Gemeinderat Adelsheim - Rathaus wird mit Photovoltaikanlage ausgestattet / Entscheidung zum Schallschutz nach fast fünf Jahren Diskussion Keine Lärmschutzwände für Adelsheim

In Adelsheim wird es auch in Zukunft keine Lärmschutzwände entlang der Strecke der Westfrankenbahn geben. Diese Entscheidung traf der Gemeinderat nach fast fünf Jahren Diskussion.

Von 
Daniela Käflein
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Öffentliche Gebäude in Adelsheim sollen mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Den Anfang macht das Rathaus. Mit einer Angebotssumme von rund 30 549 Euro vergab der Gemeinderat den Auftrag an die Firma Genzwürker. © Daniela Käflein

Adelsheim. „Im Gespräch mit den Bürgern wurde die Idee entwickelt, die Lärmschutzwände an manchen Stellen einzukürzen“, erklärte Bürgermeister Wolfram Bernhardt im Rückblick. Dieser Vorschlag sei von der Bahn allerdings mit dem Argument abgelehnt worden, dass der Kosten-Nutzen-Faktor nicht gegeben sei. „Ganz oder gar nicht lautete die Devise“, so das Stadtoberhaupt. Auch Stadtrat Harald Steinbach, der in die Planung eingebunden war, warf ein, dass die Bahn nicht bereit gewesen sei, Änderungen zuzulassen. „Eine plausible technische Erklärung dafür fehlt aber“, merkte er an.

Entscheidung auch für die Zukunft

Gemeinderat in Kürze

  • Der in der letzten Sitzung beschlossene Haushaltsplan wurde von der Kommunalaufsicht genehmigt. Auch die Kreditaufnahmen in Höhe von 2 463 000 Euro wurden bewilligt
  • Aus dem Investitionsprogramm des Bundes erhält die Stadt Adelsheim 264 000 Euro, um Kindergartenplätze am evangelischen Kindergarten zu schaffen. „Zusammen mit den Mitteln, die wir aus dem Ausgleichsstock erwarten, hoffen wir, auf insgesamt 500 000 Euro“, erklärte Bürgermeister Bernhardt
  • Aufgrund der besonderen Situation in diesem Jahr sind die Wahllokale aus dem Rathaus in Adelsheim und Sennfeld verlegt worden. Das Wahllokal für den Wahlbezirk 1 in Adelsheim ist die Eckenberghalle, für den Wahlbezirk 2 das Kulturzentrum, für den Wahlbezirk Sennfeld ist es die Festhalle und für Leibenstadt nach wie vor das Dorfgemeinschaftshaus
  • Wie Bürgermeister Bernhardt weiter informierte, besichtigte der Hallenausschuss insgesamt vier Sporthalle des TSG Heilbronn. Nach Abwägen aller Aspekte habe man sich eindeutig für Linoleum als Hallenboden entschieden
  • In den letzten Wochen sind in Adelsheim Wifi-Antennen montiert worden. Kostenloses Wlan gibt es jetzt im Alten Rathaus, in der Bücherei, im großen Sitzungssaal, in der Marktstraße bis zur Sparkasse und im Kulturzentrum. In Sennfeld ist das Internat in und um die Festhalle frei nutzbar und in Leibenstadt beim Dorfgemeinschaftshaus
  • Aus den nichtöffentlichen Beschlüssen der letzten Sitzung gab das Stadtoberhaupt bekannt, dass der Gemeinderat bis zum 30. Juni eine Grundstücksfläche im Business-Park Adelsheim für einen ortsansässigen Betrieb zum Neubau eines Kombigebäudes und einer Lager- und Fertigungshalle reserviere.
  • Die befristete Stelle für das Bürgerbüro werde mit einer Verwaltungsfachangestellten aus Adelsheim besetzt, so Bernhardt weiter
  • Außerdem habe der Gemeinderat dem Kauf des Flurstücks 5523 auf Gemarkung Sennfeld für fünf Euro pro Quadratmeter zugestimmt
  • „Die Forderungen aus Gewerbesteuer für die Jahre 2016 bis 2018 gegenüber einem Steuerzahler über insgesamt rund 24 584 Euro werden endgültig niedergeschlagen“, informierte Bürgermeister Wolfram Bernhardt
  • Einstimmig genehmigte der Gemeinderat Spenden in Höhe von insgesamt rund 16 044 Euro, die der Stadt Adelsheim zugingen
  • Ohne Gegenstimme akzeptierte der Gemeinderat auch die zehnte Änderung der ersten Fortschreibung 1999 des Flächennutzungsplans der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Möckmühl. dani
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Stadtrat Ralph Gaukel gab zu bedenken, dass man diese Entscheidung nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft treffe. „Und da wird die Belastung höher werden. Was wir heute entscheiden, wird für die nächsten 40 Jahre Bestand haben“, hob er hervor. Stadtrat Marco Rieß interessierte sich dafür, ob man auch nur einen Teil der Schallschutzwände, zum Beispiel in der Unteren Austraße, bauen und die anderen ablehnen könne. Wolfram Bernhard erklärte, dass sich die Bahn in diesem Punkt nicht „eindeutig positioniert“ habe. Sicher werde die Situation dann noch einmal neu bewertet werden.

Stadträtin Heide Lochmann fragte nach, ob es bei den befragten Anwohnern eine klare Mehrheit dafür oder dagegen gebe. Das, so das Stadtoberhaupt, könne man nur für bestimmte Streckenabschnitte feststellen. „Es ist eine schwere Entscheidung. Deshalb müssen meiner Ansicht nach direkt Betroffene besonders berücksichtigt werden“, meinte die Stadträtin.

Abgestimmt wurde nach Straßenzügen. Bei der Unteren Austraße stimmten zwei Stadträte für die Lärmschutzwand und elf dagegen bei einer Befangenheit. Im Panoramaweg sprachen sich bei einer Enthaltung 15 Stadträte gegen eine Lärmschutzwand aus. In der Wemmershöfer Straße stimmten bei einer Enthaltung und drei Befangenen zwölf Stadträte gegen den Bau der Lärmschutzwand. Bei der Diskussion über den Ausbau der erneuerbaren Energien auf der Gemarkung Adelsheim hat die Verwaltung geprüft, auf welchen öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen installiert werden können. „Als besonders sinnvoll wurde das Rathaus identifiziert, da dort durch einen hohen Eigenverbrauch des erzeugten Stroms die Kosten für eingekauften Strom direkt eingespart werden können“, erläuterte der Bürgermeister beim nächsten Tagesordnungspunkt.

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Zudem werde im Rathaus ein Großteil des Stroms tagsüber verbraucht. Also dann, wenn die Photovoltaik-Anlage Strom produziert. Als weiteres Gebäude habe man den Bauhof auserkoren, so Bernhardt weiter. Gemeinsam mit der Energieagentur des Neckar-Odenwald-Kreises habe man einen Kriterienkatalog erarbeitet, der Anfang Januar vier Anbietern von Photovoltaikanlagen zugeschickt wurde. Als Kriterien nannte er die kürzeste Amortisationszeit, den höchsten Jahresenergieertrag und Verlässlichkeit und Ansprechbarkeit des Anlagenbauers. Der Bürgermeister stellte die Angebote vor und merkte an, dass man sie noch einmal im Gemeinderat diskutieren müsse, sollte sich das Angebot um mehr als zehn Prozent verteuern. Stadtrat Friedlein begrüßte die Projekte ausdrücklich, mahnte aber auch zur Vorsicht bei den Ausgaben. „Wir wissen nicht, wie sich das Jahr in der Pandemie entwickelt. Deshalb schlage ich vor, dass wir die Anlage für das Rathaus vergeben und für den Bauhof auf das nächste Jahr verschieben“, meinte er. Auch Harald Steinbach unterstrich: „Beim Bauhof steht und fällt alles mit dem Anschlusskabel. Ich würde sagen, wir warten, bis wir Klarheit über die Kosten haben.“

Einstimmig vergab der Gemeinderat schließlich die Photovoltaikanlage auf dem Rathaus mit einer Angebotssumme von rund 30 549 Euro an die Firma Genzwürker.

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