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Leserbrief - Zu „Tauberbischofsheim will den Bismarckturm aus dem Dornröschenschlaf wecken“ (FN, 31.Januar) Vergangenheit stets aus dem Blickwinkel der Gegenwart deuten

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Otto von Bismarck war einer der entscheidendsten Staatsmänner Deutschlands. Damit erübrigt sich die Frage, ob man den Denkmalturm restaurieren sollte. Aus heutiger Sicht ist es auch Bismarcks Verdienst, die Sozial-, Renten- und Krankenversicherungen geschaffen zu haben.

Dazu erinnert auch das Denkmal. Nichtsdestotrotz erfüllen Denkmäler immer auch den Zweck der Entsendung einer politischen Botschaft. Neben den progressiven Ansätzen des ersten deutschen Kanzlers definierte sich seine Politik monarchistisch und antidemokratisch. Insbesondere fielen Katholiken und Sozialisten dem Entzug von Grundrechten und Parteienverboten zum Opfer.

Moderne Denkmalanlagen sollten die Vergangenheit stets aus dem Blickwinkel der Gegenwart deuten. Nicht-kontextualisierte Denkmäler spiegeln neben der zu erinnernden Person insbesondere auch die Werte und Ansichten der Auftraggeber während des Entstehungszeitraums wider.

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Deshalb sollte die Restauration des Turms mit einer kritischen gesellschaftlichen Auseinandersetzung über das Leben und Wirken des „Eisernen Kanzlers“ einhergehen und darüber hinaus auch die Beweggründe der Auftraggeber beleuchten. Ein möglicher Ansatz wäre, dass lokale Schulklassen die Inhalte für informative Schautafeln zur historischen Einordnung des Denkmals entwerfen, die das restaurierte Monument dann dauerhaft ergänzen könnten.

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