Leserbrief - Zum Leserbrief "Claqueure nur bei 'Mergentheim gegen Rechts'" (FN, 24. Februar) "Wir gehen kostenlos auf die Straße"

Von
Leserbrief-Schreiber: Lars Konze (Initiative "Mergentheim Gegen Rechts", Bad Mergentheim)
Lesedauer:

Liebe Frau Dr. Christina Baum,

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ich möchte einmalig im Namen unserer Initiative "Mergentheim Gegen Rechts" auf den von Ihnen verfassten Leserbrief zum kürzlich erschienenen Artikel "Zurück zu preußischen Tugenden" antworten.

Sie raten Herrn Schreiner von Spekulationen ab, doch strotzt Ihr Leserbrief selbst von Spekulationen. Das amüsiert uns sehr! Bereits Ihre Behauptung, "Claqueure finde man höchstens bei 'Mergentheim gegen Rechts'" ist eine reine Spekulation, auf die ich näher eingehen möchte. Sie behaupten, unsere Aktiven der Initiative "Mergentheim Gegen Rechts" seien von der Bundesregierung bezahlt, um gegen Rechtspopulismus und Rassismus auf die Straße zu gehen. Im Detail schreiben Sie, wir bekämen Geld "aus dem Steuertopfbudget für den 'Kampf gegen rechts'" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wahrscheinlich können Sie es sich nicht vorstellen: Wir gehen freiwillig und kostenlos auf die Straße, denn wir alle sind überzeugte Antirassistinnen und Antirassisten! Uns ist es ein Herzensanliegen, Solidarität und Mitgefühl mit Geflüchteten zu zeigen und gegen den dramatischen Rechtsruck in Deutschland zu protestieren! Dafür engagieren wir uns ehrenamtlich und investieren unsere Freizeit (abseits der Arbeit, des Studiums und der Ausbildung), um entschlossen über organisierte rassistische und faschistische Strukturen in der Region aufzuklären.

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Ich frage Sie: Welche Beweise haben Sie denn dafür, dass unsere Initiative "Mergentheim Gegen Rechts" von der Bundesregierung bezahlt und somit gesteuert würde? Wir sind gespannt auf Ihre Belege. Falls Sie keine Belege haben, wäre das: eine bloße Spekulation.

Des Weiteren behaupten Sie: Oft gebe es "zusätzliche Prämien" bei Demonstrationen. Für was gibt es denn ihrer Einschätzung nach "zusätzliche Prämien", die wir erhalten würden? Auf der rassistischen Wügida-Demonstration ("Würzburg gegen die Islamisierung des Abendlandes"), auf der Sie bereits als überzeugte Rednerin auftraten, unterstellte der rassistische Verschwörungstheoretiker Michael Mannheimer den Gegendemonstranten ein sogenanntes "Wurfgeld". Damit meinte er, pro geworfenem Stein würden die Gewerkschaften ihnen fünf Euro zahlen.

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Ich möchte diese absurde Behauptung aufführen, um Sie zu fragen: Meinen Sie das mit den "zusätzlichen Prämien"? Das ist keine Spekulation meinerseits, lediglich eine Frage. Gerne lassen wir uns von Ihnen belehren, was Sie stattdessen darunter verstehen.

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Bis bald! Vielleicht treffen wir uns ja am 4. März um 17.30 Uhr am Wertheimer Marktplatz, wenn wieder ein großes Bündnis unter dem Motto "Herz statt Hetze! Rechtspopulismus und Rassismus sind keine Alternative!" gegen die rechte Stimmungsmache der AfD demonstriert. Mit antirassistischen Grüßen,