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Leserbrief - Zu „Uns wird diese Kanzlerin fehlen“ (FN, 1. Oktober) „Jede Freiheit hat ihre Schranken“

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Zu den Corona-Leugnern sagte der Ministerpräsident: „Sie sammeln Gegenargumente willkürlich . . . Ich bin ein bisschen ratlos, wie ich mit solchen Menschen reden soll.“ Dazu einige (halb-)philosophische Anmerkungen:

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1. Der französische Philosoph Descartes erkannte 1641: „Ich denke, also bin ich!“ Damit drückt er aus, dass der Mensch durch seine Geistesgaben sein Dasein erfassen und seine Haltung bestimmen kann. Wie bewerten „Querdenker“ ihre Lebensposition, Bürgerhaltung wie Menschsein?

Denkt der Querdenker anders über die Wirklichkeit oder den Teil der Wirklichkeit, der ihm nicht gefällt? Man kann anderer Meinung sein, doch kann man die Wirklichkeit anders sehen als sie tatsächlich ist?

2. Der „Kategorische Imperativ“ von Kant lautet vereinfacht „Füge keinem anderen etwas zu, was du auch nicht haben willst!“

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Das fordert Rücksicht auf andere, weil ich nicht will, dass meine Freiheit-Denken-Gesundheit durch das Verhalten anderer beeinträchtigt werden.

Ist das Leugnen der Realität und damit das bewusste Inkaufnehmen der Schädigung anderer ein rechtes Verhalten?

3. Verschwörungstheorien stellen eine Verweigerung der Realität und des vernunftmäßigen Denkens dar. Nichts gegen das Recht und die Freiheit eines jeden auf seinen Glauben und Überzeugung. Doch wo die persönliche Freiheit über allem steht und den Mitmenschen zum Nachteil gereicht, hat jede Freiheit ihre Schranken.

4. Das bedeutet in der Corona-Krise: die Einhaltung der AHA-Regeln zum Schutz der Mitmenschen ist eine moralische Pflicht bei freien Bürgern. Deshalb. Ich denke, also bin Ich (ein verantwortungsbewusster Mensch).

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