AdUnit Billboard

Leserbrief - Zur Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine Welt ohne Waffen „leider unvorstellbar“

Lesedauer

Der griechische Philosoph Platon träumte vom Königtum der wahren Philosophen als Bedingung für die Verwirklichung eines gerechten Staats. Von dieser Vision war der Verlauf der Geschichte in aller Regel weit entfernt. Vielmehr galt von den Staatsoberhäuptern weitgehend das, was der Philosoph Immanuel Kant ihnen vorwarf: „die des Krieges nie satt werden können“ (aus seiner wieder aktuellen Schrift „Zum ewigen Frieden“).

So hat man sich daran gewöhnt, Geschichte als Kriegsgeschichte zu verstehen und Waffen als die legitimen Instrumente, um Kriege zu führen (Angriffs- oder Verteidigungskrieg). Eine Welt ohne Waffen mit grauenvoller Wirkung (heute ABC-Waffen) ist leider unvorstellbar geworden. Die Wurzel allen Übels liegt in der Waffenproduktion und Rüstungsindustrie. Waffen als Mittel des Bösen zu brandmarken, wäre ein Akt der menschlichen Vernunft. Politiker haben sich darauf eingelassen, in militärischen Kategorien und Strukturen zu denken.

Diese Sichtweise führt unweigerlich zum Anstieg der Rüstungsspirale, wie wir es aus den Zeiten des Kalten Kriegs kennen, und trägt eher zu einer Militarisierung der Gesellschaft bei. Dringend erforderlich ist ein Umdenken der Menschheit – weg von der militärischen Logik zu einem vernunftgemäßen, gewaltfreien Gebrauch unseres gesunden Menschenverstands. Wo bleiben die kreativen, kompromissbereiten politischen Lösungen im Ukraine-Konflikt?

Erst wenn jeder vor Waffen dieselbe Abscheu empfindet wie vor jeder anderen Gewaltanwendung, beginnt eine „Zeitenwende“ (Scholz), geprägt von Menschlichkeit, Menschenwürde, Mitgefühl und Friedfertigkeit.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1