Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Adelsheim - Gemeinderat stimmte der Fortschreibung einhellig zu / Digitalfunk wird die Wehr noch beschäftigen Drei neue Fahrzeuge auf der Prioritätenliste

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Sabine Braun und Sabine Braun
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Das Adelsheimer Feuerwehrgerätehaus bietet zu wenig Platz für vier Einsatzfahrzeuge und entspricht aktuellen Anforderungen nicht. Innerhalb der nächsten Jahre soll eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Lösung gefunden werden. © Daniel Balles

Adelsheim. In den nächsten Jahren wird Adelsheim in die Ausstattung der Feuerwehr in der Gesamtstadt investieren. Dabei geht es vor allem um die Anschaffung von Fahrzeugen, aber langfristig auch um das Feuerwehrgerätehaus Adelsheim. Die Details stellten Feuerwehrkommandant Daniel Balles und der stellvertretende Kommandant Holger Schwab am Montagabend im Gemeinderat anhand des fortgeschriebenen Feuerwehrbedarfsplans vor.

Gemeinderat in Kürze

Mit einer Gedenkminute und in großer Betroffenheit erinnerte der Gemeinderat Adelsheim zu Beginn seiner Sitzung in der Eckenberghalle an die kürzlich verstorbene Konrektorin der Martin-von-Adelsheim-Schule, Margit Huth. „Für ihr großes Engagement sind wir ihr sehr dankbar“, so Bürgermeister Wolfram Bernhardt.

Auf dem Parkplatz von Aldi wird noch in diesem Jahr eine E-Ladesäule errichtet, berichtete der Bürgermeister dem Gemeinderat.

Im Rahmen des Grüngutkonzepts des Landkreises war angestrebt, die Grüngutplätze in Adelsheim und Leibenstadt an einem zentralen Standort zusammenzufassen. Geplant war die Einrichtung auf der vorhandenen Erddeponie. Es zeigte sich nun aber, so Bernhardt, dass dafür eine Änderung der Genehmigung der Erddeponie notwendig wäre. So wurde nun in Absprache mit der KWiN entschieden, die beiden bestehenden Grüngutplätze zu erhalten. Der Platz in Leibenstadt sei bereits entsprechend verbessert worden. Der Grüngutplatz bei Landwirt Fink werde neu konzipiert. Er sei mit dem Konzept einverstanden und wird die Investitionen tragen. Die KWiN sichert im Gegenzug den für eine Amortisierung nötigen Betriebszeitraum zu.

Wie Bürgermeister Bernhardt informierte, bewirbt sich das Steinbeis Europa Zentrum mit einem Forschungsprojekt im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020. Ziel des Projekts ist es, Maßnahmen zu entwickeln, wie Städte klimaneutral werden können. Für einen Projektantrag habe er unverbindlich und ohne Pflichten die Unterstützung der Stadt Adelsheim zugesagt, so Bernhardt. Bei einem Zuschlag winken Zuschüsse und Unterstützung durch Berater. sab

57 Seiten starkes Werk erstellt

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Besonderes Lob des Gremiums und von Bürgermeister Wolfram Bernhardt gab es für das Engagement der Feuerwehrleute und speziell für die Tatsache, dass sie den Plan selbst erstellt hatten, anstatt diese Arbeit für viel Geld nach außen zu vergeben. „10 000 Euro sind da schnell weg“, so Bernhardt. Er berichtete, dass die Arbeitsgruppe „Feuerwehr“ den Plan im September behandelt habe. Anschließend sei er nach einem Gespräch mit Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr fertiggestellt worden. Daniel Balles und Holger Schwab präsentierten dem Gemeinderat die wichtigsten Aspekte des Plans, der die Struktur der Gemeinde und der Wehr, den Personalbedarf, spezielle Risiken und die Fahrzeugkonzeption beleuchtet.

In der Zusammenfassung des 57 Seiten starken Werks wird darauf hingewiesen, dass man einen teilweise überalterten Fuhrpark habe – weil in der Vergangenheit versäumt worden sei, diesen kontinuierlich zu erneuern. „Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation der Gemeinde müssen mehrere zwingend notwendige Beschaffungen durchgeführt werden“, ist daher zu lesen. Dafür haben Balles und seine Kollegen in Zusammenarbeit mit dem Kreisbrandmeister und Vertretern der Verwaltung eine Liste der vorhandenen Fahrzeuge und der vorrangigen Anschaffungen erarbeitet.

Zunächst geht es in „Prio 1“ um das Löschfahrzeug LF 16/12 der Abteilung Sennfeld mit dem Baujahr 1995. Dieses soll ersetzt werden durch ein Löschfahrzeug HLF 10, den günstigeren „kleineren Bruder“ des HLF 20. Das Beantragen der Fördermittel müsse noch im Jahr 2021 erfolgen, Ende 2023 oder Anfang 2024 kann das Fahrzeug dann in Dienst gestellt werden, so Schwab. Danach wird das LF16/12 aber keineswegs ausgemustert, sondern als zweitausrückendes Fahrzeug in Adelsheim stationiert.

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„Prio 2“ gilt dem Ersatz des vorhandenen, gut 30 Jahre alten TSF, ebenfalls bei der Abteilung Sennfeld. Angeschafft werden soll ein Logistikfahrzeug, das dem Personal- und Gerätenachschub an die Einsatzstelle dient, ein GW-L2. Dafür müssen die Fördermittel 2022 beantragt werden, damit es 2024 auf dem Hof steht. Das Einsatzfahrzeug ist auch deshalb von Bedeutung, weil es Bestandteil des Hochwasser-Konzeptes ist. Außerdem wird es zur Sicherstellung der Wasserversorgung im Einsatzfall benötigt.

Schließlich soll – „Prio 3“– ein TSF-W angeschafft werden, Beantragung wäre 2025, Indienststellung Ende 2027. Hintergrund ist, dass das bei der Abteilung Leibenstadt vorhandene, gut in Schuss gehaltene TLF8/18 zwar mit seinem großen Wassertank gerade bei der Flächenbrandbekämpfung einen wichtigen Beitrag leistet, doch es ist schon 36 Jahre alt. Daher, so Balles, sei es riskant, es als erstausrückendes Einsatzfahrzeug für den Grundschutz in einem Ortsteil einzusetzen. Angesichts seines auch vom TÜV bescheinigten guten Zustands soll es aber noch weitere sechs bis acht Jahre im Einsatz bleiben.

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Zwischen 450 000 und 500 000 Euro werde ein HLF 10 kosten, erläuterte Balles auf Nachfrage aus dem Gremium. Dazu gebe es eine Pauschalförderung von 92 000 Euro, eventuell auch Geld aus dem Ausgleichstock, wie Bürgermeister Bernhardt bestätigte.

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Noch offen sei das Thema der Großfahrzeuge für die Gemeinden im RIO-Verbund, berichtete Balles. Weiter riss Holger Schwab das Thema Feuerwehrgerätehaus Adelsheim an: Nicht sofort, aber doch in den nächsten fünf Jahren müsse man sich darüber Gedanken machen. Das Gebäude reiche vom Platz her nicht aus, es fehle eine Funkzentrale und ein Umkleidebereich. Ein gemeinsames Gerätehaus der Gesamtstadt ist für Balles kein Thema, weil man dann die Hilfsfristen erst recht nicht einhalten könne. Das sei jetzt schon schwierig. Problematisch nannte Holger Schwab die geringe Tagesstärke in Leibenstadt.

Digitalfunk kommt

Kritisch angemerkt wurde die unzureichende Löschwassersituation in der Kernstadt, nachdem der Mühlkanal kein Wasser führe. Ein weiteres „brennendes“ Thema ist die für dieses Jahr geplante Einführung des Digitalfunks im Kreis. Danach haben die Gemeinden und ihre Wehren maximal vier Jahre Zeit, die Fahrzeuge und stationären Funkgeräte entsprechend umzurüsten, so Balles. Dafür sei mit etwa 40 000 Euro an Kosten zu rechnen. Ein Zuschuss könne ab 2022 beantragt werden.

Großes Lob der Stadträte gab es zum Abschluss für die engagierte Arbeit der Feuerwehr. Das Geld für die Wehr sei gut investiertes Geld. Dem Dank schloss sich auch der Bürgermeister an. Abschließend wurde der Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Adelsheim einstimmig beschlossen. Im Jahr 2025 steht dann die nächste Überarbeitung des Plans an.

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