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Hier hat der Leser das Wort: Zum Beschluss zur Schließung der Hundheimer Schule (FN 29. April) Vorteile der Zwergschule nicht herabsetzen

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Wenn eine Schule geschlossen werden soll, die man 18 Jahre lang geleitet hat, dann fühlt man mit jenen Hundheimern, die darüber traurig sind. Gleichzeitig versteht man jene Eltern nicht, die aus irgendwelchen Gründen ihre Kinder in eine andere Schule gehen lassen wollen.

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Als ich im Jahre 1962 als Schulleiter an die Grund- und Hauptschule Hundheim auf Wunsch versetzt wurde, konnte ich mit meiner Familie noch nicht in das neue Lehrerhaus gleich neben dem Schulgebäude einziehen. Damals waren jeweils zwei Jahrgänge zusammengefasst, und ich kann mich nicht erinnern, dass dies jemals von Eltern als nachteilig empfunden worden wäre. Voll ausgebaut war die Schule später, als noch die Kinder aus Nassig, Sonderriet, Sachsenhausen und Steinbach die Hundheimer Schule bis zur sechsten Klasse besuchten. Aber bereits vorher tat sich so einiges dort. Denn ich gab Akkordeonunterricht und konnte bis zum großen Heimatfest im Jahre 1964 ein starkes Akkordeon-Orchester zusammenstellen, das mit den Blaskapellen Hundheim und Steinbach sowie dem Spielmannszug aus Külsheim den "Hundheimer Festmarsch" erstmals erklingen ließ, der großen Anklang fand.

An diese Höhepunkte im Dorfgeschehen, das immer eng mit der Schule verbunden war, erinnern sich bestimmt noch viele Hundheimer, natürlich auch an die Weihnachtsveranstaltungen im "Grünen Baum". Überhaupt spielte die Musikerziehung eine große Rolle, wenn man auch an das Spielen auf Orff'schen Instrumenten und an den Schülerchor denkt.

Ich habe den Bericht in den Fränkischen Nachrichten über die Schulschließung aufmerksam gelesen und muss dazu sagen, dass ich schon immer, auch gegenüber der Schulbehörde, die wenig gegliederte Volksschule verteidigt habe, ging ich doch selbst in eine Zwergschule und unterrichte die Klassen 1 bis 4. Man sollte die Vorteile dieser Schulart nicht herabsetzen. Denn oft war es so, dass die älteren Schüler den jüngeren halfen und diese nicht selten auch den Lehrstoff der nächsten Jahrgangsstufe mitbekamen. Auf jeden Fall wurden die Kinder in den wenig gegliederten Schulen zur Selbstständigkeit und erfolgreicher Selbstbeschäftigung erzogen. Aber der größte Vorteil bestand darin, dass die Dörfer ihre Schule behielten und nicht bereits Erstklässler mit dem Bustransport konfrontiert wurden.

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Ich stimme voll und ganz einem Hundheimer Vater zu, der in dem Zeitungsbericht davon überzeugt ist, dass die Kinder auch in einer wenig gegliederten Schule erfolgreich lernen können, wenn sie engagierte Lehrer haben.

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