AdUnit Billboard

Leserbrief - Zu „Benedikt...“ (FN, 9. Februar) „Was kann er noch tun?”

Lesedauer

Das Hin und Her zum Vorwurf der Vertuschung in der Kirche geht nun schon Wochen. Was geschehen ist, ist für alle Betroffenen von Missbrauchsfällen unfassbar und muss an allen Stellen in Deutschland und Welt unbedingt verabscheut werden. Unserem Papst Benedikt XVI., ehemals auch Kardinal von München und Freising, werden konkret vier Fälle von 1980 vorgeworfen, die er vertuscht habe. Am 8. Februar hat Erzbischof Dr. Georg Gänswein für den nahezu 95-Jährigen dessen Entschuldigung vorgelesen. Die Missbrauchsbeauftragten und auch andere Christen in Deutschland waren mit der Entschuldigung nicht zufrieden. Wie sollte eine Bilderbuchentschuldigung in ihren Augen aussehen? Ein alter Mann, auch wenn er Papst war, was kann er noch tun, welche Macht hat er noch?

Vielleicht sind sein Alter und die körperlichen Gebrechen schon Sühne in dieser Welt. Mir fällt zu den ganzen Beschuldigungen das Johannes-Evangelium 8.7 ein: „Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein. . .“ Hier können sich alle, die mit dem ehemaligen Papst ins Gericht gehen, ihre Gedanken machen. Weiter frage ich: Wie hätten sie zur damaligen Zeit gehandelt?

Allen Betroffenen, die Missbrauchsfälle erleben mussten, egal von wem und durch wen, muss im Rahmen der Möglichkeiten geholfen werden, doch auch unserem Papst Benedikt in seinem hohen Alter sollte der nötige Respekt entgegengebracht werden. Allen, die heute nur im Trüben fischen und kein Wort des Dankes für ihn kennen, sollten wissen: Gott, unser Herr, fällt das letzte Urteil, so wie ein jeder von uns einst gerichtet wird.

Mehr zum Thema

Missbrauchsskandal

Bei Opfern entschuldigt

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1