AdUnit Billboard

Leserbrief - Zum Leserbrief „Sind wir noch zu retten?“ (FN, 3. Mai) „Ukraine hat Unterstützung verdient“

Lesedauer

Einen derart von Fakten losgelösten Leserbrief kann ich so nicht unbeantwortet stehen lassen. Ganz im Sinne der russischen Propaganda sind mal wieder an allem die USA schuld. Vor allem die Behauptung, dass die Nato mit aller Gewalt einen Beitritt der Ukraine fördert bzw. unterstützt, ist falsch. Hier die Fakten: 1997 wurde die Nato-Ukraine-Charta verabschiedet. Militärische Partnerschaft ja, aber kein Beitritt.

2008 haben vor allem Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy einem Beitritt mit Rücksicht auf Russland nicht zugestimmt. Seit 2014 ist das Land in einer Konfliktsituation. Somit ist eine Aufnahme nach den Statuten ohnehin nicht möglich. Dass aber die Nato wie „Herr“ Putin über Leichen gehe, ist an Zynismus nicht zu überbieten. Richtig ist, dass er vor einer Osterweiterung gewarnt hat. Was aber bedeutet, dass er, und nicht jeder souveräne Staat, selbst entscheiden kann, welchem Bündnis es angehören möchte. Mit seinem Krieg hat er jetzt genau das Gegenteil erreicht. Denn Finnland und Schweden wollen nun auch in die gegenständliche Allianz.

In welchem Zusammenhang der von mir sehr geschätzte Egon Bahr den Satz „Es geht in der internationalen Politik nie um Demokratie oder Menschenrechte“ sagte, konnte ich nicht verifizieren. Dass es aber in Europa keine Stabilität ohne die Beteiligung Russlands gibt, wurde uns im negativen Sinne mit der Invasion der Ukraine vor Augen geführt.

Wenn wir unseren Wohlstand und die Zukunft unserer Kinder in Freiheit erhalten wollen, dann nur indem die Ukraine diese „Spezialoperation“ für sich entscheidet. Sie hat unsere Unterstützung mehr als verdient, denn sie kämpft auch für die Demokratie in ganz Europa.

AdUnit Mobile_Footer_1