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Leserbrief - Zur Verkehrssituation in Bad Mergentheim Verkehrslage verschärft sich zusehends und wird immer unerträglicher

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Die Parteien und die City-Gemeinschaft beanstanden derzeit wieder die fehlende Verkehrsinfrastruktur in Bad Mergentheim. Alle sorgen sich, dass der Autoverkehr endlich wieder fließt und genügend Parkmöglichkeiten für den wachsenden Bedarf geschaffen werden. Ich bin über die Reaktionen sehr dankbar, denn seit langem sind meine Fragen zu dem Thema von den Fachleuten der Stadt unbeant-wortet. Ich hoffe und wünsche mir, dass es den Verantwortlichen in dieser Stadt doch mal gelingt, künftig eine auch für den innerstädtischen Bereich tragfähige Verkehrsstruktur zu schaffen, bevor sie immer neuen Verkehr in die Stadt holen und so einen Verkehrsinfarkt mehr produzieren als verhindern.

In den Stellungnahmen ist wenig zu finden, warum Bad Mergentheim einen Verkehrsinfarkt zu befürchten hat. Seit Jahren ist zu beobachten, dass durch Konzentrationen von Dienstleistungen und dergleichen im Bereich der Kernstadt immer mehr Autoverkehr generiert wird. Die Straßen und natürlich besonders auch die Fuß-und Radwege warten noch heute darauf, an dieses Verkehrs-Wachstum angepasst zu werden. Als Beispiele möchte ich die Zusammenfassung von Kindergärten im Weberdorf oder die Bildung der getrennten Grundschulstandorte nur für 1. und 2. und 3. und 4. Klassen anführen. Mindestens an zwei Schuljahren hat jeder Schüler einen längeren Schulweg. Weil die innerstädtischen Straßen für die Kinder immer unsicherer werden, müssen viele Elterntaxis helfen. Die Geschäfte im Wirtschaftsgebiet Herrenwiesen können ungefährlich nur mit dem Auto besucht werden, da größtenteils keine Fuß- und Radwege vorhanden sind. Das Activ-Center ist zum innerstädtischen Einkaufsschwerpunkt geworden. Südlich der Bahn wurden das EKZ um Kaufland und der Kupsch-Markt geschlossen, der Aldi-Markt von der Peripherie ins zentrale Activ-Center verlegt. Das museumsreife Schrankensystem blockiert unnötig lange die Zu- und Abfahrt zum Activ-Center aus dem Kernstadtbereich und zwingt häufiger zu Umwegen über die B 290 und die ohnehin stark überlastete Herrenwiesenstraße.

Das überwiegend auf Auto-Besucher ausgerichtete Activ-Center liegt in unmittelbarer Nähe des Wohngebietes Denni-Hoffmann-Straße und Herrenmühlstraße. Hier ist in den letzten Jahren eine sehr dichte Bebauung mit mehrgeschossigen, überwiegend senioren- und behindertengerechten Wohnhäusern entstanden. Alle Wohnungen haben grundsätzlich einen privaten Parkplatz. Die wenigen öffentlichen Parkplätze in den beiden Anwohnerstraßen reichen nicht einmal für Besucher- und Anlieferfahrzeuge zu den Häusern. Das nun aktuell genehmigte Projekt „Umbau des ehemaligen Altenheimes in ein Jugend- und Familienhotel“ befindet sich mitten in diesem Wohngebiet und wird künftig auch die kleinen Wohnstraßen mit zusätzlichem Verkehr belasten. Bauliche und technische Anpassungen im Verkehrssystem des Umfeldes an die neue Lage sind nicht bekannt. Diesbezügliche Fragen wurden von der Stadtverwaltung nicht beantwortet.

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Die Verkehrslage verschärft sich zusehends und wird immer unerträglicher. Mit großem Stolz wurde dazu noch vor einigen Wochen das Nobel-Hotel-Projekt eines Langenburger Investors am Kurpark in den FN präsentiert. Auch dieses Hotel wäre nach bisherigem Stand nur über die genannten überlasteten Verkehrswege erreichbar und würde daher weiteren Autoverkehr generieren. Bisher kann oder will die Stadt dazu kein machbares Verkehrskonzept vorlegen.

Da Meinungen und Anregungen einzelner Bürger in unserer Stadt wenig Beachtung finden, wünsche ich mir, dass sich Parteien und City-Gemeinschaft mal gemeinsam mit Stadtverwaltung, Gemeinderat und auch Bürgern unbefangen und ohne forderndes Partei- und Klientel-Denken um das ganzheitliche Wohl unserer Stadt kümmern.

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