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Leserbrief - Zur Berichterstattung über den Ukraine-Krieg Naivität und Egoismus

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Lauter Bla..bla..bla …“ fasste unlängst eine geflüchtete Ukrainerin überspitzt die Antworten des Westens/Deutschlands auf Putins Invasion und die Solidarität mit den Opfern zusammen. Das stimmt so zwar nicht, aber wir tun – und da hat sie recht – bei weitem nicht alles, was wir könnten. Vor allem tun wir vieles nicht, was wir ohne Schmerzen könnten.

Die einfachste Möglichkeit, den Energieverbrauch zu drosseln, indem man auf unnötige Fahrten, Flüge, ... verzichtet, wurde mal kurz in den Medien erwähnt und wird längst überlagert vom Überbietungswettbewerb darüber, wie man uns Bürger beim Energieverbrauch finanziell entlasten kann, nach dem Motto. Nur weiter so.

Wenn wir deutschlandweit, europa-, ja weltweit auf sonntägliche Spazier- und Besuchsfahrten mit dem Auto verzichten würden, wäre das eine signifikante Reduktion des Ölverbrauchs und CO²-Ausstoßes und wir würden zwei wichtige Effekte gleichzeitig erreichen: Die Alimentation von Putins Krieg reduzieren und einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten.

Stattdessen werden wir/wird die Ampel demnächst russisches Gas nicht nur weiter beziehen, sondern möglicherweise auch noch in Rubel bezahlen und damit verhindern, dass Russlands Bürger den Krieg als solchen überhaupt wahrnehmen. Und wir werden am Sonntag wie immer volle Straßen und Autobahnen erleben und Putin damit unterstützen.

Der wird sich über unsere Naivität und unseren Egoismus weiterhin freuen können. Da sind wir für ihn kalkulierbar und zuverlässig. Die öffentlichen Alternativen werden gerade auf dem Land geradezu boykottiert, die regelmäßig fahrenden Busse: fast leer.

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