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Leserbrief - Zu „Bahnunterführung Nord bleibt wichtig für die Stadt“ (FN, 7. März) „Man sollte mit Maß und Ziel vorgehen“

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© Fotolia/mapoli-photo

Wenn man in den letzten Wochen und Monaten die Berichterstattung und die Leserbriefe zu den beiden geforderten Bauvorhaben gelesen hat, so muss man sich als aufmerksamer und interessierter Bürger der Stadt Lauda doch sehr wundern, dass sich hier nicht mehr Widerstand seitens der Bürger der Stadt Lauda geregt hat.

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Zwischendurch gab es ja einmal die Hoffnung, dass die Volksvertreter im Gemeinderat der Stadt Lauda obschon leerer Kassen endlich zur Vernunft gekommen wären und diese Wahnsinnsbauwerke endlich aufgeben. Aber nein, man muss immer wieder mit dem Argument der Postkutschen-Ära argumentieren um so den eigenen Wünschen und Interessen Aufmerksamkeit, Nachdruck und Öffentlichkeit zu verleihen.

Jetzt auch wieder mit der Überschrift „Bahnunterführung Nord bleibt wichtig für die Stadt“. Hier muss man jetzt zunächst einmal die Frage stellen, wer ist die Stadt? Ich meine, wir Bürger von Lauda sind die Stadt und die Bürger mit denen ich gesprochen habe, die wollen alle diese neue Bahnunterführung nicht haben. Also muss man weiterfragen, wem ist diese Bahnunterführung wichtig, wenn nicht den Bürgern von Lauda? Nun, die Befürworter der neuen Bahnunterführung geben auch gleich die Antwort, nämlich: „der Wirtschaft und dem Mittelstand als Joker im Standortpoker mit der Schaffung von Entwicklungsperspektiven“ ist dieses Bauvorhaben wichtig.

Die angeführten Argumente für diese neue Bahnunterführung sind genauso schief, falsch und überzogen wie der gesamte Rest der Argumentation der Befürworter und auch der Leserbriefschreiber. Seit Jahren planen und kämpfen alle vernünftigen und bürgerfreundlichen Städte und Gemeinden dafür, den Schwerlastverkehr aus den Städten zu bekommen.

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Die Befürworter wollen mit dieser Baumaßnahme noch mehr zum bereits vorhandenen Schwerlastverkehr in die Stadt holen, nämlich den, der jetzt außen herum fahren muss. Hier wird mit einer Polemik gearbeitet, die man nicht unbeantwortet lassen darf.

Denn es werden sicher keine Stimmen aus der Wirtschaft unter den Tisch gekehrt, wie hier fadenscheinig angedeutet wird. Und die mittelständischen Unternehmen werden auch weiterhin mit ihrer Gewerbesteuer die Zukunftsfähigkeit der Stadt gewährleisten und nicht wegziehen – was mit dieser unterschwelligen Drohung auch immer gemeint sein sollte. Die örtliche Unternehmerfamilie mit dem größten Fuhrpark im betroffenen Gebiet hat sich nach eigener Darstellung mit der Situation arrangiert und mit der alten Bahnunterführung kein Problem.

Junge und jüngere Mitbürger wollen immer verändern und gestalten, aber es sollte auch wirklich zum Besseren für alle sein. Das ist hier nicht der Fall. Die älteren Mitbürger von Lauda können sich sicher noch an die Hochwasserzeiten erinnern, als regelmäßig der Bahnübergang in Königshofen wegen Überflutung gesperrt werden musste, die Bahnunterführung Nord in Lauda mit Tauberwasser geflutet und eine Durchfahrt praktisch unmöglich war. Man kann sich gut vorstellen, was bei zwei tiefergelegten Bahnunterführungen dann die Folge in der Zukunft sein würde.

Von den Kosten einmal ganz abgesehen – es würde einfach nur schrecklich aussehen und das schöne Eingangsbild zur Stadt Lauda sowie die schöne Tauberaue in Königshofen verunstalten. Man kann ja ähnlich hässliche Bauwerke in verschiedenen Großstädten einmal besichtigen um einen Eindruck zu erhalten und zu der logischen Schlussfolgerung zu kommen, dass die Bürger der Stadt weder die Bahnunterführung Nord in Lauda noch die Beseitigung des Bahnübergangs in Königshofen wirklich benötigen. Da gibt es dringendere Maßnahmen, die umgesetzt werden sollten. Man sollte hier mit Maß und Ziel vorgehen um nicht unsinnige Bauvorhaben durchzupressen, deren langfristiges Ausmaß derzeit nicht absehbar und später dann nicht wieder umkehrbar ist. Ich erinnere hier nur an die Begradigung der Tauber – eine Baumaßnahme, die zunächst auch sinnvoll erschien, aber dann langfristig doch unsinnig war und berichtigt werden musste. Bei den Bahnunterführungen ist eine Berichtigung später nicht mehr möglich.

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Bürgerproteste konnten in der Vergangenheit einige unsinnige Bauvorhaben wie das Naturbad in Lauda und die Müllverbrennungsanlage in Grünsfeld verhindern. Für andere Maßnahmen wie die Aufbereitungsanlage in Gerlachsheim war es leider zu spät.

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