Haushalt der Stadt Adelsheim für 2021 steht - Zwölf-Millionen-Euro-Werk beschlossen / Einhelliges Lob für „schwarze Null“ / Dank für gute Zusammenarbeit Die Kreditaufnahme fällt geringer aus als erwartet

Von 
sab
Lesedauer: 
Der Neubau der Kultur- und Sporthalle ist 2021 der „größte Brocken“ der Baumaßnahmen in Adelsheim. © Stadt Adelsheim

Adelsheim. „Es sieht besser aus als befürchtet“, erklärte Kämmerer Rainer Schöll zum Haushalt der Stadt Adelsheim für 2021. Das Zwölf-Millionen-Euro-Werk wurde am Montag in der Eckenberghalle vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Etat 2021 der Stadt Adelsheim und Wirtschaftsplan der Wasserversorgung in Zahlen

Der Adelsheimer Haushaltsplan für 2021 sieht im Gesamtergebnishaushalt ordentliche Erträge von 11 980 000 Euro bei ordentlichen Aufwendungen in gleicher Höhe vor. Somit wird ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht.

Im Finanzhaushalt ergibt sich ein Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushalts von 555 000 Euro. Die Hebesätze für Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer bleiben unverändert (340, 380 und 350 v.H.).

Die Steuerkraftsumme der Stadt hat sich mit 6 913 597 Euro gegenüber dem Vorjahr verringert; 54 Prozent der Steuerkraftsumme ergeben sich aus der eigenen Steuerkraft 2019, 46 Prozent machen die 2019 erhaltenen Schlüsselzuweisungen aus. 29 Prozent der Steuerkraftsumme sind über die Kreisumlage an den Landkreis abzuführen.

Die Personalausgaben machen 2,5 Millionen Euro aus. Für die Unterhaltung des städtischen Anlagevermögens werden 724 500 Euro ausgegeben (Vorjahr: 664 000 Euro).

An Baumaßnahmen sind der Neubau einer Kultur-und Sporthalle, die Erweiterung des Kindergartens Adelsheim, die Vergrößerung des Abwasserkanals in der Hergenstadter Straße sowie Straßenbau im Zuge der Flurbereinigung Adelsheim veranschlagt.

Darlehen in Höhe von 2 463 000 Euro werden aufgenommen, 163 000 Euro werden getilgt. Der Schuldenstand des Kernhaushalts wird Ende 2021 voraussichtlich 6 473 495 Euro betragen. Pro Kopf sind das 1271 Euro.

Im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung werden im Erfolgsplan Erträge von 804 000 Euro bei Aufwendungen von 776 000 Euro erwartet. Aus dem Wasserverkauf sind Einnahmen von 645 000 Euro geplant, zusätzlich zum Grundpreis von 75 000 Euro. Dazu kommen vom Abnehmer JVA 70 000 Euro. Der Wirtschaftsplan wurde ebenso beschlossen wie der Finanzplan mit Investitionsprogramm 2020 bis 2024. sab

AdUnit urban-intext1

Wie Schöll erläuterte, konnte in den Jahren 2019 und 2020 nicht ausgegebenes Geld wieder eingesetzt werden, so dass 2021 weniger Kredit aufgenommen werden muss als erwartet. Die Nettoneuverschuldung werde auf 2,3 Millionen Euro begrenzt. Auch an der Gebührenschraube wird nicht gedreht: „Die Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer bleiben unverändert, das ist erfreulich für die Steuerzahler.“

Gebührenschraube nicht gedreht

Mit Erträgen und Aufwendungen von 11 980 000 Euro ist der Ergebnishaushalt ausgeglichen. „Das ist das Minimum und das haben wir erreicht“, so Schöll. Man rechne mit einem leichten Rückgang bei der Gemeindesteuer, erreiche aber den langjährigen Schnitt. Die Schlüsselzuweisungen werden geringer ausfallen als im Vorjahr. Da hilft es der Stadt, dass die Kreisumlage gesenkt wurde. „Unterm Strich haben wir 4,3 Millionen Euro“, so Schöll.

Zu den Ausgaben erklärte er: „Das meiste Geld bleibt bei den Kindern“. Für Kindergärten sind 691 000 Euro vorgesehen, für die Schulen (210 900 Euro). Aber auch Freibad (166 550 Euro), Sportstätten (163 000 Euro) und die Feuerwehr (142 050 Euro) schlagen zu Buche. Durch die Baumaßnahmen – der Neubau der Kultur- und Sporthalle sowie die Erweiterung des Kindergartens Adelsheim sind die größten Brocken – ist der Haushalt stark in Anspruch genommen. Die liquiden Mittel werden 2021 und 2022 noch abgebaut, sollen danach aber wieder aufgefüllt werden, um künftige Investitionen zu ermöglichen. Unwägbarkeiten bleiben, gab der Kämmerer noch zu bedenken. So wisse man noch nicht, ob das Land wieder die Kindergartenbeiträge übernehme, wie im ersten Lockdown geschehen.

AdUnit urban-intext2

„Schwarzmalerei bringt uns nicht weiter“, zitierte Stadtrat Rolf Friedlein in der Stellungnahme der CDU die Etatrede 2020 von Edgar Kraft. Das gelte noch immer. Lob gab es für die „schwarze Null“ und den Baufortschritt an der Kulturhalle. Für die Lücken in der Marktstraße werde man Ideen entwickeln müssen. Gut und sinnvoll sei die Erweiterung des Kindergartens in Adelsheim.

Dass die Investitionen in die Kindergärten ein Kraftakt, aber notwendig seien, betonte auch Ralph Gaukel (SPD). Lob gab es von ihm für die Gründung der Bürgerenergiegenossenschaft und die vorgesehenen 80 000 Euro für Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden. Marco Rieß (Freie Wähler) bestätigte, man treffe „richtige und wichtige“ Entscheidungen für die Zukunft. An die Bürger appellierte er, Kritik nicht nur in bestimmten Medien zu äußern, sondern sich direkt an die Gemeinderäte zu wenden und sich aktiv einzubringen. Harald Steinbach (Bürgerliste) ist es wichtig, dass auch weiter Geld in die Unterhaltung der vorhandenen Infrastruktur fließt.

AdUnit urban-intext3

Alle Sprecher dankten der Verwaltung für die engagierte Arbeit. Hervorgehoben wurde auch die gute Zusammenarbeit im Gremium und mit der Verwaltung. Ein großes Lob auch des Bürgermeisters galt den Ehrenamtlichen in der Stadt. sab