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Leserbrief - Zur Entwicklung von Bad Mergentheim Mörikehaus hat den letzten Charme und Charakter verloren

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Vor zwei Monden hatte ich hier angefragt, ob die Stadt die üble Werbung am Haus Mühlwehrstraße 25 nun genehmigt habe oder nicht. Dass keine Antwort kam, dass die vier mehr als meterhohen Reklamefenster weiter stehen, zwingt zu dem Schluss, dass die Stadt diese, mit Verlaub, Cochonnerie an dem spätbarocken Baudenkmal genehmigt hat. Was gilt nun, Satzung oder Behördenwillkür?

Das eh schon vom nachbarlichen Kolosseum hoffnungslos angeschlagene Mörikehaus hat inzwischen mit all seinen Fensterläden den letzten Charme und Charakter verloren. War ja auch nur ein paar Jahre Dichtergehäus’ für einen der ganz unscheinbar ganz Großen.

Und auf dem noch immer von Fläzmöbeln garnierten Gänsmarkt prangt dafür eine Farbenpfütze, weder Kunscht noch Illusionsmalerei, aber von der Stadt mit Steuergeldern gehätschelt. Ein Stadtbild lebt von der urbanen Spannung zwischen geschlossenen Häuserzeilen der Gassen und Strassen sowie luftig freien Plätzen.

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stv
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Frühere Generationen hatten das noch im Blut. Unsere Baugewaltigen ertragen anscheinend keine unmöblierten Plätze mehr. Mit dem historischen Sinn ging offenbar auch ästhetisches Augenmaß zum Teufel.

Wie war ich als Bub noch stolz auf die biologisch intakte Heckenlandschaft und das gediegene Bildererbe der Vaterstadt gewesen!

Armes geschundenes Merchedool.

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