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Leserbrief - Zu „Schiffstaue als Stromspeicher denkbar“ und „ZEW-Studie Großer Widerstand gegen Windenergie vor Ort“ (FN, 4. Januar) Ohne Energiespeicher muss Deutschland dreigleisig fahren

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Sehr geehrter Herr Egenberger, Ihnen wünsche ich viel Erfolg mit Ihrer Idee den Windradmast als Stromspeicher zu nutzen. Vor allem, weil nachrüstbar. Klare Erkenntnis: Ohne Speicherung ist eine zuverlässige Stromversorgung alleine aus Sonne und Wind nicht machbar. Die Politik hat dieses wichtige Kernthema einfach ausgeblendet. Politik und Technik sind wie Feuer und Wasser. Seit mindestens zehn Jahren weisen namhafte Institute und Verbände wie VDE, VDI, Ifo, DENA etc. auf diesen eklatanten Mangel hin.

Vergeblich, bei den politisch Verantwortlichen prallte alles ab. Die vorhandenen 30 Pumpspeicherwerke können, falls die oberen Becken gut gefüllt sind, Deutschland maximal eine Stunde mit Strom versorgen. Eine Dunkelflaute kann jedoch bis zu zwei Wochen dauern. Ein Blick in die Strommarktdaten der Bundesnetzagentur (oder Agorameter ) zeigen bei Betrachtung des Jahres 2021 klar, deutlich und deutschlandweit die enormen Versorgungslücken der Wind- und Sonnenenergie. Windräder produzierten im ersten Halbjahr nur 20 Prozent, das heißt durchschnittlich nur jede fünfte Stunde ( beziehungsweise jeden fünften Tag ) Strom. Immer mehr Bürger fragen sich voller Sorge beim Anblick stehender Windräder: Woher würde jetzt der Strom kommen?

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Grüne Politiker fordern dennoch vehement nebst Ausstieg aus Kohle und Atom auch aus dem Erdgas. Dieses soll ersetzt werden durch grünen Wasserstoff. Ob das technisch funktioniert und bezahlbar ist, interessiert die Grünen dieser Legislaturperiode nicht. Stattdessen verkündet man unermüdlich, dass dieser neue Windpark künftig so und soviel tausend Haushalte mit Strom versorgen könne. Alles nur Augenwischerei. Hallo, wurde jemals auch nur ein Haushalt ausschließlich mit Strom von einem Windpark versorgt?

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Herr Habeck, Frau Baerbock, bitte machen Sie den Anfang. Vielleicht geht Ihnen dann endlich ein Licht auf, wenn Sie frierend im Dunkeln sitzen. Die von Herrn Walter Serif kommentierte ZEW-Studie, wonach Bürger keine Windräder vor der Nase haben wollen, oder weil ein Rotmilan herumfliegt, entspricht nicht den heutigen Fakten. Vielmehr haben Bürger mittlerweile verstanden, dass jedes weitere Windrad (Kosten 4 bis 5 Mio Euro, 20 Jahre Lebensdauer ) nur eine Investitionsruine ist und den Strompreis zusätzlich in die Höhe treibt. Ohne Energiespeicher müssen wir dreigleisig fahren:

1. Ökostrom dann, wenn zufällig Bedarf und Verfügbarkeit übereinstimmen, den Überschuss-Strom schickt man zur kostenpflichtigen Entsorgung in die österreichischen Pumpspeicherwerke.

2. eine konventionelle Erdgas - „Stand by“ Versorgung zur Schließung der Ökostrom-Versorgungslücken muss parallel betrieben werden.

Und 3. weil wir wegen Ausstieg demnächst zu wenig konventionelle Kraftwerke haben werden, müssen wir in Frankreich oder Polen zukaufen.

Vorsicht: Dieses Jahr könnte es eng werden, denn Frankreich hat in kalten Wintermonaten stets Strom von uns bezogen. So grotesk es klingt: Ein weiterer Ausbau volatiler Energie bei gleichzeitigem Total-Ausstieg aus verlässlicher konventioneller Energie führt statt zur Klimawende eher zu einem Netzzusammenbruch mit der Gefahr eines europaweiten Blackouts.

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