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Leserbrief - Zu „Land nimmt die ganze Strecke ins Visier“ (FN, 28. März) „Verkehrspolitische Ungerechtigkeit endlich beseitigen“

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© Fotolia/mapoli-photo

Die Frankenbahn ist „wichtiger Teil unseres Szenarios, auch in ländlich geprägten Regionen im Sinne des Klimaschutzes mehr Verkehr auf die Schiene zu bekommen“, so Verkehrsminister Hermann.

Da ist es gut, wenn die Frankenbahn verbessert werden soll, wenn Verkehrsministerium, Landkreise und DB-Netz AG ein Planungskonzept für die Strecke Heilbronn-Osterburken beschließen wollen.

Aber halt – ist das die „Frankenbahn für alle“? Was ist mit der Strecke Osterburken-Würzburg?

Es ist gut, wenn der Landtagsabgeordnete für den Main-Tauber-Kreis, Professor Dr. Reinhart, auf die weitere „Verbindung nach Lauda-Königshofen und Richtung Landesgrenze“ hinweist, auf die beschlossene Modernisierung der Haltepunkte Wittighausen, Grünsfeld, Zimmern und Gerlachsheim: „Die Menschen im ländlichen Raum haben einen Anspruch auf moderne und zuverlässige Bahnverbindungen.“ Aber halt – ist das die „Frankenbahn für alle“? Was ist mit der Strecke Lauda-Osterburken? Hier läuft derzeit ein „Probe“-Betrieb: Regionalbahn-Stundentakt auf drei Jahre mit der Forderung: 500 Fahrgäste täglich. Einerseits eine große Verbesserung: das Zeitfenster für stündliche Regionalbahn-Züge ist endlich geöffnet. Andererseits nur ein halbherziger Fortschritt.

Stundentakt für vier (von ehemals neun) Haltestationen an fünf (von sieben) Wochentagen: werktags von Montag bis Freitag, ohne Wochenenden, ohne Feiertage. Ein Bahn-Stundentakt, der zugleich umfangreichen Bus-Verkehr als Zubringer für die Bahn-Haltepunkte erfordert.

Denn es gibt Bedienungslücken bis zu 15 Kilometern: Die Züge halten zum Beispiel in Boxberg-Wölchingen und in Königshofen – aber die ehemaligen Bahnhof-Orte Schweigern, Unterschüpf, Sachsenflur bleiben weiter auf Busse beschränkt.

Halbherzig ist der Stundentakt auch, weil er auf „Probe“ läuft. Sind wir denn Bürger zweiter Klasse? Als auf der Strecke Lauda-Würzburg die Regionalbahn auf Zwei- und Ein-Stundentakt verdichtet wurde, hieß es da „zur Probe“? Oder als im ländlichen Raum Osterburken-Mosbach die viel teurere S-Bahn eingeführt wurde, war das „auf Probe“?

Seit Eröffnung der Bahnstrecke Heidelberg-Würzburg anno 1866 wurden wir im Abschnitt Osterburken-Lauda gleichberechtigt behandelt – im Großherzogtum Baden, in der Republik Baden, im Bundesland Baden-Württemberg – bis zum Bedienungs-Kahlschlag 1985. Es ist an der Zeit, diese verkehrspolitische Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen.

„Frankenbahn für alle“ heißt Zughalte für alle Orte, die direkt an der Schiene liegen. Dauerhafter Regionalbahn-Stundentakt mit schrittweisem Ausbau der stillgelegten Haltepunkte. So fährt „Frankenbahn for Future“.

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