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Leserbrief - Zum Bericht „Reine Effekthascherei“ (FN, 23. August) „Sparen darf nicht bestraft werden“

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Die Begründung mancher Kreditinstitute, dass sie die Kosten, welche beim Parken ihrer Gelder bei der EZB entstehen, irgendwie wieder hereinholen müssen, können die Sparer nicht verstehen. Denn, zwingt sie jemand, die derzeit minus 0,4 Prozent beim EZB- Parken auszugeben?

Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, aus Angst vor einer Deflation, bei der Verbraucher damit rechnen, dass die Einkäufe noch billiger werden und Investitionen von Unternehmen aus gleichem Grund aufgeschoben werden. Deutschland hat das EZB-Ziel letztes Jahr mit 1,8 Prozent Inflation fast erreicht, aber Europa liegt eben noch weit darunter.

Das Instrumentarium der EZB, mit billigem Geld, die Inflation anzuheizen, ist jedoch seit Jahren nicht von Erfolg gekrönt. Auch der milliardenschwere Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen blieb ohne Wirkung. Daher greift immer mehr die These, dass die billigen Gelder der EZB vorwiegend zur Sanierung der maroden Südländer Europas gedacht sind, statt diese zu eigenen Anstrengungen in finanzieller und marktwirtschaftlicher Sicht zu veranlassen. Ein Schelm, der EZB-Präsident Draghi als Italiener damit in Verbindung bringt.

Aber die künftige EZB-Präsidentin Lagarde ist Französin, und Frankreich ist neben Italien das meist verschuldete Land Europas. Kein Wunder, dass Präsident Macron unbedingt seine Landsfrau auf diesem Posten sehen wollte. Billiges Geld ist weiter angesagt!

Wie auch immer: Sparen darf nicht bestraft werden! Und bevor ich nur einen Cent Negativ-Zins zahle, lege ich mein Geld lieber in das Schließfach einer Bank und warte auf bessere Zeiten.

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