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Leserbrief: Zum Abriss des Gasthauses "Grüner Baum" Verscherbeltes Tafelsilber

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Danke den Leserbriefschreibern Götzelmann für ihr engagiertes baukulturelles Plädoyer : Jeder Gang durch die Mergentheimer Innenstadt wirft die Frage auf, wie es möglich ist, dass das bauhistorische Tafelsilber der Stadt dermaßen zerstört werden kann. Gleichgültigkeit? Unkenntnis? Wieder wird mit dem "Grünen Baum" historische Bausubstanz durch banale Allerweltsarchitektur ersetzt, doch durch solche Beispiele lässt sich keine Wirtschaftskraft in die Stadt holen oder dort halten, was diese dringend braucht, um attraktiver zu werden. Kaufkraftstarke Mieter, Eigentümer und Besucher suchen atmosphärische Innenstadtquartiere, schätzen identitätsstiftende und -erhaltende Baukultur. Es gibt immer weniger dieser wunderbaren barocken Tür- und Fensterstöcke, Treppenanlagen und gewachsenen Ensembles in Bad Mergentheim, die aus kulturwirtschaftlicher Sicht ein Schatz sind. Ein heruntergekommener Zustand ist noch kein Argument für Abriss, dieser ist nur die schlechteste Lösung. Es gibt inzwischen genügend kommunale Konzepte, wie die Entwicklung historischer Innenstädte für Bewohner und Touristen zufriedenstellend verwoben werden kann, wie dadurch ökonomische Effekte generiert werden können: durch Beratung finanzschwacher Eigentümer, Zwischennutzungslösungen, Lebenszyklusberechnungen, kreative Finanzierungsmodelle, Alternativszenarien - und gute Beispiele, die Mut zur Nachahmung machen. In unserer Stadt sollte endlich ankommen, was in der Kultur- und Tourismuswirtschaft inzwischen eine Binsenweisheit ist: Der kurzfristige Profit nutzt nur dem Investor, nicht der Stadt, nicht ihrem Einzelhandel, nicht ihrer Hotellerie und Gastronomie und langfristig erst recht nicht uns Bewohnerinnen und Bewohnern.

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