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Leserbrief - Zu „Prominenz für Palästina“ (FN, 19. Mai) „Widmen wir Özil nicht zu viel Aufmerksamkeit“

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Mesut Özil? Ja, da war doch etwas. 2010 eilte Angela Merkel in die Umkleidekabine der Nationalmannschaft und gratulierte Mesut Özil zum Sieg beim Länderspiel. Der Sohn türkischer Einwanderer hatte es nach ganz oben geschafft. Im Trikot der Nationalelf hatte er bei der Nationalhymne zwar nie die Miene verzogen, aber gut. Als seine fußballerische Leistung nachließ, waren daran nur die intolerante und diskriminierende Wahrnehmung von Medien, Trainer und Kameraden schuld. Wofür sein Herz wirklich schlägt, machte er mit der Wahlkampfhilfe für Erdogan 2018 deutlich. Sein Bekenntnis für ein „Freies Palästina“ stellte er nun mit dem Trainings-T-Shirt seines Vereins in Istanbul unter Beweis. Diese Parteinahme ist bei Özils Vorgeschichte eigentlich nur konsequent. Der wiederentbrannte Nahostkonflikt hat sich leider auch bis in deutsche Städte verlagert. Die Israel-Feindlichkeit wird offen ausgelebt, israelische Fahnen brennen und jüdische Einrichtungen müssen verstärkt geschützt werden. Eigentlich sollte es zur Staatsräson aller in Deutschland lebenden oder hier aufgewachsenen Bürger gehören, die Existenz Israels nicht in Zweifel zu ziehen. Das Beispiel Mesut Özil macht allerdings deutlich, dass der Versuch einer gelingenden Integration kläglich gescheitert ist, wenn es um deutsche Gesetze und Normen geht.

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Gönnen wir Özil das Fußballer-Leben in der Türkei, aber widmen wir ihm auch nicht zu viel Aufmerksamkeit.

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