Leserbrief zum Artikel „Harte Kritik am Zustand der Frankenbahn“ vom 2. Dezember Mitfahren statt nur stark reden

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Den Probebetrieb der Regionalbahn Würzburg-Osterburken in einen Dauerbetrieb zu überführen findet meine volle Unterstützung. Dankenswerterweise bringt die BI Frankenbahn für alle diese Forderung permanent in die Öffentlichkeit. Löblich sind auch die Neuausrichtung der Busverkehre und neuerdings die besseren Angebote beim Ruftaxi in der betroffenen Region, sowie die massive Bewerbung des Angebots.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der unter Verkehrsminister Hermann eingeführte Stundentakt des RE 8 Würzburg-Stuttgart – statt des vorigen Zweistundentakts – eine deutliche Verbesserung des Zugangebots auf der Frankenbahn gebracht hat. Die Landräte haben mit dem Ministerium die Prämissen des Probebetriebs der Regionalbahn verhandelt, unterschrieben und den Kreistagen zuvor zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Nachhinein ist es müßig daran herum zu mäkeln oder gar, wie es Kommentatoren fordern, eine vorzeitige Beendigung des Probebetriebs zu verlangen.

Die Infrastruktur auf der Strecke bedarf einer grundlegenden Sanierung. Soweit sind wir uns alle einig. Aber allein die Sanierung des Haltepunkts Königshofen liegt bei rund acht Millionen, bei der Gesamtstrecke kommen wir rasch auf 50 bis 100 Millionen. Die DB, also der Bund als Aufgabenträger, muss die Finanzmittel dafür bereitstellen. Leider sind Milliarden in Stuttgart 21 geflossen statt in die Fläche. Der damalige Dezernent Müssig hatte versucht, für Königshofen wenigstens eine provisorische Verlängerung des zweiten Bahnsteigs durchzusetzen. Die Bahn machte leider nicht mit.

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Zur Wahrheit gehört auch, dass die Verbesserungen, für die die Raumschaft zuständig ist, auch nicht so vorankommt, wie es wünschenswert ist. Die Mobilitätszentrale beim Bahnknoten Lauda steht wieder einmal bei Null, Jahre wurden verschenkt.

Eine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen. Ich war der einzige Teilnehmer am Freitag, der mit der Bahn an- und abreiste. Dies hätten alle Teilnehmer sowohl aus der Richtung Bad Mergentheim, Weikersheim als auch aus Lauda, Tauberbischofsheim, Wertheim umstiegsfrei und diejenigen aus Richtung Würzburg mit Umstieg in Lauda machen können. Letztendlich zählen weniger starke Reden und Demonstrationen, sondern Fahrgastzahlen.

Rainer Moritz, Vorsitzender der Kreistagsfraktion B90/Die Grünen, Bad Mergentheim

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  • Leserbrief zum Artikel "Verstetigung des Stundentakts steht mehr denn je in den Sternen"vom 30. Januar "500er Hürde als K.o.-Kriterium ist ein Hohn für uns alle“

    Wo in Baden-Württemberg wurden 1985 neun beidgleisig bediente Bahnstationen an einer voll elektrifizierten Bahnstrecke stillgelegt? Wo wird jetzt ein halb durchdachter Regionalbahn-Probebetrieb durchgeführt, der für Dauerbetrieb täglich 500 Ganzstrecken-Fahrgäste erreichen soll? Wo in Baden-Württemberg ist zeitgleich mit dem stündlichen RB-Probebetrieb auch der RE (Regional-Express) im Stundentakt eingeführt worden, wobei der RE kurz vor der RB fährt, mögliche Ganzstrecken-Fahrgäste systematisch „abfischt“ (Osterburken-Lauda)? Wo müssen die Ganzstrecken-Fahrgäste also aus Teilstrecken-Fahrgästen zusammengestückelt werden? Wenn am Tag zehn Fahrgäste Rosenberg-Osterburken (1/10 der Gesamtstrecke) fahren, ergeben sie für diesen Tag einen Ganzstrecken-Fahrgast. Wenn zwei Fahrgäste Boxberg-Lauda (1/2 der Gesamtstrecke) fahren, ergeben sie auch nur einen Ganzstrecken-Fahrgast. Und stimmt es, dass Schüler immer nur als halber Fahrgast gelten? {element} Wo in Baden-Württemberg können am Probebetrieb (abgesehen vom Start- und Ziel-Bahnhof der Gesamtstrecke) nur 1/3 der Stationen, nur drei von ehemals neun Haltepunkte voll teilnehmen? Wo bleibt die bevölkerungsstärkste Bahngemeinde weitgehend ausgegrenzt, da bei ihr (in Königshofen) die Züge nur in Kurz-Richtung (für Königshofen-Lauda = 1/10 der Strecke) halten können? Und wenn sie mit der RB in Lauda angekommen sind, können die Königshöfer sogleich mit dem RE Lauda-Osterburken fahren, werden also auch hier potentielle Ganz-Strecken-Fahrgäste systematisch „abgefischt“. Wo sind die Verantwortlichen nicht bereit, den (zum Probebetrieb zunächst in Aussicht gestellten) provisorischen Bahnsteig einzurichten? {furtherread} Wo in Baden-Württemberg kann an die größte Schule inmitten der Probestrecke (das Schulzentrum Boxberg) kein einziger Schüler der dortigen Stadt mit der Bahn fahren? Aus dem Boxberger Stadtgebiet kommen die meisten Schüler, aber kein einziger mit der Bahn. Die ehemaligen Haltestationen Unterschüpf, Schweigern und Uiffingen sind vom Probebetrieb ausgegrenzt. Das Rückgrat des ÖPNV (Öffentlichen Personen-Nahverkehrs) sind Schüler und Berufspendler. Wenn aber von der größten Stadt im Probegebiet (Boxberg) kein einziger Schüler an die größte Schule im Probegebiet fahren kann, wenn von der bevölkerungsstärksten Bahn-Gemeinde (Königshofen) kein Pendler mit der Bahn fahren kann, weil er entweder nicht einsteigen oder aussteigen kann, wenn nur 1/3 der ehemaligen Zughalte mitmachen können – wie soll da eine ordentliche Fahrgast-Zahl zusammen kommen? Hier passt der Satz von Herbert Achternbusch: „Du hast keine Chance – aber nutze sie!“ Natürlich wird unser Raum weiter versuchen, die halb-durchdachte, willkürliche 500er-Hürde zu erreichen. Aber als K.o.-Kriterium ist sie ein Hohn für uns alle. Dr. Dieter Thoma, Boxberg

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