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„Kipp-Punkt der Verkehrswende“

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Leserbrief zu „Debatte über Nachfolge von 9-Euro-Ticket“ (FN, 27. August).

Die Debatte um das 9-Euro-Ticket kann man wahlweise nur noch mit Baldrian-Tee oder einer Portion Sarkasmus ertragen. Da sagt Verkehrsminister Wissing tatsächlich, die Bürger erwarten Lösungen von der Politik und nicht, dass Verantwortung verschoben wird.

Richtig, Herr Wissing, und wo übernehmen Sie und Ihre Partei endlich Verantwortung? Im Koalitionsvertrag hat man sich dazu entschieden, den ÖPNV zu stärken, klimaschädliche Subventionen zu beenden und die Verkehrswende sozial gerecht zu gestalten. Vor diesem Hintergrund trifft der Vorschlag der Grünen, eine Anschlusslösung über die Beschneidung des Dienstwagenprivilegs zu finanzieren voll ins Schwarze.

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Kommentar von
Diana Zinkler
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Scheitern tut es aber vor allem an ideologisch verblendeter Klientelpolitik. Die schwarze Null (die seltsamerweise von Rüstungsausgaben unbeeinträchtigt scheint?) interessiert dieser Tage niemanden und Lindner schwatzt von Gratismentalität, wofür man ihn zu Wahlkampfzeiten regelrecht zerfleischt hätte. In meinen Augen offenbart sich hier, dass wir ernsthaft einen Kipp-Punkt der Verkehrswende erleben; zumindest im Diskurs. Und dieser bedeutet das Auto zu ersetzen. Die FDP klebt sich allerdings am Auto und der Schuldenbremse fest wie Anhänger der letzten Generation am Cranach-Gemälde.

Hoffnung macht allein, wenn ich das Geschehen mit Schopenhauer lese. Er sagte schließlich, jedes Problem durchläuft bis zur Anerkennung drei Phasen. Erst wird es verlacht, dann bekämpft und irgendwann ist es selbstverständlich. Und momentan kämpft die FDP, also sind wird schon in Phase zwei. Die Frage bleibt nur, was am Ende selbstverständlich sein wird.

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