.“

Zuspruch bekommt Gisela Sachs von Sabrina Holitzner von der Stiftung Lesen, die es schade findet, dass Corona immer noch so sehr den Alltag beherrscht. „Umso schöner, dass Gisela Sachs sich auch zu diesen Zeiten wieder so für die Leseförderung einsetzt und schon so konkrete Pläne für den Welttag des Buches haben.“

Begeisterte Leserin

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Eine besondere Leserin lebt in einem Heilbronner Pflegeheim. Die 98-Jährige liest begeistert die Bücher von Gisela Sachs in Großschrift. „Die Dame wird mit einem besonderen Buch in Großschrift bedacht: Die Versandhausbraut, ein Regionalroman. Der Roman spielt in und um Heilbronn herum. Das mag Frau Agnes“, sagt Gisela Sachs. sab