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Leserbrief - Zu den Leserbriefen „Putin aus der UN...“ und „Sind wir noch zu retten?“ (FN, 3. Mai) „Rote Linien müssen rote Linien bleiben“

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Putin als Aggressor kann nicht entschuldigt werden. Doch ein Ausschluss Russlands aus den UN ist nicht möglich und sinnvoll. Denn es gibt noch ein Russland nach Putin, eine Weltmacht kann man nicht aus dem Sicherheitsrat ausschließen, sonst hat er seinen Sinn verloren.

Die Bilanz der letzten 70 Jahre zeigt, dass die Hälfte aller Staaten aus der UN ausgeschlossen werden müsste, wenn wir dem Vorschlag folgen: zum Beispiel China, USA, Iran, Irak und so weiter.

Ich stimme Herrn Popp zu, dass ich nicht bereit bin, meine Söhne für die Ukraine zu opfern. Doch wir müssen Realisten bleiben. Jedes Land hat das Recht Bündnissen beizutreten wie der Nato und der EU. Herr Popp empfehle ich, den damaligen Nato-Ratsbeschluss nachzulesen und dessen Umsetzung. Die akute Politik betrieb nicht die rasche Eingliederung.

Das Problem ist ein anderes: Ein Autokrat mit großrussischen Machtträumen betreibt eine aggressive Politik mit Hilfe seiner Armee, um das alte Zarenreich neu zu verwirklichen.

Wie würden wir in Europa dastehen, wenn wir nicht in der Nato wären? Hilflos und unterwürfig, weil wir allein nicht mehr wehrhaft sind. Warum wollen Schweden und Finnland der Nato beitreten? Die Großmacht zeigt ihre Krallen. Es ist die Zeit gekommen, auf die politischen Risiken anders zu reagieren als in den letzten 1930er Jahren. Für Pazifisten und Moralisten schlägt jetzt die Stunde. Die wehrhafte Bürgergesellschaft ist zur Entschlossenheit aufgerufen.

Rote Linien müssen rote Linien bleiben. Das stellt das Gleichgewicht der Kräfte und den Frieden her. Aggressoren reagieren nur auf Gegenstärke, wie auf dem Balkan.

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