Besuch in Adelsheim - Regierungspräsidentin Sylvia Felder zu Gast / Blick in die Zukunft / Bewerbung als Schwerpunktgemeinde vorgeschlagen Innenstadt mehr Gewicht verleihen

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Nicola Beier
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Zu Besuch in der Stadt Adelsheim und zum Mittagessen im Schloss Sennfeld: Sylvia Felder (links) zusammen mit Bürgermeister Wolfram Bernhardt (Vierter von rechts) und Landrat Dr. Achim Brötel (rechts). © Nicola Beier

Sylvia Felder, Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Karlsruhe, war zu Gast in Adelsheim, um sich über die Projekte vor Ort zu informieren.

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Adelsheim. Die Regierungspräsidentin Sylvia Felder war zu Gast bei Bürgermeister Wolfram Bernhardt in der Stadt Adelsheim. Dies war erst ihr zweiter Besuch, den die gebürtige Gernsbacherin bei einer Gemeinde solcher Größe mache, erklärte sie. Nicht zuletzt dem Corona-Virus geschuldet, hatte sie ihre Gemeindebesuche in letzter Zeit zurückfahren müssen.

Daher freute sich Wolfram Bernhardt gemeinsam mit Landrat Dr. Achim Brötel und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats, Edgar Kraft (CDU), Ralph Gaukel (SPD), Harald Steinbach (Bürgerliste) und Frieder Blum (Freie Wähler) über den hohen Besuch.

Unterstützung erwünscht

Dr. Brötel sah das Treffen als „historische Chance“, um brisante Themen, wie den Bau der Bundesstraße 292 oder den Neubau der Sport- und Kulturhalle, mit Felder zu besprechen. „Der Austausch soll im Mittelpunkt stehen.“ Daher sprach´der Landrat einige wichtige Punkte für den Kreis an, wobei er den Fokus auf die Straßen legte.

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So stehe nicht nur die Fertigstellung der B 292 im Fokus. Auch eine Straßendeckenerneuerung zwischen Osterburken und Adelsheim oder auf der Landstraße zwischen Adelsheim und Zimmern seien notwendig. Unterstützung wünsche er sich auch beim Thema Gemeindeausgleichsstock, durch den Projekte, wie beispielsweise die Sport- und Kulturhalle in Adelsheim, gefördert werden. Diese Bitten wollte er Felder „gerne mit ins Handgepäck legen“.

Felder betonte: „ Ich freu mich über die Anwesenheit der Gemeinderäte.“ Schließlich sei die Kommunalpolitik die größte Gestaltungskraft im Land und die Bürgernähe, welche die Stadträte mit direktestem Kontakt zu den Leuten haben, von großer Bedeutung, so Felder, die sich über den Empfang im Rathaus freute.

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„Es ist ganz wichtig vor Ort zu sein und den Kontakt zu haben“, erklärte sie allen Anwesenden.

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Bei der Umsetzung von Projekten wisse sie um die Entwicklungsmöglichkeiten, die diese mit sich bringen und dass dabei auch immer Folgeprojekte entstehen können, bei denen es weiterer Hilfe bedarf. „Man sollte die Möglichkeiten der Gestaltung nutzen.“ Durch die Koronakrise werden sich die Haushalte der Gemeinden jedoch verändern, gab sie zu bedenken. Deshalb würden weniger Gelder zur Verfügung stehen.

Damit die Regierungspräsidentin Adelsheim besser kennenlernen konnte, stellte Bernhardt die Stadt in einer Präsentation vor. Dabei legte er ein Hauptaugenmerk auf Projekte, welche die Stadt in den kommenden Jahren beschäftigen werden.

So nannte er zum einen die Sport- und Kulturhalle, welche im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden soll und schon jetzt als das größte Bauprojekt der Gemeinde gilt. Edgar Kraft verwies dabei auf die Kosten von rund zwölf Millionen Euro, von denen lediglich vier Millionen aus Fördergeldern bestehen. Hier hätte man sich mehr Unterstützung erhofft.

Mehr Kindergartenplätze

Auch die Schaffung von neuen Kindergartenplätzen stelle die Stadt vor neue Herausforderungen. „Es wird Platz für drei weitere Gruppen benötigt“, fasste Bernhardt die Situation zusammen. Dabei solle dieser speziell für die Kleinkindbetreuung zur Verfügung stehen.

Anschließend sprach der Bürgermeister die Innenstadtentwicklung nach der Fertigstellung der B 292 als relevantes Thema an, über das man sich früh Gedanken machen sollte. Es sei wichtig, bereits jetzt Pläne zu machen, um 2023 neu Wege gehen zu können. Dabei sollte das Stadtzentrum ein Anziehungspunkt bleiben, auch wenn es nicht mehr auf dem Weg zahlreicher Autofahrer liege, welche täglich durch die Stadt kommen.

Felder begrüßte die Pläne und erklärte, dass die Verantwortlichen sich dazu gerne bei der Abteilung Straßenbau in Karlsruhe beraten lassen könnten. Denn auch wenn die Ortsdurchfahrt nach Fertigstellung der Umgehungsstraße nicht mehr so stark befahren sei, werde sie zukünftig als Umleitungsstrecke genutzt werden, wenn Arbeiten auf der B 292 anstünden.

Zuletzt sei es ihm wichtig, auch junge Menschen in die Verantwortung zu nehmen, damit diese sich in der Gemeinde engagieren. Dabei sollte man sich die Frage stellen, was die Jungen bewege und was diese wollen.

Der Bürgermeister verwies daraufhin auf die Mitglieder des Gemeinderates, welcher einen Altersdurchschnitt von 45 Jahren aufweise, was in seinen Augen optimal sei.

Insgesamt erkannte Felder die vorgestellten Projekte als „typisch für ländliche Gemeinden“. Gerade die Beteiligung der jungen Bevölkerung sei auch ihr wichtig. „Dabei muss man für Veränderungen bereit sein, da die jungen Leute neue Ideen einbringen und andere Ausgestaltungsarten vorschlagen.“

Auch die Entwicklung erneuerbarer Energien werde in Zukunft ein wichtiges Thema für die Stadt sein.

So betonte Ralph Gaukel, dass vor allem die Interessen der Bürger relevant seien.

Diese beschäftige neben den bereits genannten Projekten auch die geplanten Lärmschutzmaßnahmen in Bezug auf die Bahnstrecke. Harald Steinbacher thematisierte nochmals die geplante Innenstadtentwicklung und die Beteiligung der jüngeren Bevölkerung.

Frieder Blum erhoffe sich vor allem in Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien Unterstützung vom Land. Außerdem sollten hier die Bürger mit ins Boot geholt werden.

Schwerpunktgemeinde Adelsheim

Um all die Projekte, gerade mit Blick auf die schwierige finanzielle Lage Adelsheims, in Angriff nehmen zu können, schlug Felder die Bewerbung als Schwerpunktgemeinde am ELR (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) des Landes Baden-Württemberg vor.

Dies hätte den Vorteil, dass Projekte mit bis zu 50 Prozent Fördergeldern unterstützt werden könnten. Außerdem würde Adelsheim Planungssicherheit für fünf Jahre gewinnen. Dies befürwortete auch Landrat Dr. Brötel: „Wir werben für das Programm und bieten unsere Unterstützung an.“

Abschließend sagte Sylvia Felder: „Wenn nicht investiert wird, löst man keine Probleme.“ Man müsse mutig und investitionsfreudig sein, auch um die Sorgen der Bürger zu beseitigen.

Nach dem Treffen im Rathaus erhielt die Regierungspräsidentin noch eine Führung durch die Stadt, bevor es für alle Beteiligten zum Mittagessen mit Führung ins Schloss von Sennfeld ging.

Am Nachmittag war dann noch eine Besichtigung der Firma Glassline geplant.

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