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Leserbrief - Zur Zunahme von Anzeigen gegen Landwirte „Landwirte sind zu Recht sauer“

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Die Corona-Pandemie hat bei manchen Zeitgenossen zu einem geistigen Lockdown geführt. Besonders gewissenhafte Mitbürger nutzen ihren eingeschränkten Radius um vermeintliche Gesetzesbrecher anzuschwärzen. Immer mehr gerät dabei die Landwirtschaft ins Visier.

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99 Prozent der Deutschen scheinen zu wissen, wie Landwirtschaft funktioniert, aber nur ein Prozent führt sie aus. Mangels Sachkenntnis werden dann zuständigen Behörden angebliche Verstöße zur weiteren Verfolgung gemeldet. Wenn Landwirte nachts den Boden bearbeiten, weil dann der Acker frostbedingt besser trägt, dann meint der Anzeiger, der Landwirt hätte was zu verbergen, denn sonst hätte er doch tagsüber sein Feld bestellt. Ähnlich verhält es sich mit Pflanzenschutzmaßnahmen.

Wenn in einem Wassergraben eine braune Algendecke erscheint, dann wird sofort ein Landwirt als Übeltäter vermutet, der zur Unzeit Gülle ausgebracht hat. Algen, die sich am Bachgrund gebildet hatten, waren zur Oberfläche aufgestiegen. An ruhigen Abschnitten im Bach haben sich die Algen gesammelt und es sah wie eine Schwimmdecke von Gülle aus. Sinnvollerweise hatte ein Landwirt seine Gülle mit einem Handelsdünger angereichert, der verhindert, dass zu rasch Nitrat mobilisiert wird.

Leider riechen nicht nur Fäkalien, sondern auch der Rinder- und Schweinemist nicht nach Parfüm. Und prompt wurde bei dem umweltbewussten Landmann ein Regelverstoß vermutet. Wegen der zunehmend kritischen Bevölkerung sind sich die Landwirte ihrer Verantwortung bewusst und zu Recht sauer, wenn sie fälschlicherweise beschuldigt werden.

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