„Schrill daneben benommen“

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Leserbrief zu „Sich zu wehren, hat einen Preis“ (FN, 24. Januar).

Liebe Frau Himmelreich, um es gleich vorweg zu nehmen muss bei Ihrer Überschrift „Sich zu wehren, hat seinen Preis“ ein Wort hinzugefügt werden. Und so heißt sie jetzt: „Sich falsch zu wehren, hat seinen Preis“.

Was war nun Ihr Fehler? Nun, die sprachliche Übergriffigkeit des FDP-Mannes Brüderle spricht für sich und muss nicht diskutiert werden. Ein Gentleman mit Herz und Hirn weiß die Interview-Situation sprachlich korrekt und sensibel zu gestalten – trotz Ausschnitt.

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Wie nun hätten sie die Begegnung mit Brüderle gesichtswahrend gestalten können, nachdem der Abgeordnete verbalsprachlich in den Brunnen gefallen war?

Wie wär’s mit folgendem Vorschlag: „Lieber Herr Brüderle, wie Sie sicherlich, bei kurzem Nachdenken, feststellen werden, haben Sie sich – sprachlich und mitmenschlich – mir gegenüber, schrill daneben benommen.

Sie verlassen jetzt sofort den Interviewraum, denken sich eine korrekte Entschuldigung aus und dann kann das Interview von Neuem beginnen.“

Liebe Frau Himmelreich: Zivilcouragiertes Auftreten kann folglich gelernt werden. Sehr viele Frauen können dies in großartig subtiler Weise, andere lieben die Opferrolle.

Ein Weiteres sollten Sie nie vergessen: An der Erziehung des Mannes muss man ein Leben lang hart arbeiten. Glück auf.