Mehrere „Baustellen“ im Zugverkehr - Verspätungen und Ausfälle sorgen für Unmut / Pilotprojekt auf der Frankenbahn Bürger machen ihrem Ärger Luft

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Sabine Braun und Sabine Braun
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Bei Aktionstagen machten die Bürger und Kommunalpolitiker ihrem Ärger über schlechte Verbindungen und zu wenig Halte auf der Frankenbahn Luft. So wie es bislang aussieht, wird in Hirschlanden auch in den nächsten Jahren kein Zug halten. © Helmut Frodl

Zu wenig Züge, schlechte Verbindungen, Verspätungen, Zugausfälle – der Bahnverkehr sorgt für Ärger. Auf mehreren Ebenen wird für Verbesserungen gekämpft.

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Odenwald/Tauber. S-Bahn-Rhein-Neckar, Frankenbahn, Madonnenlandbahn – auf drei Strecken sind Züge im nördlichen Neckar-Odenwald-Kreis unterwegs. Und über jede Route wurde im Jahr 2018 zurecht gemeckert.

Oft sind Verspätungen der Grund. Das betrifft auch die S-Bahn-Rhein-Neckar, die mit Verzögerungen aus Heidelberg in den Odenwald kommt. Das betrifft Schüler und Pendler. Und Reisende, die in Osterburken in die Frankenbahn, also in Richtung Würzburg, umsteigen wollen, verpassen ihren Anschluss.

In Rippberg und Walldürn hat die Bahntochter „Westfrankenbahn“ zwar die Bahnsteige modernisiert, doch Ärger gab es trotzdem: Zuerst im Sommer und dann noch einmal im Herbst mussten die Verantwortlichen Zugfahrten zwischen Walldürn und Seckach streichen, beziehungsweise durch Busse ersetzen. Der Hintergrund: Es fehlen Lokführer. Gleichzeitig locken die neuen Betreiber Abellio und Go Ahead Personal an und von der DB weg, die bisher verantwortlich war.

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Ein besonderes Sorgenkind ist die Frankenbahn zwischen Möckmühl, Osterburken und Lauda. Inzwischen ist es soweit gekommen, dass in der ersten Schulstunde in Adelsheim und Osterburken keine Klassenarbeiten mehr angesetzt werden, berichtete Bürgermeister Klaus Gramlich dem Kreistag: Man weiß nie, ob die Schüler ankommen oder noch auf einem Bahnsteig herumstehen.

Bereits im Februar hatten die Kreise Main-Tauber- und Neckar-Odenwald eine Allianz zum Ausbau der Frankenbahn geschlossen und einen Forderungskatalog an das Land unterzeichnet.

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Bei Demofahrten machten die Bürger ihrem Ärger Luft; beim Zukunftskongress in Mosbach wurden Pläne geschmiedet, wie alles besser werden kann. Im Ergebnis wurde ein Pilotprojekt vorangetrieben, das ab Dezember 2019 für mehr Züge und mehr Halte zwischen Osterburken und Lauda sorgen soll. Im Moment wird zwischen den Kreisen über die Kostenaufteilung diskutiert.

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Gleichzeitig wird investiert: Im April und Mai war die Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda mehrere Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt. Ab 7. Januar wird der Tunnel in Wittighausen umgebaut. Das bedeutet erneut eine Sperrung und Ersatzverkehr, und zwar bis August 2019.

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