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Leserbrief - Zur Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine „Unbekannte Sorgen“

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Die emotionale und materielle Unterstützung unserer Bevölkerung für die Menschen in der Ukraine und bei uns ist phänomenal; allen Helfern und Spendern kann man gar nicht genug danken für ihr großes Herz.

Vergessen wir dabei unsere Soldatinnen und Soldaten nicht, die an der Ostgrenze der Nato im Einsatz sind. Sie stehen emotional wie als Soldaten vielleicht vor ihrer Feuertaufe. Die Familien zu Hause werden sich alle in großer Sorge befinden. Für 95 Prozent unserer Landsleute sind das unbekannte Sorgen und Gefühle.

Meine Familie hat mich dreimal ins Krisengebiet Balkan verabschiedet. Wenige hat das damals interessiert: „Dafür werdet ihr ja bezahlt“ und „Ihr verdient gut dabei“ waren gängige Antworten. Mit diesen Menschen haben wir danach den Kontakt abgebrochen. Wir haben als Familie dreimal einen Sohn in den Kosovo und nach Afghanistan verabschiedet, mit der Hoffnung, ihn lebend wiederzusehen. Gott sei Dank hat er überlebt.

Die Empfindungen und schlaflosen Nächte wünsche ich keinen Eltern. Doch sie sind Realität – Tag für Tag, nicht erst seit acht Tagen, schon vorher, in Mali oder sonst irgendwo in Afrika.

Spätestens wenn die Hubschrauber aus Niederstetten, die Logistiker aus Walldürn, die Kampfpanzer aus Hardheim verlegt werden, hat Putins Krieg auch uns alle erreicht. Dann wünsche ich mir mehr Solidarität der Bevölkerung und der politischen Parteien für unsere Soldatinnen und Soldaten.

Es ist stets die ganze Familie, die betroffen sein wird. Auch vor dem ersten Schuss.

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